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"Vorgeschobene Posten des Feindes"

Kommentar zu Dokument BStU, MfS HA II/13/Vi/105


26.1.2011
Eine paranoide Sicht der Welt hat Hans Halter den Beschäftigten von Nachrichtendiensten attestiert. Zu dieser Einschätzung mag man auch kommen, wenn man sich die Wahrnehmung bundesdeutscher Korrespondenten und ihrer Arbeit durch das MfS anschaut.

"Wenn ein Mitarbeiter Blumen riecht ..."




Dokumentation der HA II des MfS: "Korrespondenten imperialistischer Massenmedien – vorgeschobene Posten des Feindes im Kampf gegen den Sozialismus".Dokumentation der HA II des MfS:
"Korrespondenten imperialistischer Massenmedien – vorgeschobene Posten des Feindes im Kampf gegen den Sozialismus". (© BStU, ZA, MfS, HA II/Vi/105.)
Der Journalist und Geheimdienstkritiker Hans Halter hat den Beschäftigten von Nachrichtendiensten generell eine paranoide Sicht der Welt attestiert: "Wenn ein Mitarbeiter Blumen riecht, dann schaut er sich nach einem Sarg um", zitiert Halter einen früheren CIA-Direktor.[1]
An diese Einschätzung muss man unweigerlich denken, wenn man sich die vorliegende Wahrnehmung der bundesdeutschen Korrespondenten und ihrer Arbeit durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) aus dem Jahr 1988 anschaut. Insbesondere die schlichte Gleichsetzung der journalistischen Arbeit mit geheimdienstlicher Tätigkeit zeugt von einer erheblichen "déformation professionelle" und der fehlenden Fähigkeit, die Normen und Logik liberaler Mediensysteme nachzuvollziehen.






Fußnoten

1.
Hans Halter, Krieg der Gaukler. Das Versagen der deutschen Geheimdienste, München 1993, S. 13; lesenswert ist der Exkurs über die Bedeutung der Sonnenbrille in Geheimdiensten S. 105–110.

 

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