Datenreport 2021.

Einnahmen, Ausgaben und Ausstattung privater Haushalte, private Überschuldung

Wie unterscheiden sich die Lebensbedingungen in Deutschland? Auskunft hierzu geben die Einnahmen, Ausgaben und die Ausstattung privater Haushalte in Verbindung mit sozioökonomischen Merkmalen. Wie hoch sind die Einkommen und Einnahmen privater Haushalte und aus welchen Quellen stammen sie? Wofür wird das Geld verwendet? Das folgende Kapitel zeigt auch, inwieweit sich die Einkommens- und Ausgabenstrukturen verschiedener Haushaltsgruppen unterscheiden und welche traditionellen und neuen technischen Gebrauchsgüter die Haushalte besitzen.

Datenbasis für die Angaben in den Abschnitten 6.1.1 bis 6.1.4 sind die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Abschnitt 6.1.5 liegen die Ergebnisse der Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) zugrunde. Abschnitt 6.1.6 zur Internetnutzung basiert auf den Ergebnissen der Erhebung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT).

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Was sind private Haushalte?

Als Privathaushalt gelten Personen, die zusammenwohnen und gemeinsam wirtschaften, die in der Regel ihren Lebensunterhalt gemeinsam finanzieren beziehungsweise die Ausgaben für den Haushalt teilen. Zu einem Privathaushalt gehören auch die vorübergehend abwesenden Personen, beispielsweise Berufspendlerinnen und -pendler, Studierende, Auszubildende, Personen im Krankenhaus und im Urlaub. Entscheidend ist, dass die Person nur vorübergehend abwesend ist und normalerweise im Haushalt wohnt und lebt. Personen, die in einem Haushalt nur für sich selbst wirtschaften (Alleinlebende oder Wohngemeinschaften ohne gemeinsame Haushaltsführung), gelten als eigenständige Privathaushalte. Untermieterinnen und -mieter, Gäste und Hausangestellte gehören nicht zum Haushalt.

Darstellung der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden standardmäßig für unterschiedliche Haushaltsgruppen dargestellt. Die Gruppierung der Haushalte erfolgt dabei beispielsweise nach Haushaltsgröße (Anzahl der Personen im Haushalt), Haushaltstyp (Alleinlebende, Alleinerziehende, Paare ohne oder mit Kind[ern], sonstige Haushalte), monatlichem Haushaltsnettoeinkommen sowie Alter der Haupteinkommensperson, also derjenigen Person, die den größten Beitrag zum Haushaltsnettoeinkommen beisteuert. Als Kinder zählen alle ledigen Kinder unter 18 Jahren (auch Adoptiv- und Pflegekinder) der Haupteinkommenspersonen oder deren (Ehe-)Partnerinnen und (Ehe-)Partner beziehungsweise gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerinnen und -partner. Gehören volljährige Kinder oder andere Personen ab 18 Jahren zum Haushalt, dann zählt dieser Haushalt zu den sogenannten sonstigen Haushalten. Einige der Merkmale (zum Beispiel das Alter) sind personengebunden und beziehen sich auf die Haupteinkommensperson. Dabei ist zu beachten, dass die Ergebnisse dennoch immer für den Haushalt als Ganzes und nicht für die Einzelperson ausgewiesen werden.

Laufende Wirtschaftsrechnungen
Bei dieser freiwilligen amtlichen Haushaltserhebung werden rund 8.000 private Haushalte jährlich unter anderem zu ihren Einnahmen und Ausgaben sowie zu ihrer Ausstattung mit Gebrauchsgütern befragt. Haushalte aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten nehmen an den Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR) teil. Ausgenommen sind Haushalte von Selbstständigen und Landwirtinnen beziehungsweise Landwirten sowie Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 18.000 Euro und mehr.

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist mit einem Erhebungsumfang von rund 60.000 Haushalten die größte freiwillige Haushaltserhebung. Sie findet alle fünf Jahre statt und ist aufgrund des großen Stichprobenumfangs in besonderem Maße geeignet, tief gegliederte Ergebnisse über die Einnahmen und Ausgaben, die Vermögensbildung, die Ausstattung mit Gebrauchsgütern und die Wohnsituation für die unterschiedlichen Haushaltsgruppen abzubilden. Ergebnisse für Haushalte, deren monatliches Nettoeinkommen 18.000 Euro und mehr beträgt, bleiben unberücksichtigt, da diese nicht beziehungsweise in viel zu geringer Zahl an der Erhebung teilnehmen. Seit 2018 gilt dies bei den Ergebnissen für die Einnahmen und Ausgaben jedoch nur für jene Haushalte, die regelmäßig über ein so hohes monatliches Haushaltsnettoeinkommen verfügen. Haushalte, die ausnahmsweise über dieser "Einkommensabschneidegrenze" lagen, werden berücksichtigt. Ausnahmen sind beispielsweise Einmalzahlungen (wie Erbschaften, Steuerrückzahlungen oder Erstattungen privater Versicherungen, Abfindungen oder Sonderzahlungen des Arbeitgebers), Saisoneffekte (zum Beispiel untypisch hohe Erlöse beziehungsweise Entnahmen aus dem Betriebsvermögen durch Selbstständige wie die private Nutzung des Firmenwagens in den Berichtsmonaten) oder eine sogenannte unterstellte Miete bei selbst genutztem Wohneigentum (bei Eigentümerhaushalten, siehe Abschnitt 6.1.1, Info 2).

Ein weiteres Thema dieses Kapitels ist die private Überschuldung. Hier liefert die amtliche Statistik Informationen zur Situation privater Schuldnerinnen und Schuldner, die ein Insolvenzverfahren oder die Hilfestellung einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch genommen haben. Die Daten in Abschnitt 6.1.7 beruhen auf den Auskünften der Insolvenzgerichte und den Angaben der Schuldnerberatungsstellen.

Autor(en): Sylvia Behrends, Susanna Geisler, Kristina Kott, Michael Ziebach
Herausgeber: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Datenreport: Kapitel 6.1.1

Bruttoeinkommen privater Haushalte - Struktur und regionaler Vergleich

Ein erster Indikator für die Einkommens- und Ausgabensituation privater Haushalte ist das Haushaltsbruttoeinkommen, das sich aus verschiedenen Einkommensarten zusammensetzt.

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Datenreport: Kapitel 6.1.2

Nettoeinkommen privater Haushalte

Die Bruttoeinkommen lassen nur begrenzt auf die tatsächlich verfügbaren Einkommen der Haushalte schließen, da sie noch die abzuführenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträge enthalten.

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Datenreport: Kapitel 6.1.3

Verfügbares Einkommen privater Haushalte und Verwendung

Zur Berechnung der "ausgabefähigen Einkommen und Einnahmen" werden zum Haushaltsnettoeinkommen die Einkünfte aus dem Verkauf von Waren und sonstige Einnahmen addiert.

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Datenreport: Kapitel 6.1.4

Struktur der Konsumausgaben

Wofür verwendeten die privaten Haushalte 2018 ihre monatlichen Konsumausgaben von durchschnittlich 2.704 Euro? Den größten Teil ihres Konsumbudgets gaben die Haushalte für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung aus.

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Datenreport: Kapitel 6.1.5

Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern

Aus der Verfügbarkeit ausgewählter Gebrauchsgüter in den privaten Haushalten Deutschlands lassen sich in gewisser Weise auch Aussagen über den materiellen Lebensstandard dieser Haushalte treffen.

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Datenreport: Kapitel 6.1.6

Internetnutzung

Wie sehr prägt die Digitalisierung das Leben der privaten Haushalte? Die Verfügbarkeit von Breitbandinternet, hoher Rechenleistung und mobilen Geräten hat auch das Privatleben tiefgreifend verändert.

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Datenreport: Kapitel 6.1.7

Überschuldung und Privatinsolvenz

Überschuldung ist mehr als ein gesellschaftliches Randphänomen. Bei Personen, die als absolut überschuldet gelten, sind die Zahlungsrückstände so gravierend, dass als letzter Ausweg nur die Privatinsolvenz bleibt.

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