beleuchteter Landschaftspark Duisburg Nord am Abend

ruhrbarone am 20.03.2015

Keine Metropole, keine Stadtentwicklung?

Über die Rolle von Städten und Stadtentwicklung wurde am heutigen Morgen nicht nur auf dem BuKo sondern auch in der Duisburger Innenstadt diskutiert: Auf dem Kongresspodium stellten Experten ihre Thesen zum Thema Stadt vor. In der Beekstraße im Café ANNE ECKE in der Duisburger Innenstadt schauten sich Bürgerinnen und Bürger die Diskussion per Stream an und unterhielten sich im Anschluss.

Benjamin R. Barber, der gestern schon die Keynote des Kongresses hielt, vertiefte seine Thesen zur Stadt. Aus seiner Sicht sollen sich die Städte zusammenschließen und gemeinsam agieren. Die Städte erkennen laut Barber Realitäten früher als Staaten. Regina Bittner vom Bauhaus Kolleg Dessau brachte die internationale Perspektive in die Diskussion und erzählte von Initativen in verschiedenen Städten, in denen sich die Bürger engagieren. Uli Hellweg, der für die "Internationale Bauausstellung" in Hamburg tätig war, sprach über Stadtentwicklung in Hamburg. Aus seiner Sicht ist die soziale Durchmischung in Stadtteilen notwendig. Für die ärmeren Quartiere sind laut Hellweg gute Bildungsinstitutionen besonders wichtig. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft sprach vor allem über Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Um die Preise stabil zu halten, wären Bauprojekte notwendig. Diese würden teilweise von den "Recht auf Stadt" Projekten verhindert. Als Beispiel wurde das Tempelhofer Feld in Berlin genannt.



Für Duisburg als Kongressort und das Ruhrgebiet als "Metropolregion" war die Podiumsdiskussion nur in Teilen anschlussfähig. Ansteigende Mieten und Verdrängung sind in der Region, wenn überhaupt, nur Randphänomene. Dies spiegelte sich auch in der Diskussion wider, die in der Innenstadt geführt wurde. Aktive aus verschiedenen Initiativen wie "DU it yourself" oder vom örtlichen Bauwagenplatz berichteten über ihre Probleme im Umgang mit offiziellen Stellen der Stadt Duisburg. "Immer wieder werden uns Steine in den Weg gelegt", sagte eine Duisburgerin bei der Diskussion.

Die Idee, den Kongress per Livestream in die Stadt zu tragen, war gut. Allerdings fehlte eine lokale Stimme auf dem Podium, die Probleme im Ort hätte ansprechen können. So eine Ergänzung hätte dabei helfen können, die Diskussion zum Thema Stadtentwicklung und Ungleichheit zu erden und stärker in die Praxis zu überführen.

von Sebastian Weiermann
Die ruhrbarone sind Kooperationspartner des Medienbunker Duisburg, der für den 13. Bundeskongress Politische Bildung die Videoreihe "Das sagt Du!" produziert.

Übertragung von Sektion 3: "Entwicklung der Städte"



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