Beleuchteter Reichstag

18.5.2011 | Von:
Ingrid Sonntag

Die Freie Akademie der Künste in Leipzig 1992–2003

Nur aus einer Prägung des sächsischen Kulturraumes hervorgegangen?

Vorgeschichte


Pressekonferenz zur Gründung der Freien Akademie der Künste zu Leipzig (v.l.): Armin Sandig (Präsident der Freien Akademie der Künste Hamburg), Heinz Czechowski und Udo Zimmermann.Pressekonferenz zur Gründung der Freien Akademie der Künste zu Leipzig (v.l.): Armin Sandig (Präsident der Freien Akademie der Künste Hamburg), Heinz Czechowski und Udo Zimmermann. (© Freie Akademie der Künste zu Leipzig / Andreas Birkigt)
Aus einem Gesprächskreis im Haus des Leipziger Malers Hartwig Ebersbach im Dezember '89 – mit den Malern Wolfgang Mattheuer und Tobias Elmann, dem Schriftsteller Werner Heiduczek, dem Komponisten Friedrich Schenker, Museumsdirektorin Jutta Penndorf und Galerist Peter Lang sowie den Wissenschaftlern und Publizisten Peter Guth und Peter Iden[4] – heraus und in der Berührung mit anderen Gesprächszirkeln hatte sich im Spätherbst 1991 eine nue Initiative formiert, die sich zunächst wieder in Ebersbachs Privathaus, ab Jahresanfang 1992 in der Leipziger Oper traf. Am 22. März 1992 kündigten die Mitglieder der "Konstituierenden Arbeitsgruppe" – die Schriftsteller Thomas Böhme, Heinz Czechowski und Werner Heiduczek, der Maler Hartwig Ebersbach, der Galerist Gerd-Harry Lybke und der Kunstwissenschaftler Klaus Werner, der Oboist Burkhard Glaetzner sowie die Komponisten Udo Zimmermann (zugleich Intendant der Oper Leipzig) und Steffen Schleiermacher – die Gründung einer "Freien Akademie der Künste zu Leipzig" für den Mai an.[5]

Nachdem Thomas Böhme es abgelehnt hatte, als designierter Akademiesekretär zu fungieren und in dieser Eigenschaft die organisatorische Vorbereitung der Gründungsveranstaltung zu übernehmen, wurde die Autorin zur Sitzung im April eingeladen. In der Intendanten-Loge (der früheren Ulbricht-Loge[6]) stellte Uwe Altus (Anwalt der Leipziger Messe) einen 1. Entwurf der Satzung zur Diskussion, wurden das Programm der Gründungsveranstaltung und der Ablauf als Großveranstaltung besprochen.


Fußnoten

4.
Vgl. Peter Iden, Die Trümmer und Träume von vierzig Jahren. Künstler über die "Errungenschaften" der DDR, in: Frankfurter Rundschau, 28.12.1989, u. ders., Es ist keiner hier, der uns hilft. Beobachtungen in einer Gesprächsrunde mit Künstlern, Kunstvermittlern und Theoretikern, in: Frankfurter Rundschau, 6.2.1993.
5.
Pressemitteilung, 23.3.1992, Archiv FAK.
6.
Klaus Umbach, Hochstapler auf der Rostkursche. Über den Komponisten und Leipziger Opern-Intendanten Udo Zimmermann, in: Der Spiegel, 45/1990.

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