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Neue Kartografien, neue Geografien

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Neue Kartografien, neue Geografien Weltbilder im digitalen Zeitalter

Georg Glasze

/ 19 Minuten zu lesen

Die digitalen Karten auf unseren Smartphones sind sichtbares Element einer weitreichenden Transformation: Herstellung, Vermittlung und Nutzung geografischer Informationen verändern sich derzeit grundlegend. Welche Weltbilder, welche Geografien entstehen im digitalen Zeitalter?

Bilder der Welt und damit nicht zuletzt Karten spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung und Vermittlung grundlegender Vorstellungs- und Deutungssysteme – also von Weltbildern in einem metaphorischen Sinn. Der Evidenzeffekt von Karten, also ihre Augenscheinlichkeit, führt dazu, dass sie vielfach in höherem Maße als Texte als "wahr", das heißt als Abbildungen einer bestimmten Wirklichkeit, interpretiert werden. Auch die Etablierung der Kartografie als Wissenschaft war eng verknüpft mit der Vorstellung, immer perfektere Abbilder der Erde schaffen zu können.

Allerdings wird die Idee einer kartografischen "Abbildung" seit den 1980er Jahren als modernistischer Mythos kritisiert. Diese sozial- und kulturwissenschaftlich orientierte, kritische Kartografieforschung betont, dass Karten immer in einem spezifischen soziotechnischen Kontext entstehen. Dieser prägt, welche Bilder der Welt hergestellt werden – und welche nicht. Karten oder, weiter gefasst, die ihnen zugrunde liegenden Geoinformationen sind also nicht einfach Abbilder der Welt, sondern (Re-)Produzenten von Weltbildern. Neuere Ansätze zeigen darüber hinaus, dass die Techniken und Praktiken der Kartografie und Geoinformation nicht nur Bilder der Welt prägen, sondern auch unsere physischen Lebenswelten mit formen.

Im Folgenden werden zunächst die Ansätze einer sozial- und kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Karten und Geoinformationen vorgestellt. Anschließend werden wichtige Bausteine der soziotechnischen Transformation der Kartografie sowie des gesamten Feldes der Geoinformation im 20. und 21. Jahrhundert beschrieben, um abschließend zu diskutieren, welche Weltbilder heute in den sogenannten Neokartografien und Neogeografien des digitalen Zeitalters entstehen.

Jenseits der Karte

Unter dem Schlagwort der "Kritischen Kartografie" hat sich seit den 1980er Jahren eine sozial- und kulturwissenschaftliche Kartografieforschung entwickelt, welche die gesellschaftliche Einbettung von Kartografie und Karten sowie die Bedeutung der Kartografie für die (Re-)Produktion bestimmter Weltbilder untersucht. In jüngerer Zeit rücken dabei vermehrt auch die Praktiken, Konventionen und Techniken des Kartenmachens und -gebrauchens ins Blickfeld sowie die Frage, wie diese "in der Welt arbeiten".

Der Geograf und Kartografie-Historiker Brian Harley bemühte sich seit den 1970er Jahren, historische Karten nicht einfach als Abbilder historischer Situationen zu interpretieren, sondern als Dokumente, die innerhalb ihres spezifischen gesellschaftlichen Kontextes verstanden werden müssen. In seinem bekanntesten Aufsatz "Deconstructing the Map" von 1989 benennt Harley die Konsequenzen bestimmter sozialer Strukturen auf die Art und Weise, wie Karten produziert werden: "Monarchen, Ministerien, Institutionen des Staates, die Kirche haben alle Kartierungsprogramme für ihre eigenen Zwecke initiiert." Zum anderen spricht er von der "internen Macht" des "kartografischen Prozesses". Harley lässt sich hier von den Schriften der Philosophen Michel Foucault und Jacques Derrida anregen und betont, dass Karten unweigerlich immer ein bestimmtes Bild der Welt präsentieren und damit bestimmte (soziale) Wirklichkeiten herstellen – und mögliche andere "verschweigen".

Um dies zu untersuchen, schlägt Harley vor, Karten ähnlich wie Texte zu analysieren. Dabei soll von den Regelmäßigkeiten in der Gestaltung von Karten auf die impliziten Regeln der Kartografie geschlossen werden: Was wird im Zuge der Generalisierung hervorgehoben, was wird nicht dargestellt? Welche Bezeichnungen werden verwendet? Welche Grenzen werden gezogen? Welche Orte werden ins Zentrum der Karte gerückt? Wie wird die dreidimensionale Erde auf die zweidimensionale Karte projiziert, zum Beispiel winkel- oder flächentreu? Als eine Regelmäßigkeit und diskursive Regel der Kartografie identifiziert Harley beispielsweise das Prinzip der Ethnozentrizität von Karten – also die Regel, dass der Ort des Eigenen ins Zentrum von Karten gesetzt wird. So ist es kein Zufall, dass die moderne europäische Kartografie genordete, eurozentrierte Karten hervorgebracht hat.

Als eine weitere Regel beschreibt Harley die "Regel der sozialen Ordnung". Dabei geht er davon aus, dass Karten implizit die Prinzipien der sozialen Ordnung ihres Entstehungskontextes reproduzieren: "Häufig dokumentiert der Kartenproduzent genauso eifrig die Konturen des Feudalismus, die Umrisse der religiösen Hierarchien oder die Schritte auf den Stufen der sozialen Klasse wie eine Topografie der physischen und menschlichen Umwelt." In den Karten werden damit bestimmte soziale Wirklichkeiten (re-)präsentiert. Ganz im Sinne der Diskursforschung geht Harley davon aus, dass diese Praktiken nicht auf bewussten Entscheidungen einer Kartografin oder eines Kartografen beruhen, sondern dass diese letztlich unbewusst gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten reproduzieren – mit anderen Worten: diskursive Regeln.

Dies lässt sich anschaulich illustrieren: So heben topografische Karten in Deutschland beispielsweise christliche Kirchen durch eine Signatur hervor. Andere religiöse Bauten werden hingegen nicht mit einer Signatur dargestellt und somit in der Regel kartografisch "verschwiegen". Für Synagogen oder Moscheen existieren in der amtlichen Kartografie in Deutschland bislang keine Signaturen – im Sinne Harleys eine Konsequenz der vorherrschenden sozialen Ordnungen, in diesem Fall der "religiösen Hierarchien".

In Weiterführung der sozial- und kulturwissenschaftlichen Kartografieforschung hat sich seit Ende der 1990er Jahre zunächst in der englischsprachigen Sozial- und Kulturgeografie ein Forschungszusammenhang entwickelt, der den Blick in noch höherem Maße auf die Prozesse "vor und nach" der Karte lenkt – beyond the map. Diese Arbeiten beziehen viele Anregungen aus der sozialwissenschaftlichen Wissenschafts- und Technikforschung. Ins Blickfeld rücken hier die Praktiken, Konventionen und Techniken, mit denen Karten hergestellt und verwendet werden.

So hat der Wissenschaftssoziologe Bruno Latour gezeigt, welche Rolle die Kartografie seit der Neuzeit bei der Produktion wissenschaftlichen Wissens und damit von Autorität in den europäischen Machtzentren spielte und wie sie genutzt wurde, um "in der Welt zu arbeiten". Latour stellt dar, wie theoretische Ansätze der Kartografie sowie Kartierungstechniken und -instrumente wie Sextanten mit disziplinären Praktiken des Handels wie den standardisierten Techniken, mit denen Seefahrer räumliche Informationen erkunden, erfassen und sichern, zusammenwirkten und dadurch ermöglichten, dass systematisch Informationen von entfernten Orten gesammelt wurden. Karten schufen damit eine Voraussetzung für internationalen Handel, territoriale Expansion und globale Kolonisation.

Die sozialwissenschaftliche Wissenschafts- und Technikforschung stellt also eine konzeptionelle Perspektive zur Verfügung, die es ermöglicht herauszuarbeiten, wie die Praktiken, Techniken und Konventionen sowohl der traditionellen Print-Kartografie als auch der neueren digitalen Verarbeitung und Präsentation von Geoinformationen in der Welt wirksam werden und die Welt verändern.

Satellitengestützte Fernerkundung

Die Bilder der Erde, die im Zuge der Entwicklung von Luftfahrt und Fotografie zunächst von Heißluft-Ballons und Flugzeugen, im 20. Jahrhundert dann auch von Satelliten aufgenommen wurden, läuteten eine neue Ära der (Re-)Präsentation der Erdoberfläche ein. Obwohl räumliche (Re-)Präsentationen aus der Vogelperspektive seit vorhistorischer Zeit bekannt sind, war die kartografische Darstellung dabei in der Regel auf die Vorstellung und gegebenenfalls die mathematische Konstruktion angewiesen.

Früh nutzten die westlichen Nationalstaaten die neuen Techniken und unterstützten deren Weiterentwicklung. So setzte beispielsweise die französische Armee bereits 1794 erstmals einen Aufklärungsballon ein. Während des Ersten Weltkrieges trieb das Militär die Entwicklung der Luftbildfotografie voran, die nach wie vor für alle Arten von Spionage eingesetzt wird. Luftbildfotografie eröffnete damit neue Erkundungsmöglichkeiten für technisch hochentwickelte Staaten und stellt bis heute eine Herausforderung für die Souveränität anderer Staaten dar.

Die Entwicklung der satellitengestützten Fernerkundung ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde zunächst vor allem von den Regierungen der USA und der Sowjetunion vorangetrieben. Der Start des ersten Satelliten "Sputnik 1" 1957 durch die Sowjetunion markierte den Beginn einer neuen Phase der Fernerkundung, da die Akzeptanz dieses Satelliten beziehungsweise das Ausbleiben eines Protests seitens der US-Regierung sowie anderer Regierungen die Grundlage für das Recht auf freien Überflug im Weltraum schuf – die sogenannte Open Sky Doctrine. Nur zwei Jahre später, 1959, schickte die CIA den ersten Spionagesatelliten ins Weltall.

Satellitengestützte Fernerkundung hat das Bild der Erde verändert: Erstens fordern die Bilder der gesamten, grenzenlosen Erdoberfläche das Konzept der territorialen Souveränität heraus. Ob dies als Zeitalter einer "globalen Transparenz" zu feiern oder als Ära einer globalen Überwachung aller durch wenige zu fürchten ist, ist eine Frage des (geo)politischen Standpunktes. Mithilfe der Fernerkundung können sich entfernte Beobachterinnen und Beobachter teilweise mehr geografische Informationen erschließen, als Akteuren in den beobachteten Territorien vorliegen. Dies ist nicht zuletzt deshalb relevant, weil die wichtigsten Organisationen der Satellitenindustrie bis heute in wenigen Ländern zumeist des globalen Nordens verortet sind.

Zweitens hat die Verfügbarkeit von Bildern aus dem Weltall Vorstellungen der Erde als endliche, aber grenzenlose Heimstätte der Menschheit befördert: Die von Satelliten und den Mondflügen aufgenommenen Bilder eines strahlend blauen Planeten vor der Dunkelheit des unendlichen Weltraums wurden zu einem wichtigen Symbol für transnational-globale Umweltbewegungen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges beschleunigte sich die Verfügbarkeit von Satellitenbilddaten: Die Regierungen der USA und der Sowjetunion beziehungsweise Russlands gaben riesige Mengen von Daten zur zivilen Nutzung frei. Schrittweise hoben die USA Beschränkungen für die kommerzielle Satellitenindustrie auf. Es entwickelte sich eine Situation der zunehmenden wirtschaftlichen Konkurrenz der US-amerikanischen Anbieter mit Satellitenbildanbietern beispielsweise in Frankreich und Kanada. Satellitenbilddaten sind heute wichtiger Teil der rasch wachsenden Verfügbarkeit digitaler, geografisch referenzierter Daten (Geodaten).

Digitale Geografien: GIS, GPS und Geoweb

Seit den 1960er Jahren wurde die analoge Print-Kartografie rasch und umfassend von der digitalen Kartografie und schließlich von Geografischen Informationssystemen (GIS) verdrängt. Letztere ermöglichen es, Geodaten computergestützt zu erfassen, zu speichern, zu analysieren und zu präsentieren. Die Karte steht damit nicht länger im Mittelpunkt, sie wird zu einer Präsentationsform digitaler Geoinformationen. GIS wurden und werden für verschiedene Zwecke verwendet und dies zu großen Teilen außerhalb der etablierten Organisationen der staatlichen und wissenschaftlichen Kartografie: Marktforschungsunternehmen nutzen GIS für Standortanalysen, die Polizei verwendet GIS für die räumliche Analyse von Verbrechensdaten, Städte und Gemeinden setzen sie für die Flächennutzungsplanung ein. Nicht zuletzt war und ist das Militär und insbesondere das US-Militär ein wichtiger Anwender und Förderer der technischen Fortentwicklung von GIS. GIS haben die alten topografischen Karten als Grundlage militärischer Operationen abgelöst, virtuelle 3D-Landschaftsmodelle in GIS ermöglichen die präzise Navigation militärischen Geräts.

Das US-Militär war auch ein wichtiger Akteur bei der Entwicklung einer weiteren soziotechnischen Innovation, welche grundlegend für die Transformation von Kartografie und weiterer Geoinformation im 21. Jahrhundert sein sollte: Das Navstar Global Positional System (GPS) ermöglicht elektronischen Empfängern weltweit, ihre Position in Länge- und Breitengrad mittels Funksignalen von Satelliten zu bestimmen. Es wurde seit 1970 als sogenannte Dual-use-Technologie für militärische und zivile Zwecke entwickelt und ist seit 1995 funktionsfähig. Bis 2000 wurde zwischen einem Signal mit hoher Genauigkeit für das US-Militär und einem öffentlichen Signal mit limitierter Genauigkeit differenziert. Mit der Freigabe des präzisen Signals ermöglichte die US-Regierung einen Boom neuer Navigationsdienste sowie die Entwicklung weiterer sogenannter location based services. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, die spezifisch für bestimmte Orte angeboten werden, wie etwa ortsbezogene Werbung über GPS- und internetfähige Smartphones sowie das Verfolgen (tracking) der räumlichen Mobilität von Personen oder Objekten.

Auch die Ursprünge des Internet können unter anderem auf verschiedene Initiativen der US-Regierung in den 1960er Jahren zurückgeführt werden, die darauf abzielten, ein robustes und fehlerresistentes Computernetzwerk zu etablieren. Im Zuge der Zusammenführung mehrerer solcher Netzwerke und der Aufhebung von Restriktionen für deren kommerzielle Nutzung entwickelte sich in den 1990er Jahren das Netzwerk, das wir heute Internet nennen. Zahlreiche Autorinnen und Autoren differenzieren eine frühe Phase des Internet als Web 1.0 und eine spätere Phase ab etwa 2004 als Web 2.0. Während für das Web 1.0 tendenziell eher statische Internetseiten sowie eine geringe Anzahl an Produzenten charakteristisch waren, zeichnet sich das Web 2.0 durch Interaktion und Kollaboration und folglich durch den Boom des user generated content aus.

Die Techniken und Praktiken von GIS, die wachsende Verfügbarkeit digitaler Geodaten infolge der GPS-Technik und der Entwicklung einer kommerziellen Satellitenbildindustrie sowie die zunehmend einfache Nutzung des Internets über Desktop- und mobile Computer (Smartphones) sind die wichtigsten Bausteine für die Entwicklung des sogenannten Geoweb – und somit für die grundlegende Transformation von Geoinformation und kartografischer (Re-)Präsentation im digitalen Zeitalter. Der Begriff "Geoweb" wird genutzt, um die wachsende Bedeutung von Geodaten für das Internet sowie den Boom neuer webbasierter Technologien, die Geodaten nutzen und vielfach produzieren, zu beschreiben. Bekannte Beispiele sind virtuelle Globen wie insbesondere Google Earth und virtuelle Kartendienste wie Google Maps, OpenStreetMap oder Here.

Zunehmend wird im Geoweb geformt, was wir über Orte und Räume der Erde wissen und wie wir in der Welt agieren. Die Entwicklung des Geoweb wurde und wird in hohem Maße von Unternehmen bestimmt, die bis vor wenigen Jahren wie etwa Google oder TomTom keinen Bezug zu Geoinformation und Kartografie hatten oder noch überhaupt nicht existierten. Gleichzeitig ermöglicht der Kontext des Web 2.0 die Entwicklung von nichtkommerziellen, offenen Projekten wie OpenStreetMap und Wikimapia, in denen Tausende Freiwillige geografische Informationen erheben, organisieren und präsentieren – sogenannte volunteered geographic information.

Google, der sicherlich wichtigste Akteur des Geowebs, kaufte im Jahr 2004 das Start-up "Where2Technologies", das eine benutzerfreundliche Web-Oberfläche zur Präsentation geografischer Informationen geschaffen hatte. Google entwickelte die Software zu Google Maps weiter, das nach dem Start 2005 rasch zur meist genutzten digitalen Kartenplattform wurde. Google Maps bietet inzwischen neben Online-Karten beispielsweise auch fotorealistische Panoramen von Straßenzügen sowie Routenplanung und Verkehrsinformationen in Echtzeit. Ebenfalls 2004 kaufte Google das Unternehmen Keyhole Inc., das auf der Basis einer Videospiel-Software einen virtuellen Globus aus Satellitendaten und Luftbildern entwickelt hatte und zeitweise von der CIA gefördert worden war. Auf der Basis der Keyhole-Software entwickelte Google den virtuellen Globus Google Earth, der 2005 online ging und einer breiten Öffentlichkeit fotorealistische Bilder der Erde in einer bis dahin unbekannten Qualität, Quantität und Abdeckung bietet.

Bereits wenige Monate nach dem Start von Google Maps wurde das Programm von einem kalifornischen Informatiker gehackt und genutzt, um Immobilienangebote in Kalifornien räumlich differenziert zu präsentieren. Google erkannte, dass die Zusammenführung der Google-Basiskarte mit allen möglichen Arten weiterer georeferenzierter Daten neue Dienstleistungen ermöglicht und viele neue Nutzerinnen und Nutzer zu Google führt. Rasch schuf das Unternehmen eine Schnittstelle, die solche Zusammenführungen erleichtert und auch Menschen ohne Programmier- oder Kartografieausbildung ermöglicht, sogenannte map mashups zu schaffen. Auch wenn die Kartendienste von Google derzeit zumindest für die nichtkommerzielle Nutzung kostenfrei verfügbar sind, bleiben die zugrunde liegenden Geodaten allerdings nicht zugänglich und im Besitz des Unternehmens.

Bei offenen Geoweb-Projekten wie dem besonders erfolgreichen OpenStreetMap-Projekt (OSM) sind diese Daten hingegen frei verfügbar. OSM präsentiert sich auf der eigenen Webseite als "Projekt mit dem Ziel, eine freie Weltkarte zu erschaffen" – vielfach wird OSM auch als "Wikipedia der Kartografie" bezeichnet. Gestartet wurde das Projekt ebenfalls 2004 durch einen britischen Informatikstudenten, der frustriert war von der restriktiven Lizenzpolitik des staatlichen britischen Kartografiedienstleisters Ordnance Survey. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen der OpenData-Bewegung in London schuf er die notwendige Infrastruktur zum Start des Projekts. Mapping parties in immer mehr Regionen brachten neue Freiwillige zu dem Projekt, die auf der Basis von selbst erhobenen GPS-tracks und Beobachtungen im Gelände Geodaten beitrugen. Die gesamten OSM-Geodaten sind frei nutzbar und bilden die Grundlage für zahlreiche Kartendienste und andere raumbezogene Dienstleistungen. Zehn Jahre nach dem Start von OSM übertrifft die Datendichte und Aktualität der OSM-Geodaten in vielen Regionen das Angebot staatlicher und kommerzieller Anbieter.

Neue Kartografien – neue Geografien?

Die skizzierte Transformation von Geoinformation und kartografischer (Re-)Präsentation im digitalen Zeitalter wird vielfach mit den Begriffen "Neokartografie", volunteered geographic information sowie "Neogeografie" beschrieben. Welche Aspekte betonen diese Begriffe und inwiefern können sie sinnvoll voneinander unterschieden werden?

Interessanterweise ist Neokartografie dabei bislang der am wenigsten prominente Begriff. Erstens werden damit die Veränderung der Techniken kartografischer (Re-)Präsentation bezeichnet, insbesondere die zunehmende Dynamik in diesem Bereich: Karten werden zu einer volatilen Präsentation dynamischer Datenströme. Die International Cartographic Association hat 2011 eine Kommission zur Neokartografie etabliert und betont dabei zweitens vor allem soziale Aspekte: So haben die "Neokartografen" in der Regel keinen traditionellen Kartografiehintergrund; bei den neokartografischen Praktiken verschwimmen die traditionellen Grenzen zwischen Kartenerstellerinnen und -nutzern.

Der Begriff der volunteered geographic information (VGI) wurde zunächst von dem US-amerikanischen Geografen und GIS-Spezialisten Michael Frank Goodchild geprägt und wird inzwischen in zahlreichen Publikationen und Forschungsprojekten aufgegriffen. Goodchild betont das freiwillige Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger ohne akademisch-geografische (oder kartografische) Ausbildung für die Herstellung geografischer Informationen. Der Begriff der VGI ist somit einerseits enger gefasst als Neokartografie, weil er ausschließlich auf die freiwillige (und wie einige neuere Definitionen betonen: intendierte) Sammlung und Organisation geografischer Information abhebt. Gleichzeitig ist er insofern weiter gefasst, als seine Definition über kartografische (Re-)Präsentationen hinausgeht und die komplexen Prozesse der Erstellung, Verarbeitung und Präsentation von Geodaten ins Blickfeld rückt.

Relativ weit verbreitet ist der Begriff der "Neogeografie", der allerdings sehr unterschiedlich verwendet wird. Vielfach synonym zu Neokartografie gebraucht, scheint am ehesten eine weitergreifende Definition sinnvoll, wie sie von den beiden Geografen Mark Graham und Matthew Wilson vorgeschlagen wurde: Sie wollen mit dem Begriff einer Neogeografie betonen, dass sich alltägliche Prozesse der (Re-)Produktion und Verwendung verschiedenster Arten geografischer Informationen im digitalen Zeitalter verändern. Ihre Definition umfasst damit nicht nur die mit VGI und Neokartografie beschriebenen Prozesse, sondern beispielsweise auch die mehr oder weniger unfreiwillige Produktion von Geodaten etwa durch das tracking von Smartphones oder die Georeferenzierung von Twittermeldungen sowie nichtkartografische Formen der Auswertung digitaler Geodaten. Damit bezeichnet Neogeografie das alltägliche "Geografie-Machen" im digitalen Zeitalter oder kurz: digitale Geografien.

Innerhalb der universitären Kartografie und Geografie sind die Begriffe der Neokartografie, VGI sowie Neogeografie zunächst zurückhaltend aufgegriffen worden. Aus Sorge um die Zukunft der Disziplin dominierten in der wissenschaftlichen Kartografie Abgrenzungen gegenüber neokartografischen Praktiken. In jüngerer Zeit setzt aber eine Interaktion zwischen Neokartografie und wissenschaftlicher Kartografie ein.

In der wissenschaftlichen Geografie hat sich bislang vor allem in der englischsprachigen Forschungslandschaft ein lebhafter Forschungs- und Diskussionszusammenhang entwickelt, der die soziotechnischen Hintergründe und Effekte neogeografischer Praktiken untersucht und reflektiert, und auf dem auch der folgende Ausblick aufbaut.

Ausblick: Neue Weltbilder im digitalen Zeitalter?

Welche Weltbilder und darüber hinaus welche Geografien entstehen also im digitalen Zeitalter? Anhand zweier Spannungsfelder und einer These lassen sich grundlegende Entwicklungen skizzieren.

Das erste Spannungsfeld liegt zwischen den Polen "Universalisierung von Geoinformation" versus "neue Fragmentierungen". Die neuzeitliche Kartografie hat das bis heute vorherrschende Weltbild der Erde als lückenloses Mosaik politischer Territorien geprägt. Zugleich wurden die westlichen Staaten zu privilegierten Akteuren der Geoinformation und kartografischen (Re-)Präsentation. Zumindest die Staaten des globalen Nordens konnten bis vor Kurzem weitgehend die Produktion von Karten und allen möglichen Formen geografischer Informationen innerhalb ihrer Grenzen kontrollieren. Mit der wachsenden Verfügbarkeit von Satellitenbilddaten sowie dem Boom neokartografischer und neogeografischer Praktiken scheinen Geoinformationen heute jedoch immer weniger durch die Nationalstaaten kontrolliert werden zu können. Neue Akteure wie Google oder OSM versprechen hingegen universell-globale Geoinformationen.

Allerdings zeigen sich auch neue Fragmentierungen. So führen die ökonomischen Interessen privatwirtschaftlicher Geoweb-Dienstleister dazu, dass in ihren Online-Karten in erster Linie kommerzielle Angebote wie etwa Pizzerien, Anwaltskanzleien oder Fitnesscenter verzeichnet werden: Die Welt wird als eine große Shopping-Mall präsentiert. Nicht zuletzt gab Google 2013 mit der Einführung einer neuen Version von Google Maps die Idee einer universellen Weltkarte auf: Je nach Suchanfrage, den besuchten Orten, dem jeweiligen individuellen Verlauf bisheriger Suchanfragen und besuchter Orte, den Spracheinstellungen und der Lokalisierung des abrufenden Computers personalisiert Google die Inhalte der Karte. Der Grund liegt im Geschäftsmodell von Google: gezielte, also möglichst personalisierte Werbung.

Neben den ökonomischen Interessen führen aber auch national differenzierte geopolitische Interessen zu neuen Fragmentierungen: So unterscheidet Google seit 2014 beispielsweise drei kartografische Präsentationen der Halbinsel Krim. Für Computer mit IP-Adressen aus der Ukraine wird die Krim als Teil der Ukraine dargestellt, für IP-Adressen aus Russland ist die Ukraine durch eine nationale Grenze von der Ukraine abgetrennt und Teil Russlands, für alle anderen Internetnutzer zeigt Google eine gestrichelte Linie im Norden der Krim als umstrittene Grenze.

Das zweite Spannungsfeld liegt zwischen den Polen "Öffnung und Demokratisierung" sowie "neue Exklusionen". Insbesondere die Projekte der volunteered geographic information sind vielfach als "Öffnung" beziehungsweise "Demokratisierung" der Kartografie sowie der gesamten Geoinformation begrüßt worden: Neue Akteure bekommen Zugang zu Geoinformationen und es eröffnen sich Chancen, bislang "verschwiegene" Informationen zu vermitteln. Inzwischen konnten jedoch zahlreiche Studien zeigen, dass sich auch in den VGI-Projekten Fragen von Zugang und Exklusion stellen. Vielfach werden diese Projekte von soziodemografisch sehr homogenen Gruppen geprägt: Die Teilnehmenden sind überwiegend männlich, technik-affin, jung, europäisch oder nord-amerikanisch und weiß. Diese Ungleichheit prägt, welche Daten und wo Daten erhoben werden sowie die Art und Weise, wie diese Daten verarbeitet und präsentiert werden.

Für den gesamten Bereich der Neokartografie und Neogeografie gilt, dass einerseits die Prozesse der Herstellung und Verarbeitung von Geoinformation in höherem Maße sichtbar werden, als dies in der traditionellen Print-Kartografie der Fall war. Andererseits wächst die Bedeutung von Code und Software für diese Prozesse und damit ein Bereich, dessen Funktionsweise und Entwicklung für die allermeisten Nutzer kaum einsichtig und verständlich ist.

Letztlich stellt sich die Frage, wie sich im digitalen Zeitalter das viel diskutierte Verhältnis zwischen "Karte" und "Territorium" gestaltet, das heißt zwischen räumlicher Wirklichkeit und (Re-)Präsentation. Es zeichnet sich ab, dass eine Karte nicht länger sinnvoll als Einzelmedium konzeptualisiert werden kann. Kartografische Repräsentationen sind vielmehr eingebettet in dynamische Datenströme und Prozesse. Darüber hinaus argumentieren einige Autoren, dass die Differenzierung von "Karte" und "Territorium" im digitalen Zeitalter ihre Relevanz verliert. Die Georeferenzierung immer größerer Datenmengen schafft "augmentierte Geografien". Die "digitale Dimension" wird dabei "untrennbarer Bestandteil der einen räumlichen Wirklichkeit" – digitale Geoinformationen werden also in sehr unmittelbarer Weise Teil der Welt.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Christoph Markschies et al., Vorbemerkung, in: dies. (Hrsg.), Atlas der Weltbilder, Berlin 2011, S. XIV.

  2. Vgl. Bruno Schelhaas/Ute Wardenga, Die Hauptresultate der Reisen vor die Augen zu bringen – oder: Wie man Welt mittels Karten sichtbar macht, in: Christian Berndt/Robert Pütz (Hrsg.), Kulturelle Geographien. Zur Beschäftigung mit Raum und Zeit nach dem Cultural Turn, Bielefeld 2007, S. 143–166.

  3. Für eine deutschsprachige Einführung in die Debatte vgl. Georg Glasze, Kritische Kartographie, in: Geographische Zeitschrift, 97 (2009) 4, S. 181–191.

  4. Vgl. Brian Harley, Deconstructing the Map, in: Cartographica, 26 (1989) 2, S. 1–20; für die folgenden Zitate aus der deutschen Fassung vgl. ders., Das Dekonstruieren der Karte, in: An Architektur, 5 (2004) 11–13, S. 4–19.

  5. Ebd., S. 16.

  6. Ebd., S. 17.

  7. Ebd., S. 9f.

  8. Ebd., S. 10.

  9. Ebd.

  10. Vgl. G. Glasze (Anm. 3).

  11. Vgl. Bruno Latour, Science in Action, Cambridge MA 1987; ders., Die Logistik der immutable mobiles, in: Jörg Döring/Tristan Thielmann (Hrsg.), Mediengeographie, Bielefeld 2009, S. 111–144.

  12. Rob Kitchin/Chris Perkins/Martin Dodge, Thinking about Maps, in: dies. (Hrsg.) Rethinking Maps, New Frontiers in Cartographic Theory, London–New York 2009, S. 14.

  13. Vgl. B. Latour (Anm. 11).

  14. Vgl. Christian Bittner/Georg Glasze/Cate Turk, Tracing Contingencies: Analyzing the Political in Assemblages of Web 2.0 Cartographies, in: GeoJournal, 78 (2013) 6, S. 935–948.

  15. Vgl. Wolfgang Sachs, Satellitenblick. Die Ikone vom blauen Planeten und ihre Folgen für die Wissenschaft, in: Ingo Braun/Bernward Joerges (Hrsg.), Technik ohne Grenzen, Frankfurt/M. 1994, S. 318.

  16. Vgl. Denis E. Cosgrove/William L. Fox, Photography and Flight, London 2010.

  17. Vgl. Walter A. McDougall, The Heavens and the Earth: A Political History of the Space Age, New York 1985.

  18. Vgl. Barney Warf, Dethroning the View from Above: Toward a Critical Social Analysis of Satellite Ocularcentrism, in: Lisa Parks/James Schwoch (Hrsg.), Down to Earth: Satellite Technologies, Industries, and Cultures, New Brunswick 2012, S. 42–60.

  19. Vgl. John C. Baker/Ray A. Williamson/Kevin M. O’Connell, Introduction, in: dies. (Hrsg.), Commercial Observation Satellites: At the Leading Edge of Global Transparency, Santa Monica 2001, S. 1–11.

  20. Vgl. Laura Kurgan, Close Up at a Distance: Mapping, Technology, and Politics, Cambridge MA–London 2013, S. 39ff.

  21. Vgl. Denis E. Cosgrove, Apollo’s Eye. A Cartographic Genealogy of the Earth in the Western Imagination, Baltimore 2001, S. 262ff.

  22. Vgl. J. C. Baker/R. A. Williamson/K. M. O’Connell (Anm. 19).

  23. Vgl. Daniel Sui/Richard Morrill, Computers and Geography. From Automated Geography to Digital Earth, in: Stanley D. Brunn/Susan L. Cutter/James W. Harrington (Hrsg.), Geography and Technology, Dordrecht 2004, S. 81–108.

  24. Vgl. Neil Smith, History and Philosophy of Geography: Real Wars, Theory Wars, in: Progress in Human Geography, 16 (1992) 2, S. 257–271.

  25. GPS bleibt allerdings eine Einrichtung der US-Regierung. Russland und die EU haben mit GLONASS und GALILEO vergleichbare Systeme entwickelt.

  26. Vgl. Hiawatha Bray, You Are Here: From the Compass to GPS, the History and Future of How We Find Ourselves, New York 2014; L. Kurgan (Anm. 20).

  27. Vgl. bspw. Janet Abbate, Inventing the Internet, Cambridge MA 1999.

  28. Vgl. Tim O’Reilly, What Is Web 2.0, 30.9.2005, Externer Link: http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html (11.9.2015).

  29. Vgl. Georg Glasze, Sozialwissenschaftliche Kartographie-, GIS- und Geoweb-Forschung, in: Kartographische Nachrichten, 64 (2014) 3, S. 123–129.

  30. Vgl. Craig M. Dalton, Sovereigns, Spooks, and Hackers: An Early History of Google Geo Services and Map Mashups, in: Cartographica, 48 (2013) 4, S. 261ff.

  31. Vgl. Jeremy Crampton, Keyhole, Google Earth, and 3D Worlds: An Interview with Avi Bar-Zeev, in: Cartographica, 43 (2008) 2, S. 85–93.

  32. Vgl. Jeremy Crampton, Mapping. A Critical Introduction to Cartography and GIS, Malden–Oxford 2010, S. 25ff.

  33. Durch Schenkungen von umfangreichen Satelitenbilddaten an OSM spielt seit wenigen Jahren auch das Kartieren auf der Grundlage von Satellitenbildern eine wachsende Rolle für den Ausbau von OSM.

  34. Vgl. Jamal J. Arsanjani et al., An Introduction to OpenStreetMap in Geographic Information Science: Experiences, Research, and Applications, in: dies. (Hrsg.), OpenStreetMap in GIScience. Experiences, Research, and Applications, New York–Heidelberg 2015, S. 1–15; Georg Glasze/Chris Perkins, Social and Political Dimensions of the OpenStreetMap Project: Towards a Critical Geographical Research Agenda, in: ebd., S. 143–166.

  35. Vgl. Holger Faby, Von der Kartographie zur Neo-Cartography?, in: Kartographische Nachrichten, 61 (2011) 1, S. 3–9.

  36. Siehe Externer Link: http://neocartography.icaci.org (11.9.2015).

  37. Vgl. Michael F. Goodchild, Citizens as Sensors: The World of Volunteered Geography, in: GeoJournal, 69 (2011) 4, S. 211–221.

  38. Vgl. bspw. Muki Haklay, How Good is Volunteered Geographical Information? A Comparative Study of OpenStreetMap and Ordnance Survey Datasets, in: Environment and Planning B, 37 (2011) 4, S. 682–703; Pascal Neis/Dennis Zielstra, Recent Developments and Future Trends in Volunteered Geographic Information Research: The Case of OpenStreetMap, in: Future Internet, 6 (2014) 1, S. 76–106; Daniel Sui/Sarah Elwood/Michael F. Goodchild (Hrsg.), Crowdsourcing Geographic Knowledge. Volunteered Geographic Information (VGI) in Theory and Practice, Dordrecht–New York 2013.

  39. So bspw. die frühe Definition von Andrew J. Turner, Introduction to Neogeography, Sebastopol 2006.

  40. Matthew W. Wilson/Mark Graham, Guest Editorial – Situating Neogeography, in: Environment and Planning A, 45 (2013) 1, S. 3–9.

  41. Vgl. Jordan Branch, The Cartographic State. Maps, Territories and the Origin of Sovereignty, Cambridge 2014.

  42. Vgl. Georg Glasze, Geoinformation, Cartographic (Re-)Presentation and the Nation-State: A Co-constitutive Relation and Its Transformation in the Digital Age, in: Uta Kohl (Hrsg.), Internet Jurisdiction, Cambridge 2015 (i.E.).

  43. Vgl. bspw. Chris Perkins/Martin Dodge, The Potential of User-Generated Cartography. A Case-Study of the OpenStreetMap Project and Manchester Mapping Party, in: North West Geography, 8 (2008) 1; Ferjan Ormeling, From Ortelius to OpenStreetMap. Transformation of the Map into a Multifunctional Signpost, in: Georg Gartner/Felix Ortag (Hrsg.), Cartography in Central and Eastern Europe, Berlin–Heidelberg 2010, S. 1–16.

  44. Vgl. Mordechai Haklay, Neogeography and the Delusion of Democratisation, in: Environment and Planning A, 45 (2013) 1, S. 55–69.

  45. Vgl. für ein lokales Beispiel Christian Bittner, Reproduktion sozialräumlicher Differenzierungen in OpenStreetMap: Das Beispiel Jerusalem, in: Kartographische Nachrichten, (2014) 3, S. 136–144.

  46. Vgl. Rob Kitchin/Tracey P. Lauriault, Towards Critical Data Studies: Charting and Unpacking Data Assemblages and Their Work, The Programmable City Working Paper 2, Dublin 2014.

  47. Vgl. Tristan Thielmann, Auf den Punkt gebracht: Das Un- und Mittelbare von Karte und Territorium, in: Inga Gryl/Tobias Nehrdich/Robert Vogler (Hrsg.), geo@web. Medium, Räumlichkeit und geographische Bildung, Wiesbaden 2013, S. 35–59.

  48. Vgl. Mark Graham, Geography/Internet: Ethereal Alternate Dimensions of Cyberspace or Grounded Augmented Realities?, in: The Geographical Journal, 179 (2013) 2, S. 177–182.

  49. Marc Boeckler, Neogeographie, Ortsmedien und der Ort der Geographie im digitalen Zeitalter, in: Geographische Rundschau, 66 (2014) 6, S. 7.

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Dr. rer. nat., geb. 1969; Professor für Kulturgeographie am Institut für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Wetterkreuz 15, 91058 Erlangen. E-Mail Link: georg.glasze@fau.de