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Der Bau der Reichsautobahnen als kreuzungsfreie Fern- und Schnellstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen gehörte zu den größten Propagandaerfolgen Hitlers, der sich – nicht ganz zutreffend – als Erfinder der "Straßen des Führers" feiern ließ. Vorbilder waren die amerikanischen Highways und die "Autostrada" von Mailand zu den oberitalienischen Seen, die 1922 bis 1923 gebaut worden war. In Berlin wurde 1921 die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße "AVUS" fertig gestellt, die Modellcharakter hatte. Planungs- und Baugesellschaften hatten sich bereits in den zwanziger Jahren mit dem Bau von Autobahnen beschäftigt. Angesichts des geringen Motorisierungsgrads und der Finanzierungsprobleme war die Umsetzung der Pläne allerdings nicht vorangekommen.

Auch die NSDAP hatte vor 1933 kein Interesse an dem Projekt. Doch unmittelbar nach dem Machterhalt begann Hitler in Erkenntnis des Propagandaeffekts mit der Realisierung vorhandener Autobahnpläne. Er ernannte Fritz Todt zum "Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen", ließ den "Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte–Frankfurt–Basel" (Hafraba) gleichschalten und führte im September 1933 den ersten Spatenstich aus. Die Autobahnbaustellen wurden in der Werbung für die Sozialpolitik des NS-Staates als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme groß herausgestellt. Der Autobahnbau trug tatsächlich auch zur Senkung der Arbeitslosigkeit bei, allerdings war die psychologische Wirkung von rund 130000 Arbeitsplätzen bei 1,8 Millionen Arbeitslosen im Jahr 1936 größer als der tatsächliche wirtschaftliche und sozialpolitische Effekt. Die Finanzierung der Autobahnen (bis 1944 6,5 Milliarden Reichsmark) erfolgte aus dem Vermögen der Arbeitslosenversicherung, also durch die Arbeitnehmer. Das wurde dem Publikum ebenso verschwiegen wie andererseits auch der geringste Fortschritt beim Bau propagandistisch ausgeschlachtet wurde.

Bis Kriegsbeginn waren lediglich 3300 der 6900 geplanten Autobahnkilometer gebaut. Die Autobahnen waren ein wesentlicher Bestandteil der Legende von der Modernisierung Deutschlands durch den Nationalsozialismus und ein Element des Hitlerkults, wenn behauptet wurde, "als einer der besten Straßenkenner Deutschlands" habe "unser Führer in genialer Weise den Plan für die Reichsautobahnen selbst aufgestellt".

Literatur

  • Schulz, Eckhardt / Gruber, Erhard: Mythos Reichsautobahn. Bau und Inszenierung der "Straßen des Führers" 1933–1941, Berlin 1996.

Fussnoten

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