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10.3.2006 | Von:
Roland Götz

Deutschland und Russland - "strategische Partner"?

Ausblick

Deutschland und Russland befinden sich in einem evolutionären Prozess der Annäherung, der weit über die wirtschaftliche und außenpolitische Kooperation hinausreicht. Dem kommt zugute, dass es in den bilateralen Beziehungen keine großen Konflikte gibt. Auch die noch enger werdenden Energiebeziehungen können angesichts der starken gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit kein Grund zur Sorge sein. Verstimmungen werden auch künftig zu Tage treten, wenn von deutscher Seite eine deutlichere Entwicklung Russlands hin zu Demokratie und Marktwirtschaft angemahnt und von russischer Seite dafür wenig Verständnis gezeigt wird.

Die beabsichtigte "strategische Partnerschaft" zwischen Russland und Deutschland wird ihr Potenzial nicht ausschöpfen, solange von einer der beiden Seiten darunter im Wesentlichen nur eine sich auf bestimmte Kooperationsfelder beschränkende Interessenallianz verstanden wird. Die Qualität der deutsch-russischen Beziehungen wird davon abhängen, ob in Russland künftig diejenigen Kräfte tonangebend werden, die einen "besonderen russischen Weg" befürworten, oder diejenigen, die für eine weitere Annäherung an Europa eintreten.

Bei einigen östlichen Nachbarn Deutschlands entstand der falsche Eindruck einer deutsch-russischen Verständigung auf ihre Kosten. Durch Einbeziehung aller betroffenen Staaten über deutsche Initiativen und Entscheidungen der Russlandpolitik kann die Kommunikationsschieflage korrigiert werden, die durch das Übergewicht rein bilateraler deutsch-russischer Treffen und Konsultationen entstanden ist.



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