Beleuchteter Reichstag

26.8.2013 | Von:
Maximilian Kutzner

Alltagsleben im Grenzgebiet.
Ein Oral History Projekt

Maximilian Kutzner untersucht das Alltagsleben von Menschen im DDR-Grenzgebiet der thüringischen Gemeinde Geisa im Rahmen seines Oral History Projektes. Chronologisch verfolgt der Beitrag die sich wandelnde Wahrnehmung der Grenze durch die Bewohner.

Luftaufnahme des ehemaligen Grenzverlaufs der DDR bei GeisaLuftaufnahme des ehemaligen Grenzverlaufs der DDR bei Geisa (© dpa, dpa-Zentralbild/euroluftbild.de)

Die in den 1970er Jahren entstandene Oral-History-Forschung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeitzeugen zu bestimmten historischen Sachverhalten zu befragen und diese Gespräche als geschichtswissenschaftliche Quellen nutzbar zu machen.[1] Anhand von biografischen Interviews mit Zeitzeugen können Erinnerungen an das Alltagsleben vergangener Epochen festgemacht werden. Gerade in der DDR-Forschung ist die Oral History bereits seit den 1980er Jahren prominent geworden.[2] Auch populärwissenschaftliche Fernsehsendungen und Zeitungsartikel in Geschichtsmagazinen greifen seit jeher auf Zeitzeugenberichte zurück.[3] Bei der Mehrzahl dieser Forschungen steht eine alltagsgeschichtliche Fragestellung im Vordergrund. Gemessen an der Literaturfülle zur DDR–Alltagsgeschichte liegen bisher nur wenige Arbeiten dieser Art für das Grenzgebiet der DDR vor, jenem fünf Kilometer breiten Sperrgebiet unmittelbar vor der Staatsgrenze zur Bundesrepublik.[4] Die vorliegende Arbeit präsentiert Ergebnisse einer Oral-History-Studie für das DDR-Grenzgebiet in der thüringischen Gemeinde Geisa.[5] Die Erinnerungen der Bewohner an den schrittweisen Ausbau des Grenzregimes und die Präsenz einer zunehmend unüberwindbaren Grenze steht dabei im Vordergrund, ebenso wie das Einwirken dieser Entwicklungen auf den Alltag der Menschen. Um der Forschungsfrage nachzugehen, wird hier ein chronologischer Ansatz gewählt. Dabei wird der Zeitraum von 1945 bis zur Grenzöffnung 1989 untersucht, da anhand von langfristigen Entwicklungen deutlich gemacht werden soll, dass die Grenze als Bauwerk und die besonderen Widrigkeiten des Grenzgebiets schrittweise in den Alltag der Bevölkerung integriert wurden.

Die Anfangsjahre: 1945 bis 1952

Für die 1940er und 1950er Jahre ergibt sich in der Untersuchung der Erinnerung das Bild einer noch durchlässigen Grenze.

"Wir haben uns im Anfang der Jahre sogar noch mit hessischen Jungen getroffen. [...] Hessische Jungs sind herüber gekommen zu den Geismarer Mädchen. Das ging im Anfang noch. Die kamen herüber, da war ja noch so ein Streifen der regelmäßig gepflügt und bewirtschaftet und kultiviert wurde, dass man Spuren sehen konnte. Da haben die hinten eine dicke Hecke abgeschnitten oder einen Holunderstrauch. Und wenn sie wieder herüber gingen, haben sie die Spuren verwischt."[6]

Die bereits vor 1945 bestehenden verwandtschaftlichen Beziehungen und Freundschaften zwischen Familien aus Hessen und Thüringen bestanden in den Anfangsjahren der Grenze noch fort. Zunächst gab es keine systematische Überwachung des Grenzverlaufs. Es wurde zwar ein Schlagbaum an der von West nach Ost verlaufenden Bundesstraße 84 eingerichtet, jedoch blieben Feldwege und Verbindungsstraßen zwischen den Dörfern vorerst offen. Bauern erhielten Sondergenehmigungen, um ihre Felder in der jeweils anderen Besatzungszone bestellen zu können.[7] Ab 1946 überwachten sowjetische Soldaten und die neu gebildete "Grenzpolizei" den Grenzabschnitt, um besonders dem Schmuggel entgegenzuwirken, der sich dort schnell etablierte.[8] Bei einer Strukturuntersuchung, welche 1986 angelegt wurde, konnte festgestellt werden, dass 3.580 Familien des hessischen Ulstergrundes zu 765 Familien der thüringischen Seite verwandtschaftliche Beziehungen besaßen.[9] Etwa 600 Pendler aus Hessen waren bis 1945 in den thüringischen Kaligruben in Merkers und Unterbreizbach beschäftigt.[10] Auch wirtschaftliche Beziehungen bestanden weiterhin.[11] In der Erinnerung der Zeitzeugen spielt dies noch immer eine präsente Rolle.

Diese Phase der noch wenig präsenten Grenze endet für die Zeitzeugen mit der Einrichtung des Sperrgebiets am 16. Mai 1952 entlang des gesamten Grenzverlaufs zur Bundesrepublik.[12] Die Grenzpolizei sperrte im Mai 1952 die Demarkationslinie entlang der Grenze um die massive Abwanderung in den Westen zu stoppen. Das sowjetische Kontrollkommando veranlasste zuvor die Einrichtung eines Grenzgebiets mit Sperrzone. Dem entsprach die Staatsführung der DDR mit dem "Beschluss zur Polizeiverordnung" im Zentralkomitee der SED vom 26. Mai 1952. Diese Verordnung beinhaltete die Einrichtung der Fünf–Kilometer–Sperrzone, des 500–Meter–Schutzstreifens und des Zehn–Meter–Sperrstreifens.[13] Dieser Schritt der Behörden wurde in der Erinnerung der Bewohner intensiv kommuniziert.

"Die Einführung des Sperrgebietes war natürlich in aller Munde. Aber es wurde natürlich immer nur unter vorgehaltener Hand davon gesprochen." [14]

Die damit verbundenen Zwangsumsiedlungen der sog. "Aktion Ungeziefer", sind in der Erinnerung der ehemaligen Bewohner des Grenzgebiets noch stark präsent und wirkten auch in den Folgejahren.[15] Im Kreis Bad Salzungen war vorgesehen, 112 Familien mit rund 353 Personen umzusiedeln.[16] Aus Geisa konnten 150 Menschen in den Westen fliehen und kamen damit den Maßnahmen des Staatsapparates zuvor.[17]

"Durch Zwangsevakuierungen hat man den Leuten den Mund geschlossen."[18]

Bis zum Ende der DDR, so betonen es die Zeitzeugen immer wieder, seien die Zwangsumsiedlungen ein Mittel der Machthaber gewesen, um Unruhen unter der Bevölkerung zu brechen und gleichsam aufwieglerische Personen aus dem Grenzgebiet zu verbannen. In der Analyse der Gespräche zu den 1940er und 1950er Jahren ergibt sich die Erinnerung an eine noch offene Grenze bis 1952, über die weiterhin versucht wurde, freundschaftliche, wirtschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen aufrechtzuerhalten. Damit stimmen die Erinnerungen der Bewohner weitgehend mit der bestehenden Forschung überein.[19]

Die frühe "Grüne Grenze" wird von den Zeitzeugen als ein Provisorium erinnert. Trotz einer bereits in den 1950er Jahren bestehenden Überwachung, wurden Kontakte über die Grenze aufrechterhalten, weil man die bestehenden Traditionen beibehalten wollte und die Grenze selbst auch bagatellisiert wurde. In Episoden werden von den Zeitzeugen "Jungenstreiche" erinnert, die das Bild einer noch offenen Grenze ergeben, die für die Bewohner im Alltag kaum ein Hindernis gewesen zu sein scheint. Dazu passt auch, dass von keinem der Gesprächspartner Fluchten oder Fluchtversuche erinnert wurden. Diese waren nicht notwendig, um den Kontakt nach Hessen aufrechtzuerhalten, da man zwar eingeschränkt, aber noch immer rege den Austausch pflegte. Auch visuell waren die Demarkationslinie und der eingerichtete Grenzverlauf kaum wahrnehmbar. Lediglich der ständig gehegte Zehn–Meter–Streifen und die Schlagbäume an Verbindungsstraßen stellten Anzeichen einer Grenze dar.

Diese Situation änderte sich im Mai 1952 mit der Einführung der "Besonderen Grenzordnung". Sie stellte innerhalb der Bevölkerung ein reges Gesprächsthema dar.[20] Spätestens mit den ersten Verhaftungen und Zwangsumsiedlungen der "Aktion Ungeziefer" dürfte sich im Bewusstsein der Bevölkerung manifestiert haben, dass die Situation durchaus bedrohlicher war als angenommen. Die Zwangsumsiedlungen in Geisa wirkten für die Bevölkerung wie ein reglementierendes Schockereignis, was staatlicherseits bewusst eingesetzt wurde, um der Bevölkerung ein offenes Bild der Herrschaftsausübung zu bieten.[21] Das Nachwirken dieser Aktion, welches die Zeitzeugen betonen, spricht ebenfalls für diese Analyse. In der Erinnerung der Grenzbevölkerung waren die Zwangsumsiedlungen von 1952 das Schlüsselereignis für das Bewusstwerden der bedrohlichen und sich zunehmend verschärfenden Lebenssituation im Grenzgebiet. Das Jahr 1952 stellt damit eine erste Zäsur in der Erinnerung an das Alltagsleben im Grenzgebiet dar.

Verfestigung: 1952 bis 1972

In der Erinnerung der Bewohner des DDR-Grenzgebiets sind die 1960er Jahre besonders mit der Verfestigung der Grenzsicherungsanlagen und dem Ausbau des Grenzregimes insgesamt verbunden. Der Berliner Mauerbau im August 1961 war hingegen in der Erinnerung der Bewohner in der Grenzregion Geisa kein besonderes Ereignis. An einen "Mauerschock", wie er in der Forschung für Berlin identifiziert wird, hat sich keiner der Zeitzeugen erinnert.[22] Im August 1962 begannen großflächige Rodungsarbeiten entlang der Grenze im Raum Geisa. Es wurde dort zwischen August und Oktober 1962 ein zweireihiger Stacheldrahtzaun errichtet, dazwischen wurde ein Minenfeld gelegt. Diese Bauarbeiten wurden von den Zeitzeugen ungemein stärker erinnert, als der Berliner Mauerbau ein Jahr zuvor.

"Als die Grenze richtig dicht gemacht wurde, ab 61, 62, da hat man ja ständig die Pioniertechnik hier fahren gesehen. Ich glaube es, ging jahrelang. Bis der Zaun zu war."[23] "Ich habe jeden Tag die Grenze gesehen, habe den Ami-Turm [Beobachtungsturm am gegenüber der Stadt liegenden Stützpunkt der US-Truppen (Anm. des Verfassers)] gesehen und wir haben auch alle Baumaßnahmen mitbekommen." [24]

Mit dem Ausbau der Grenzsicherungen wird nun die Grenze selbst zunehmend sichtbarer als noch in den 1950er Jahren.

"Das war da schon augenscheinlich. Das wusste man schon. Das war ja nicht zu verheimlichen."[25]

"Das hat man ja stellenweise gesehen. Da konnte man ja hingehen. Und wo man es nicht gesehen hat, haben die von der Landwirtschaft gearbeitet. Die haben dann auch erzählt."[26]

Auch die Präsenz der Grenzsoldaten wird in den 1960er Jahren zunehmend ein Thema, an welches sich die Bevölkerung erinnert. Damit einher ging ein sich stetig entwickelnder Kontakt zwischen den Grenzbewachern und den Einwohnern.

"Die Verfestigung des Grenzregimes war ja hier auch sichtbar. Es gab immer mehr Soldaten und Grenzer."[27]

"Im Stern, kann ich mich erinnern und in der Linde [beides Gaststätten in Geisa - Anm. des Verfassers] da saßen die und haben gegessen und getrunken und naja, dann wurde auch gesungen. Da waren dann die einheimischen Jungs dabei und gerade wer so in dem Alter war, wenn man selbst beim Militär war, und kam dann Heim, dann hat man mit denen noch mal gesprochen und hat gefragt: Wo kommst du denn her?" [28]

Gegenwehr oder Demonstrationen gab es gegen die Bauarbeiten oder die Grenzsoldaten nicht. Von keinem der Zeitzeugen wurde ein größeres Interesse an den Bauarbeiten erinnert, oder eine längere Diskussion innerhalb der Bevölkerung.

Die zweite Zwangsumsiedlungswelle der sog. "Aktion Kornblume" im Oktober 1961 ist in der Erinnerung der Zeitzeugen stark präsent. Dabei wurden noch einmal 3.000 Personen aus dem gesamten Grenzgebiet ausgewiesen.[29] Weitgehend willkürlich wurden "politisch unzuverlässige" Personen aus dem Sperrgebiet vertrieben und an anderer Stelle neu angesiedelt.[30] Diese Zwangsaussiedlungen hatten weitreichende Folgen, unter anderem auf die Kommunikation.

"Es gab damals so ein Sprichwort: Halt dein Maul, du bringst uns von Haus und Hof. Das war drin."[31]

Während der Bauarbeiten entlang der Grenze kam es 1962 in Wiesenfeld, etwa vier Kilometer von Geisa entfernt, zu einem Schusswechsel zwischen Angehörigen der Grenztruppen und Beamten des Bundesgrenzschutzes, bei dem der Grenzhauptmann Rudi Arnstadt zu Tode kam. In der Folge kam es zu einer propagandistischen Ausschlachtung des Vorfalls in der DDR, die Arnstadt als Volkshelden stilisierte.[32] Im Laufe des biografischen Interviews war die Erinnerung der Zeitzeugen an diesen Vorfall nicht vertreten und erst auf Nachfrage konnten einige der Befragten etwas zu dem Vorfall sagen.[33]

In der Analyse der Erinnerung fallen insbesondere drei Punkte auf. Da ist zum Beispiel der Befund, dass sich keiner der Zeitzeugen im Gespräch an einen "Mauerschock" in Folge des 13. August 1961 erinnerte. Dies liegt zum einen an der großen Entfernung zwischen Berlin und Geisa. Zum anderen aber begannen die Bauarbeiten entlang der Demarkationslinie in Geisa erst im August 1962, also ein Jahr später als in Berlin.[34] Durch den Aufbau des doppelreihigen Stacheldrahtzaunes 1962 wurden zwar Verbindungswege, Felder und Waldstücke durchtrennt, nicht aber Straßen innerhalb der Orte des Geisaer Amtes, wie in Berlin oder Mödlareuth.[35] Auch die Folgen der Grenzschließung waren für die Menschen in Geisa nicht absehbar.

Erst mit der Befestigung der Grenzanlagen im August 1962 wurde die Grenze auch ein visueller Bestandteil des Alltags. Der einfache Stacheldrahtzaun mit Holzpfosten wich einem zwei Meter hohen Doppelzaun mit Betonpfosten.[36] Wachtürme wurden errichtet und innerhalb der Stadt entstanden Kasernen für die Grenzsoldaten.

Drittens sind die zwei Zwangsaussiedlungswellen der "Aktion Kornblume" ab 1961 und der "Aktion Ungeziefer" 1952 ein großer Erinnerungspunkt. Die Angst vor dem Verlust der Heimat spielte bis zum Ende der DDR eine große Rolle in der Mentalität der im Grenzgebiet lebenden Menschen. Die Zwangsumsiedlung war ein fortwährendes Druckmittel der Machthaber und diente auf vielfältige Art der Unterdrückung und Maßregelung der Bewohner.[37] An dieser Stelle könnten weitere Forschungsarbeiten anknüpfen.

Stagnation und Normalisierung: 1972 bis 1988

Die 1970er Jahre werden von den Zeitzeugen als eine Periode relativer Ruhe erinnert. Mit der "Neuen Ostpolitik" unter Willy Brandt und dem Grundlagenvertrag 1972/73 zwischen der DDR und der Bundesrepublik wurden grundlegende Vereinbarungen zum Reiseverkehr und den Transitwegen an der innerdeutschen Grenze getroffen. Jedoch war Geisa von dem Abkommen zum "kleinen Grenzverkehr" ausgenommen, da es im Sperrgebiet lag. Besuche aus dem Westen und dem Landesinneren durften weiterhin nicht im Grenzgebiet stattfinden und mussten ins Hinterland verlagert werden.

Mit der Einrichtung des 3,20 Meter hohen Metallgitterzauns im Frühjahr 1972 ebbten die Fluchten im Grenzabschnitt Geisa von 18 im Jahr 1971 auf eine im Jahr 1977 ab.[38] Die Einrichtung des Metallgitterzauns selbst spielt in der überlieferten Erinnerung der Bewohner keine Rolle und wurde nicht weiter erwähnt. Die Bautätigkeit wurde im Vergleich zu den Maßnahmen in den Jahren 1952 und 1962 wesentlich professionalisiert, so dass die Bevölkerung kaum Notiz von der Einrichtung der neuen Anlagen nahm.[39] Die Grenzabschnitte, in denen die Bautätigkeit jeweils stattfand, wurden fest bewacht. In langen Schichten wurden die Sperranlagen von den Grenzsoldaten errichtet. Dies beanspruchte erheblich weniger Zeit als die Baumaßnahmen von 1962.[40] Es kam zu keinem gemeldeten Zwischenfall, wie noch 1962 beim Tode Arnstadts.[41]

Einher mit der wirtschaftlichen Stabilisierung der DDR ging auch eine Phase der relativen Ruhe innerhalb des Grenzgebiets. Durch neue Arbeitsstätten, die fast ausnahmslos außerhalb des Sperrgebiets lagen, wurden die Bewohner, die zuvor häufig in der kleinen heimischen Landwirtschaft tätig waren, in großbetrieblichen Verhältnissen beschäftigt. Durch die gesicherte Arbeitslage und die Einbindung in ein Arbeitskollektiv wurden große Teile des Alltagslebens in der DDR strukturiert. Somit fand eine effektive Ablenkung von der Bedrohungssituation statt.[42] Die Zeitzeugen sprechen für diese Phase von einem schrittweise Hinnehmen der Verhältnisse.

"In den ersten Jahren, ich meine ich war noch jugendlich, da hat man dort, wenn man vorbeigefahren ist an dem Zaun, da hat man hingeguckt und man hat dann auch wahrgenommen, wenn was verändert wurde. Aber wenn man täglich an dem Zaun vorbeigeht, dass lässt einen mit der Zeit dann kalt. Irgendwie ist das dann normal. Man nimmt das als normal auf, was total unnormal war." [43]

Ähnlich äußerten sich andere:

"Diese Grenze war für uns normal, da haben wir gar nicht mehr hingeschaut."[44] Und: "Man hat das eben hingenommen, was sollte es. [...] Man hat das hingenommen als gegeben."[45]

Durch die eintretende Normalisierung der Situation und die verdeckte Bautätigkeit rückt die Grenze aus der direkten Alltagswahrnehmung. Für die 1960er Jahre wurden die Baumaßnahmen erinnert und auch das Bauwerk Grenze wahrgenommen. In den 1970er Jahren wird diese in den Alltag integriert - und zunehmend wird "nicht mehr hingeschaut". Durch die Kenntnis der Beschaffenheit der Sperranlagen wurde auch das Risiko einer Flucht neu bewertet.

"Wenn mal irgendwas war an der Grenze, dass jemand abgehauen war, oder ein Unfall, wenn jemand auf eine Mine getreten ist, oder es wurde geschossen, da haben viele Leute gesagt: Was laufen die denn auch da hin? Die wissen doch genau, da wird geschossen, da bleib doch weg." [46]

Die Grenze, die noch rund 15 Jahre zuvor zahlreich überschritten wurde und in der Erinnerung der Bewohner des Grenzgebiets verhältnismäßig wenig bewacht war, wird für die Menschen im Sperrgebiet ab den 1970er Jahren allmählich zu einem Kontinuum des Alltags. Nicht zuletzt, weil durch die Einrichtung der neuen Grenzanlagen mit einem Metallgitterzaun und den daran befestigten Selbstschussminen SM-70 Grenzübertritte fast unmöglich gemacht wurden. Mental stellte sich für die Bewohner eine Situation der Normalität ein. Eine unmittelbare Notwendigkeit zur Flucht auf Grund physischer Bedrohung wie bei den Zwangsumsiedlungen in den 1950er und 1960er Jahren bestand nun nicht mehr. Die Menschen waren in gesicherten Arbeitsverhältnissen und fürchteten nicht mehr derart starke Repressionen wie in den Jahrzehnten zuvor. Obwohl es in den 1970er Jahren die größten und aufwändigsten Baumaßnahmen entlang der Grenze gab - etwa die Errichtung eines neuen Zauns und der Bau von neuartigen Beobachtungstürmen - werden diese kaum erinnert und damit die 1970er Jahre insgesamt als wenig dynamische Phase wahrgenommen. Hier überwiegen bei den Zeitzeugen eher Erinnerungen an die Arbeitswelt und die Freizeit, was bedeutet, dass die Grenze in dieser Zeit nicht als bestimmender Faktor des Alltags empfunden wurde. Unterstützend dafür wirkte, dass das Grenzregime gegen Ende der 1970er Jahre und bis in das Jahr 1989 hinein ausgebaut und zunehmend perfektioniert wurde, sodass die lückenlose Überwachung der Grenze gewährleistet wurde und es immer seltener zu Grenzzwischenfällen kam.[47]

In den 1980er Jahren zeigen sich ähnliche Entwicklungen. Es gab in dieser Phase kaum mehr bauliche und organisatorische Veränderungen der Grenzsicherung. Eine Ausnahme bildete das Inkrafttreten des DDR-Grenzgesetzes von 1982. Darin wurde das Grenzgebiet mit einer Tiefe von drei bis fünf Kilometer als ein Raum definiert, in dem besondere Rechtsvorschriften galten.[48] Dies besagte: "Innerhalb der Grenzgebiete können je nach den Erfordernissen und unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen Schutzstreifen, Sperrzonen bzw. Grenzzonen mit besonderen Ordnungen festgelegt und Grenzsicherungsanlagen errichtet werden."[49]

Mit den neuen Bestimmungen hatten die Grenztruppen weit reichende Befugnisse zur Verhaftung von verdächtigen Personen innerhalb des Grenzgebiets. Eine neu eingeführte Zuzugsregelung hatte auf lange Sicht das Ziel, den Zuzug ins Grenzgebiet derart zu erschweren, dass ein Wohnen im Grenzgebiet zunehmend unattraktiver wurde.[50]

Eine weitere Komponente stellte in den 1980er Jahren der zunehmende wirtschaftliche Niedergang der DDR dar. Bei den Bewohnern wurde die schlechte wirtschaftliche Lage in Lieferengpässen und Versorgungsmängeln bei Gebrauchsgütern augenscheinlich. Einige Güter, wie etwa Zement zum Hausbau, waren noch schwieriger zu besorgen als ohnehin schon. Man hatte mit den Widrigkeiten der Mangelwirtschaft zu kämpfen, während der Staat in hohem Maße in den Ausbau der Grenze investierte. Zunehmend stellten die Bewohner diese Entwicklung verhalten in Frage, wie in folgendem Beispiel: "Da hat man dann gesagt, wir müssen zwei Jahre warten bis wir einen Sack Zement bekommen, und da [an der Grenze (Anm. des Verfassers)] wird alles rausgepulvert."[51]

"Die DDR hat sich selbst heruntergewirtschaftet. Das war im Wesentlichen eine Folge der Rohstoffpolitik."[52]

Zusammenfassend endet in den 1970er Jahren für die Bewohner des Grenzgebiets ein Denkprozess, der in den 1950er Jahren begann: Die dynamische Grenze der 1950er Jahre, mit vielerlei erinnerten Maßnahmen, wie offensichtlicher Bautätigkeit und den gefürchteten Zwangsumsiedlungen, wird über die endgültige Abriegelung von 1961/62 in den 1970er Jahren als eine statische Grenze erinnert, die in den Alltag integriert werden konnte und die zunehmend als normal aufgefasst wurde. Die Erinnerung der Bewohner an die Grenze der 1970er und 1980er Jahre ist blass, denn sie wurde zu einem Teil des Alltags und als solcher kaum wahrgenommen beziehungsweise ausgeblendet. Die Ereignisse des Jahres 1989 überlagern förmlich die Erinnerung an die übrigen neun Jahre und verlangen daher nach einer besonderen Betrachtung.

Die Friedliche Revolution: 1989

Wie kaum ein anderes Jahr war 1989 prägend für die Erinnerung der Zeitzeugen. Nahezu alle Erinnerungen der Gesprächspartner zu den 1980er Jahren stehen im Kontext des Jahres 1989 oder laufen darauf zu. Die Umbruchsprozesse der Friedlichen Revolution beginnen in der Erinnerung der Bewohner des Grenzgebiets mit dem Ausreisestrom im Juni 1989 über Ungarn. Die Ausreisewelle wurde besonders über die Berichterstattung des bundesrepublikanischen Fernsehens wahrgenommen und wurde von fast allen Zeitzeugen erinnert. In der Erinnerung der Bewohner ist der Beginn der Friedlichen Revolution eng mit der Rezeption des "Westfernsehens" verknüpft.[53]

"Ich habe ja jahrelang kein Westfernsehen geschaut, erst die letzten Jahre."[54] Oder:

"Die Leute hier, und das behaupte ich, sogar die Genossen, haben sich westlich orientiert. [...] Wir haben ja in der Wendezeit immer geschaut, wo geht das hin mit Ungarn. Das hat man jeden Abend verfolgt. Und auch die Genossen haben heimlich umgeschaltet und haben geschaut."[55]

Die Friedensgebete in Geisa begannen am 23. Oktober 1989 in der katholischen Pfarrkirche, also vergleichsweise spät. Den zu Beginn noch etwa 500 Teilnehmern schlossen sich bis zum 6. November etwa 1.500 weitere Menschen an, die aus den evangelischen Dörfern in die Stadt und die dortige Pfarrkirche strömten.[56] Von Beginn an war die Aufbruchsbewegung über die Kirchen organisiert und in Geisa im Wesentlichen auch von dieser getragen. Damit trat eine Besonderheit für das Geisaer Amt zum Vorschein: Durch die stark katholische Prägung, die in dieser Art nur noch im thüringischen Eichsfeld auf dem ehemaligen Territorium der DDR zu finden war, waren viele Leute kirchlich organisiert und nutzten diese über die gesamte Zeit der DDR bestehenden und aktiven Strukturen. In der Erinnerung sind die Friedensgebete unterschiedlich vertreten. Zwischen lebhafter Erinnerung an die Teilnahme bis hin zur Nichterwähnung sind alle Schattierungen zu finden.

"Ich hab da gedacht, da sind wir die Stadt herunter gegangen, wenn wir jetzt geradeaus weiterlaufen und den Rasdorfer Berg hoch gehen, da war die Grenze noch zu, die können uns ja gar nicht aufhalten, weil wir waren viele Leute, und dann bricht das zusammen mit unserer DDR."[57]

Trotz der großen Euphorie anlässlich des beginnenden Umbruchs war jedoch eine skeptische Grundstimmung innerhalb der Grenzbevölkerung vorherrschend. Die Angst vor den zahlenmäßig großen Grenztruppen und den vermehrt eingesetzten Volkspolizisten bewirkte eine zurückhaltende Grundhaltung.

"Ich erinnere mich, wo einer der Offiziere zu mir sagte: Wenn die noch einen Schritt gegangen wären, dann hätte ich sie niedergestreckt. Ich war im Recht."[58]

Trotz der offensichtlichen Veränderungen die sich in allen Gesellschaftsbereichen bemerkbar machten, waren vielen Bewohnern das Ziel und das Ergebnis der Demonstrationen in der Rückschau kaum bewusst.

"Dass es mit der DDR vorbei ist, dass habe ich erst gemerkt, wo der Schabowski das am Fernsehen gesagt hat."[59]

Betrachtet man die Erinnerungen der Zeitzeugen an die Umbrüche des Jahres 1989, so lassen sich mehrere Punkte herausstellen: An eine Vorahnung oder absehbare Prozesse im Vorfeld des Novembers 1989 können sich die Zeitzeugen nicht erinnern. Die Umbrüche und die Entwicklung, die zur Friedlichen Revolution führten, waren für die Bewohner der gesamten DDR nicht absehbar.[60] Obwohl alle Befragten das bundesrepublikanische Fernsehprogramm verfolgten, wurde eine Vorahnung, Hoffnung oder konkrete Erwartung nicht erinnert. Die Ausreisewelle über Ungarn und deren Rezeption über das Westfernsehen werden als Beginn der Umbruchsprozesse des Jahres 1989 erinnert.

Die Friedensgebete, ein zweiter Erinnerungspunkt, stellen nicht alle befragten Personen als wichtiges Ereignis heraus. Über die gesamte Aufbruchsphase hinweg wird jedoch bei den Bewohnern des Grenzgebiets eine Zurückhaltung und Skepsis gegenüber den Ereignissen erinnert. Dies ist auf die starke Präsenz des Staatsapparates zurückzuführen, personifiziert durch die zahlreichen vor Ort stationierten Grenzsoldaten. Bis zur Öffnung des ersten Grenzübergangs im Grenzabschnitt Geisa am 29. November 1989 war die Situation innerhalb des Grenzgebiets relativ stabil.[61] Die Grenzbewachung funktionierte weiterhin, ebenso bestand das strenge Passierscheinwesen weiterhin fort. Daher betonen fast alle Befragten die Schnelligkeit der Umbruchsereignisse und eine zugrunde liegende Skepsis und Zurückhaltung gegenüber den revolutionären Ereignissen. Vielleicht kann gerade das Grenzregime als letzter intakter Mechanismus innerhalb der DDR gelten, da bis zum endgültigen Kollaps des gesamten repressiven Systems die Funktionen und Aufgaben der Grenzsicherungsinstanzen aufrechterhalten werden konnten und die Bewohner des Grenzgebiets bis zur endgültigen Grenzöffnung diese Seite des Regimes fürchteten.

Resümee

Ausgehend von der zu Beginn aufgestellten Arbeitsthese, wonach die Grenze als Bauwerk und die besonderen Widrigkeiten des Grenzgebiets schrittweise in den Alltag der Bevölkerung integriert wurden, lassen sich auf der Grundlage der vorliegenden Analyse folgende Befunde festhalten: Die Frühphase der Erinnerung an das Grenzgebiet in den 1940er und 1950er Jahren ist geprägt von einer Wahrnehmung der Grenze als Provisorium. Die Grenze der 1950er Jahre wird in der Erinnerung bagatellisiert und als überwindbar erinnert. Die regelmäßige Überwindung ist dabei keineswegs ein Anzeichen der Integration in den Alltag, sondern vielmehr ein Festhalten an alten Gewohnheiten, die bereits vor der Teilung bestanden. Die Grenze war auch im alltäglichen Leben kaum wahrnehmbar, denn außer den Schlagbäumen an Verbindungsstraßen und dem Zehn–Meter–Streifen war diese visuell wenig präsent. Die Zwangsumsiedlungswelle von 1952 ist in der Erinnerung der befragten Personen tief verhaftet, denn fortan wurde den Bewohnern deutlich, dass die Situation bedrohlicher war als zunächst angenommen. Die Zwangsumsiedlungen waren fortan ein ständiges Druckmittel und stifteten große Unruhe innerhalb der Bevölkerung.

In den 1960er Jahren wurde mit der Errichtung des Doppelzaunes manifestiert, was mit der Zwangsumsiedlung 1952 begann: die Bewohner nahmen langsam wahr, dass die Grenze keinen provisorischen Charakter mehr besaß. Durch die Befestigung der Grenzanlagen, die Errichtung von Wachtürmen und Kasernen für die zahlreichen Grenzsoldaten wurde die Grenze weithin sichtbar. Die Zwangsumsiedlungswelle 1961 stiftete erneute Unruhe und Unsicherheit in der Bevölkerung, so die Erinnerung der Zeitzeugen. In den 1970er Jahren wurde die Grenze allmählich zu einem Kontinuum des Alltags. Da weitere Zwangsumsiedlungswellen ausblieben, fiel der Hauptgrund für viele Fluchten in den vorangegangenen Jahrzehnten weg. Die Situation normalisierte sich. Die Grenze der 1970er Jahre war in der Erinnerung der Bewohner trotz größter Bautätigkeit eine wenig dynamische. Hier endete für die Bewohner des Grenzgebiets ein Prozess, der in den 1950er Jahren begann: die dynamische Grenze der 1950er Jahre, mit vielerlei erinnerten Maßnahmen, wie offensichtliche Bautätigkeit und den gefürchteten Zwangsumsiedlungen wird über die endgültige Abriegelung von 1961/62 in den 1970er Jahren als eine zunehmend statische Grenze erinnert, die in den Alltag integriert werden konnte und die schrittweise als normal aufgefasst wurde, da sich eine Kontinuität und gewisse Ruhe einstellen konnten. Dies gilt in weiten Teilen auch für die Folgejahre bis 1989. Bis zur Grenzöffnung und dem erfolgreichen Ausgang der Friedlichen Revolution wird das Grenzgebiet als relativ stabil erinnert, da man weiterhin die Repressionen des Staatsapparates fürchtete.

In den 1970er Jahren konnten sowohl die Grenze als limitierendes Bauwerk, als auch die Begleitumstände der besonderen Lebenssituation im Grenzgebiet in das Alltagsleben der Bevölkerung des Sperrgebiets eingebunden werden. Die Grenze wird in der Erinnerung der Zeitzeugen in den 1970er Jahren zu einem Kontinuum, welches bis zum Zusammenbruch des gesamten Staates ein relativ stabiles Alltagsleben erlaubte.

Befragte Zeitzeugen

Helmut Henkel, 31.5.2012.
Alexander Henning, 28.7.2012.
Heinz Kleber, 20.7.2012.
Norbert Mihm, 28.7.2012.
Siegfried und Monika Schilling, 28.7.2012.
Albert Wiegand, 31.5.2012.

Zitierweise: Maximilian Kutzner, Alltagsleben im Grenzgebiet, Ein Oral History Projekt, in: Deutschland Archiv Online, 26.08.2013, Link: http://www.bpb.de/167570

Fußnoten

1.
Vgl. Dorothee Wierling, Oral History, in: Michael Maurer (Hrsg.), Neue Themen und Methoden der Geschichtswissenschaft, Stuttgart 2003, S. 81-151; sowie Anke Stephan, Erinnertes Leben. Autobiographien, Memoiren und Oral History Interviews als Historische Quellen, in: Von der Küche auf den Roten Platz. Lebenswege sowjetischer Dissidenten, Zürich 2005, S. 17-29.
2.
Vgl. Lutz Niethammer/ Alexander von Plato/ Dorothee Wierling: Die volkseigene Erfahrung. Zur Archäologie des Lebens in der DDR. 30 biographische Einstiege, Berlin 1991; Alexander von Plato, Oral History als Erfahrungswissenschaft. Zum Stand der "mündlichen Geschichte" in Deutschland, in: Konrad H. Jarausch/ Jörn Rüsen/ Hans Schleier, Geschichtswissenschaft vor 2000. Perspektiven der Historiographiegeschichte, Geschichtstheorie, Sozialgeschichte. Festschrift für Georg Iggers, Hagen 1991; Konrad H. Jarausch, Oral History und DDR-Geschichte, in: deutsche studien, 29 (1991), Nr. 115, S. 280-289; Alexandra Pohlmeier, Politische Verfolgung in der DDR. Ein Zeitzeugenprojekt im Auftrag der Stiftung Aufarbeitung der SED Diktatur, Berlin 2005; Julia Oberteis und Anke Stephan (Hg.), Erinnerungen nach der Wende. Oral History und postsozialistische Gesellschaften, Essen 2009.
3.
Verwiesen sei hier exemplarisch auf die zehnteilige Fernsehserie „Damals in der DDR“, MDR, 2004-2006/07.
4.
Jürgen Ritter und Peter Joachim Lapp, Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk, Berlin 2007, S. 117-129; Andreas Hartmann und Sabine Künsting, Grenzgeschichten. Berichte aus dem deutschen Niemandsland, Frankfurt am Main 1990.
5.
Die Studie wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit ausgeführt. Darin wurden anhand von biografischen Interviews sieben Personen befragt, welche den gesamten Zeitraum von den 1950er Jahren bis 1989 im Grenzgebiet Geisa lebten. Maximilian Kutzner, Grenzerfahrungen - Erinnerter Alltag an das DDR Grenzgebiet in der Region Geisa, Unveröffentlichte Bachelorarbeit, Gießen 2012.
6.
Interview Norbert Mihm, 26:20 min.
7.
Klaus Hartwig Stoll, Das war die Grenze, Fulda 1997, S. 10-12.
8.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 15.
9.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 15-16.
10.
Ebd.
11.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 50.
12.
Vgl. Polizeiverordnung über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie, MfS, vom 27. Mai 1952, abgedruckt in: Die Sperrmaßnahmen der Sowjetzonenregierung an der Zonengrenze und um Westberlin. Faksimilierter Nachdruck des Weißbuches von 1953, hrsg. vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, Bonn 1987, S. 88f.
13.
Ebd.
14.
Interview Alexander Henning, 20:37 min.
15.
Inge Bennewitz und Rainer Potratz, Zwangsaussiedlungen an der Innerdeutschen Grenze. Analysen und Dokumente, Berlin 2002, S. 33.
16.
Albert Reinhold und Hans-Jürgen Salier, Grenzerfahrungen kompakt, Das Grenzregime zwischen Südthüringen und Bayern/Hessen von 1945 bis 1990, Leipzig 2009, S. 52.
17.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 37.
18.
Interview mit Helmut Henkel, 20:27 min.
19.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 15-17 und 49-50; Klaus Dieter Baumgarten und Peter Freitag (Hg.), Die Grenzen der DDR, Geschichte - Fakten - Hintergründe, Berlin 2004, S. 103-157; Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 15.
20.
Siehe Anm. 14.
21.
Siehe Anm. 18.
22.
Vgl. Peter Bender, Reaktionen in Westberlin und in der Bundesrepublik, in: Hans-Herman Hertle/Konrad H. Jarausch/Christoph Kleßmann (Hg.), Mauerbau und Mauerfall, Ursachen-Verlauf-Wirkung, Berlin 2002, S. 159-165.
23.
Interview Alexander Henning, 29:30 min.
24.
Interview Helmut Henkel, 15:40 min.
25.
Ebd.
26.
Ebd., 30:05 min.
27.
Interview Alexander Henning, 22:07 min.
28.
Ebd., 37:50 min.
29.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 29.
30.
Schultke, Keiner kommt durch, Die Geschichte der innerdeutschen Grenze 1945-1990, Berlin 1999, S. 31-45.
31.
Interview mit Norbert Mihm, 10:05 min.
32.
Näheres dazu bei: Jan Schönfelder/ Rainer Erices, Todessache Rudi Arnstadt. Zwischen Aufklärung und Propaganda, Jena 2012.
33.
Interview mit Heinz Kleber, 56:00 min.
34.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 93.
35.
Zur Situation in Mödlareuth: Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 118f.
36.
Protokoll der Sitzung des Zentralen Stabes zur Koordinierung der Grenzmaßnahmen vom 20. September 1961, abgedruckt in: Volker Koop, "Den Gegner Vernichten". Die Grenzsicherung der DDR, Bonn 1996, S. 493ff.
37.
Eng mit dieser Thematik verbunden ist auch die Schleifung von Höfen im Grenzgebiet. Vgl. dazu Wolfgang Christmann/Bruno Leister: Zur eigenen Sicherheit? Geschichte der geschleiften Höfe und ihrer Bewohner im Geisaer Amt, Meiningen 2011.
38.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 145.
39.
Ebd.
40.
Ebd.
41.
Siehe Anm. 32.
42.
Vgl. Thomas Reichel, "Sozialistisch arbeiten, lernen und leben": die Brigadebewegung in der DDR (1959-1989), Köln 2011; Friedrich Thießen, Zwischen Plan und Pleite, Erlebnisberichte aus der Arbeitswelt der DDR, Köln 2001, S. 1-29.
43.
Interview Norbert Mihm, 30:00 min.
44.
Interview Helmut Henkel, 17:07 min.
45.
Interview Heinz Kleber, 20:30 min.
46.
Interview Alexander Henning, 31:30 min.
47.
Schultke, Das Grenzregime der DDR (Anm. 30), S. 43-53.
48.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 100.
49.
Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik vom 25. März 1982, I. Hoheitsgebiet und Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik, §8 (2).
50.
Ritter und Lapp, Die Grenze (Anm. 4), S. 100.
51.
Interview mit Helmut Henkel, 20:06 min.
52.
Ebd.
53.
Zum Westfernsehen: Michael Meyen, Einschalten, Umschalten, Ausschalten? Das Fernsehen im DDR Alltag, Leipzig 2003, S. 73-77.
54.
Interview Heinz Kleber, 46:35 min.
55.
Interview Norbert Mihm, 54:30 min.
56.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 195.
57.
Zum Westfernsehen: Michael Meyen, Einschalten, Umschalten, Ausschalten? Das Fernsehen im DDR Alltag, Leipzig 2003, S. 73-77.
58.
Interview mit Siegfried Schilling, 57:00 min.
59.
Interview Alexander Henning, 57:30 min.
60.
Edgar Wolfrum, Die Mauer. Geschichte einer Teilung, München 2009, S. 128.
61.
Stoll, Das war die Grenze (Anm. 7), S. 197.
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Autor: Maximilian Kutzner für bpb.de
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