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18.1.2008 | Von:
Stefan Dreßke

Sterbebegleitung und Hospizkultur

Das Hospiz repräsentiert die Ideale des guten Sterbens. Sterbeverläufe werden als ein friedliches Sterben so organisiert, dass sich die Verschlechterung des körperlichen Zustands der Sterbenden und ihr persönlicher und sozialer Rückzug parallelisieren.

Einleitung

Immer dann, wenn vom guten Sterben gesprochen wird, kommt auch die Rede auf das Hospiz. Geht vom Hospiz eine neue Sterbekultur aus, wie Hospizvertreter immer wieder behaupten und fordern? Zunächst ist das Hospiz durchaus etwas Befremdliches in unserer Gesellschaft. Hier wird das Lebensende organisiert, und das als ausschließliches Ziel.




Dies steht in Kontrast, beinahe in Widerspruch zu den fortwährenden Vorkehrungen gegen den Tod, um die sich in allen anderen gesellschaftlichen Feldern bemüht wird. Das Leben ist heilig, es ist zu schützen und möglichst zu verlängern - jedwede Bedrohung des Lebens ist vorzukehren. Der Tod bleibt immer noch etwas Fremdes, er ist kein Ziel und nicht erstrebenswert. Auch in Einrichtungen, in denen oft gestorben wird wie in Krankenhäusern und in Pflegeheimen, bilden Sterben und Tod nicht die eigentliche Zielorientierung, sondern leiten sich höchstens aus der Aufgabenstellung der Heilung und Unterbringung ab.