Beleuchteter Reichstag

18.5.2011 | Von:
Ingrid Sonntag

Die Freie Akademie der Künste in Leipzig 1992–2003

Nur aus einer Prägung des sächsischen Kulturraumes hervorgegangen?

"Wir fangen wieder an"


Die Freie Akademie war von der Kulturstiftung Sachsen im Jahr 1997 in die Lage versetzt worden, ihre Programmarbeit zu konsolidieren. Sie erhielt Projektmittel der Kulturstiftung (und nachfolgend in geringerem Umfang Personalmittel der Stadt Leipzig) und somit immerhin, wenn auch "wacklige", Planungssicherheit für Projekte und Komplementärfinanzierungen mit dem MDR, den Kunsthäusern Schaubühne im Lindenfels und naTo, dem Institut Français de Leipzig, dem Polnischen Kulturinstitut, dem Jazzclub Leipzig, den Salzburger Festspielen, der Dresdner Bank, der Österreichischen Botschaft, dem Deutschlandradio und anderen Partnern.[18]

Veranstaltung der Reihe "Kulturort Mitte Europa" mit Thomas Böhme, Lars Gustafsson und Hartwig Ebersbach (v.l.).Veranstaltung der Reihe "Kulturort Mitte Europa" mit Thomas Böhme, Lars Gustafsson und Hartwig Ebersbach (v.l.). (© Freie Akademie der Künste zu Leipzig / Andreas Birkigt)
Im März 1997 übernahm der Regisseur Peter Konwitschny (für ein Jahr bis zur Neuwahl des Präsidiums) die Präsidentschaft der Freien Akademie und ermöglichte damit den Fortgang der Projektarbeit dieser "gut informierte[n] und intellektuell aktive[n] Institution, die fast als ein Symbol für das Kulturleben im befreiten östlichen Deutschlands dienen konnte", wie Lars Gustafsson formulierte. Bei seinen Akademiebesuchen 1994 und 1997 habe er "oft genug Grund dazu" gehabt, das Thema seiner Romane "Wir geben nicht auf. Wir fangen wieder an" mit der Leipzig Akademie "in Verbindung zu setzen".[19]

Mit der Reihe für interdisziplinäre Experimente "Texte & Sounds" (auf Anregung von Bert Noglik) und mit den Kunstprojekten der Mitglieder Hartwig Ebersbach und Achim Freyer konnten nun originäre Veranstaltungsformen für Kunst und Diskurs etabliert werden. In der 3. Folge der Reihe "Kulturort Mitte Europa", dem Projekt, das sich dem Diskurs zu Fragen der europäischen Verständigung widmete, sprachen neben anderen Eduard Goldstücker (Initiator der Kafka-Konferenz 1963 in Liblice/ČSSR), Tadeusz Mazowiecki, Jan-Philipp Reemtsma, Péter Esterházy und Christoph Dieckmann. Kooperationsveranstaltungen entstanden mit dem Deutschen Literaturinstitut als Reihe "Literarisches Duett". Mit dem Freyer-Projekt gastierte die Freie Akademie in Dresden und kooperierte (auf Betreiben der Leipziger Akademie) erstmals mit der Sächsischen Akademie der Künste.


Fußnoten

18.
1998 gehörte die FAK zu den drei Institutionen (neben Werkstatt Kunst und Kultur Hellerau und Neuer Sächsischer Kunstverein Dresden), die "besondere Förderung" durch die Kulturstiftung Sachsen erhielten.
19.
Schreiben Lars Gustafsson, 23.11.2000, Archiv FAK.

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