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13.10.2006 | Von:
Watzal, Ludwig

Editorial

Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus schlagartig ins Zentrum des sicherheitspolitischen Denkens gerückt. Daneben gibt es aber noch weitere Bedrohungsszenarien.

Die Sicherheitspolitik eines Staates umfasst alle Maßnahmen, die zur Gefahrenabwehr von außen nötig sind. Bis zum Ende des Kalten Krieges war das Sicherheitsdenken stark durch die gegenseitige atomare Abschreckung zwischen den antagonistischen Systemblöcken geprägt. Nach dem Ende dieser Epoche setzte sich peu à peu ein erweiteter Sicherheitsbegriff durch. Die Bedrohungsvorstellungen waren nun nicht mehr ausschließlich militärischer Natur, sondern andere reale Gefahren bestimmten zunehmend das Sicherheits- und damit auch das außenpolitische Denken.

Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 trat die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus schlagartig ins Zentrum des sicherheitspolitischen Denkens. Daneben gibt es weitere Bedrohungsszenarien wie die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren Trägertechnologien, Organisierte Kriminalität (Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel), Ressourcenknappheit, Illegale Migration, Epidemien und Pandemien wie z.B. Aids, Umweltkatastrophen, die Gefahren, die durch die neuen Informationstechnologien entstanden sind, sowie Instabilitäten durch so genannte "failed states".

Mit den genannten Bedrohungen kann kein Staat alleine fertig werden. Deutschland hat als exportabhängiges Land ein vitales Interesse daran, dass die internationale Ordnung mit ihren Organisationen und deren Regeln funktionsfähig ist. Dass im Zweifel auch militärische Mittel eingesetzt werden müssen, um die Aufrechterhaltung des internationalen Ordnungssystems sicherzustellen, ist die Konsequenz dieses Interesses. Folglich engagiert sich Deutschland in Afghanistan, auf dem Balkan, dem Horn von Afrika, im Kongo und seit kurzem im Nahen Osten.