beleuchteter Landschaftspark Duisburg Nord am Abend

Sektion 11: Globale Gerechtigkeit - Post-Wachstumsökonomie

Eine grüne Positionsleuchte ist am 20.11.2014 im Hafen in Hamburg vor den Containerterminals Burchardkai (l) und Eurogate zu sehen. Im Hintergrund verläuft die Köhlbrandbrücke. (© picture alliance / dpa)
Auf dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro wurde Nachhaltigkeit als normatives, internationales Leitprinzip der Staatengemeinschaft anerkannt und in der Agenda 21 als Grundprinzip verankert. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung basiert auf der Verknüpfung ökologischer, ökonomischer und sozialer Überlegungen. Es wurzelt in der Idee einer weltumspannenden Gerechtigkeit: Gerechtigkeit hinsichtlich der Verteilung und Nutzung von Ressourcen, Gerechtigkeit zwischen der jetzigen und späteren Generationen, Gerechtigkeit zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung hat also die langfristige menschenwürdige Gestaltung der "einen Welt" als Grundgedanken. Allerdings wird die Frage, wie dies zu erreichen sei, sehr unterschiedlich beantwortet. Die einen glauben, dass durch technischen Fortschritt Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit erreicht werden kann, andere sind der Überzeugung, dass wir uns vom Wachstumsgedanken verabschieden müssen, und streben eine Postwachstumsökonomie an. Sie zweifeln daran, dass sich der Wohlstand einer Bevölkerung nur im Bruttoinlandsprodukt pro Kopf messen lässt, und verweisen auf Länder wie Bhutan oder Ecuador, die das Glück ihrer Bevölkerung messen und es als Staatsziel in ihrer Verfassung verankert haben.

Einigkeit besteht darin, dass sich eine weltweite nachhaltige Entwicklung nur durch einen Mentalitätswandel in den Bevölkerungen erreichen lässt, weshalb die UN die Jahre 2005 bis 2014 zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen hatte. Ist das eine realistische Vorstellung? Lassen sich auf diese Weise Konsumbedürfnisse reduzieren, oder widerspricht das "Verzicht leisten" der Natur des Menschen, die eher nach immerwährendem Wachstum strebt? Welche Rolle spielen Bildungsmaßnahmen bei dem Versuch das Wohlstandsgefälle zwischen der Nord- und Südhalbkugel auszugleichen? Welche Ergebnisse hat die UN-Dekade erzielt?

Referenten
  • Dr. Nils aus dem Moore, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung
  • Michael Braungart, Lehrstuhl für Cradle to Cradle Innovation und Qualität, Rotterdam School of Management (Erasmus Universität), Universität Twente und Lüneburg, EPEA Hamburg
  • Dr. Christa Henze, Universität Duisburg-Essen
  • Dr. Eugen Pissarskoi, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
Moderation: Kathrin Latsch, Journalistin und Autorin


Den Bericht unserer Blogredaktion zu Sektion 11 finden Sie hier.




Soziale Ungleichheit lässt sich in allen Gesellschaften wiederfinden. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschärft. Wesentliche Gründe liegen in den steigenden Anforderungen der Informations- und Dienstleistungsgesellschaft sowie der Globalisierung.

Mehr lesen

Hier erfahren Sie mehr über die 60-jährige Geschichte der Bundeszentrale für politische Bildung, die anfangs noch Bundeszentrale für Heimatdienst hieß und vor allem das Demokratiebewusstsein in der jungen Republik verankern sollte.

Mehr lesen