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"Ich muss mein Leben selber meistern!"

Jugendkultur Editorial Beunruhigende Normalisierung: Zum Wandel von Jugendkulturen in der Bundesrepublik Deutschland Jugendgenerationen im Vergleich: Konjunkturen des (Non-)Konformismus Jugendsprache und Jugendkultur Globalisierungsprozesse und Jugendkulturen "Ich muss mein Leben selber meistern!"

"Ich muss mein Leben selber meistern!" Jugend im Stadt-Land-Vergleich

Iris Eisenbürger Waldemar Vogelgesang

/ 27 Minuten zu lesen

Individualisierungsprozesse rücken angesichts zunehmender Wahlfreiheiten das individuelle Tun und die Eigenverantwortung ins Zentrum der Daseinsgestaltung. Diese Entwicklung hat für die heutigen Jugendlichen weitreichende Konsequenzen.

I. Einleitung

"Die Jugend ist der modernen Gesellschaft liebstes Kind - deshalb immer für Schreckensmeldungen gut: Mal folgt sie, in ihrem Idealismus, staatlich verordneten Irrlehren wie Nationalismus oder Sozialismus; mal rebelliert sie, wie die 68er, gegen staatliche Autoritäten. Dazwischen gilt sie als skeptische, danach als ,Null-Bock'-Generation. Gestern wollte sie aussteigen, heute erstrebt sie nichts mehr als Ausbildungsplätze, Markenartikel und Statussymbole. Kann man sich nicht mehr über ihren politischen Eifer ereifern, folgt die Klage über ihre Apathie, oder ihre Gewalt, oder ihre Drogensucht. Gerade noch wurde die Jugend gefürchtet, heute wird sie bemitleidet, für morgen ist der ,Krieg der Generationen' angesagt."

Dieser Einschätzung ist weitestgehend zuzustimmen. Denn von Jugend wird auch in der Gegenwart vorrangig gesprochen unter dem Aspekt des Risikos, das sie darstellt, der Probleme, die sie macht, oder - nicht zu vergessen - des Profits, den man mit ihr machen kann. Vor allem als Marketinggröße wird heftigst um sie gebuhlt, bildet sie doch eine wichtige Konsumentengruppe mit einem beachtlichen finanziellen Volumen (bis zu 40 Mrd. DM pro Jahr).

Unser Anliegen war und ist es jedoch, die Jugend unter einer Normalitäts- und Alltagsperspektive zu charakterisieren - dies möglichst facettenreich und authentisch sowie in städtischen und ländlichen Umgebungen gleichermaßen. Intendiert ist eine Art von Lebensweltporträtierung in Abhängigkeit von der räumlichen Umgebung und den damit einhergehenden unterschiedlichen strukturellen Vorgaben für die Jugendlichen. Haben sich ihre Lebensverhältnisse durch Massenmedien, Massenkonsum und Massenmobilität einander angeglichen? Oder bedingt die Andersartigkeit ihrer Umwelt, ablesbar etwa an der Bevölkerungsdichte, der Bildungsinfrastruktur oder den verschiedenen kulturellen und freizeitlichen Angeboten, nicht doch unterschiedliche Lebensstile und Lebenslagen? Leben Stadt- und Landjugendliche heute in parallelen oder parzellierten Welten?

Eine Repräsentativbefragung von 14- bis 25-jährigen Jugendlichen lieferte die empirische Datenbasis. Ergänzt um eine große Zahl von qualitativen Interviews und teilnehmenden Beobachtungen und im Rückgriff auf frühere Untersuchungen, sollten des Weiteren möglichst alltagsnah Wandlungsprozesse in ihrer Lebenswirklichkeit sichtbar gemacht werden. Allerdings hatten die Vorgängerstudien, die einen Zeitraum von fünfzehn Jahren abdecken, unterschiedliche thematische Schwerpunkte, sodass die Zeitdimension nicht durchgehend in der Analyse berücksichtigt werden konnte. Wo dies jedoch möglich war, lassen sich sowohl tief greifende Veränderungen (etwa in der Einstellung zu Kirche und Religion) als auch zeitinvariante Muster und Orientierungen (z. B. bei bestimmten Freizeitformen und Werthaltungen) nachweisen.

II. Lebenswelten Jugendlicher im Wandel

Vom psychosozialen Moratorium zum psychosozialen Laboratorium - mit dieser oder vergleichbaren Aussagen fassen Jugendforscher immer wieder ihre Beobachtungen zum Strukturwandel von Jugend und Gesellschaft zusammen. Der Tenor ist dabei eindeutig: Für die Jugendlichen haben sich die Möglichkeitsräume enorm erweitert. Nach dem Verlust vorgegebener Ordnungen sind sie wie nie zuvor in die Lage versetzt, das eigene Leben selbstverantwortlich zu planen.

Aber wie gehen nun die Heranwachsenden mit der Entgrenzung der Optionen um, die der englische Soziologe Anthony Giddens auf die anschauliche Formel gebracht hat: "Man hat keine Wahl, außer zu wählen." Auf welche Weise arrangieren sie sich mit und in der Multioptionsgesellschaft (Peter Gross)? Wie finden sie in deren Überangebot von Handlungsstilen, Lebensentwürfen und Sinnangeboten zu sich selbst? Werden sie in ihr heimisch oder sehen sie sich nur als Spielball ihrer Moden und Medien? Können sie die wachsenden Wahlmöglichkeiten produktiv zur eigenen Lebensplanung und -führung nutzen? Oder mehren sich angesichts der Vielzahl von Möglichkeiten und kaum noch kalkulierbaren gesellschaftlichen Entwicklungen die Zweifel, ob die getroffene Wahl nicht eine Festlegung darstellt, die das Eigentliche und Bessere gerade verpassen lässt? Jugendliche müssen aber nicht nur mit der Unsicherheit fertig werden, dass sie nur sehr bedingt die Folgen ihrer Entscheidungen absehen können, sondern auch mit der bedrückenden Lebenserfahrung, "dass es eine Lücke gibt zwischen theoretischen Möglichkeiten und realen Chancen, die nur teilweise zu überbrücken ist. Viele haben keine Chance, auch nur annähernd befriedigende Lösungen für sich zu finden. Die ,Lebenskunst' besteht dann darin, mit den nicht gelebten, mit den nicht realisierbaren Möglichkeiten zurechtzukommen" .

Sich als Person zu finden und zu erfinden, so ließe sich die Fragestellung unserer Untersuchung fokussieren. In Zeiten, in denen die Zeichen auf Pluralität und Individualisierung stehen, aber auch von Ressourcen- und damit Chancenknappheit geprägt sind, bedeutet dies, dass sowohl die Suche nach Differenzen und Differenzierungen als auch nach Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten zu einer notwendigen und wichtigen Aufgabe für die Jugendforschung wird. Wir versuchen, diesem voraussetzungsvollen und riskanten Prozess der jugendlichen Alltagsgestaltung und Identitätsfindung durch eine vergleichende Perspektive der Untersuchungsanlage und Themenwahl Rechnung zu tragen, wobei vor allem dem Stadt-Land-Vergleich besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Die Frage nach Unterschieden in der Lebensbewältigung und -planung ist gerade im Blick auf die Landjugendlichen sehr aufschlussreich, weil sie im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, zwischen Dorfverbundenheit und Mobilität und zwischen örtlichen Vereinen und selbstgewählten Cliquen und Jugendszenen stattfindet. Für sie äußert sich der Modernisierungsschub in einem unübersichtlichen Nebeneinander von Weltanschauungen, verschiedenen Werten, Normen und Verhaltensmustern. Sie müssen sich zum einen mit Traditionen der Elterngeneration und historischen Überbleibseln in ihrer dörflichen Umgebung auseinandersetzen - vor allem der sozialen Kontrolle durch Nachbarschaft und dörfliche Öffentlichkeit - und zum anderen mit globalen Veränderungsprozessen als Folge der Expansion des Bildungssystems, der Dynamik der Arbeitswelt und der medialen Durchdringung des Alltags. Das bedeutet, dass gerade die Landjugendlichen heute durch ihre Einbindung in die moderne und in die noch vorhandene traditionale Gesellschaft mit zusätzlichen Orientierungsproblemen konfrontiert werden. Sie sind "die erste Generation, die sowohl voll von den Widersprüchen des Modernisierungsprozesses getroffen wird, zugleich aber wegen der traditionalistischen Abwehr des damit verbundenen Werte- und Bewusstseinswandels durch die ältere Generation mit diesem Problem allein gelassen wird" .

Vor diesem Hintergrund sollen Orts- und Regionsbezüge, d. h. die lokalen Gegebenheiten und Lebensumstände Jugendlicher, gleichsam als Trennvariablen eingeführt und im Hinblick auf ihr Unterscheidungspotenzial näher bestimmt werden. Dabei ist bereits die unterschiedliche Besiedlungsdichte ein erster, aufschlussreicher Indikator dafür, zwischen städtisch und ländlich geprägten Regionen zu differenzieren. Obwohl es sich hier um ein sehr grobes Einteilungskriterium handelt, hat die Datenanalyse gezeigt, dass ihm - im statistischen Sinne - ein starkes Unterscheidungspotenzial zukommt. Fasst man die Untersuchungsgebiete in dieser Weise zusammen, so verteilen sich die befragten Jugendlichen auf die in der weiteren Auswertung Region genannte Variable folgendermaßen: Stadt tiert werden kann, wonach alle Bewohner gleiche Befindlichkeiten aufweisen, so nehmen unterschiedlich aggregierte Räume mit ihrer jeweils spezifischen Infrastruktur doch Einfluss auf Orientierungen, Verhaltensmuster und Gruppenzugehörigkeiten. Bereits in den Vorgesprächen mit den Jugendlichen ist aber deutlich geworden, dass sie das institutionelle und infrastrukturelle Stadt-Land-Gefälle keineswegs nur als Defizit erleben: "Früher hieß es doch immer," so hat ein 17-jähriger Realschüler (Tobias) aus einem kleinen Dorf im Hunsrück die Mentalität der heutigen Landjugendlichen umschrieben, "wir würden am Arsch der Welt leben. Aber das ist Blödsinn. Die meisten von uns leben sehr gern hier und wollen hier auch bleiben."

III. Ausgewählte Forschungsbefunde

Solche Äußerungen haben uns neugierig gemacht, den besonderen Charakter des dörflichen und städtischen Umfeldes in seiner Prägekraft für jugendliche Lebenslagen und -planungen genauer unter die (empirische) Lupe zu nehmen. Die gewonnenen Ergebnisse sind auf viele andere Regionen in Deutschland übertragbar, für die ein starkes Oberzentrum und ein weites ländliches Einzugsgebiet typisch sind. Ein kleiner Ausschnitt der ermittelten Befunde soll im Folgenden für die Bereiche (Aus-)Bildung und Beruf, Freizeit und Medien sowie abschließend für den Spagat zwischen Lokalität und Globalität im Kontext jugendlicher Mobilität, Zukunftsorientierung und Ortsverbundenheit näher vorgestellt werden.

1. (Aus-)Bildung und Beruf

Der Schulbesuch mit anschließendem Besuch allgemein bildender und berufsbildender Ausbildungsstätten ist zum beherrschenden Strukturmerkmal des Jugendalters geworden und verzögert gleichzeitig durch seine stetige Ausdehnung den Eintritt ins Berufsleben. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen unserer Studie wider, denn über 70 Prozent der Jugendlichen waren zum Zeitpunkt der Befragung noch in der Ausbildung. Hochgerechnet und etwas allgemeiner betrachtet bedeutet dies, dass heute die Hälfte der Jugendgeneration schon etwa ein Viertel ihrer Lebenszeit in Bildungseinrichtungen verbringt. Profitiert haben von der Verlängerung der Ausbildungszeit und der Ausweitung des Bildungssystems vor allem die Mädchen, denn sie erwerben heute im Durchschnitt höhere Bildungsabschlüsse als ihre männlichen Altersgenossen und können somit zu Recht als Gewinner der Bildungsexpansion bezeichnet werden. Nach wie vor große Bildungsunterschiede bestehen zwischen den einzelnen gesellschaftlichen Schichten. Zwar präferiert die Mehrzahl der Eltern in Deutschland einen hohen Abschluss für ihre Kinder, aber die vorhandenen Unterschiede zwischen den Herkunftsmilieus lösen sich dadurch nicht auf. Denn nur 28 Prozent der Jugendlichen, deren Vater einen niedrigen Bildungsabschluss hatte, erzielten selbst einen hohen (Abitur, Studium), im Vergleich zu 43 Prozent ihrer Altersgenossen, deren Vater einen mittleren, oder 75 Prozent, deren Vater selbst einen hohen hatte. Bildung wird nach wie vor vererbt, und dies trotz einer deutlich gestiegenen intergenerationalen Bildungsmobilität.

Neben den Schichtdisparitäten sind wir noch auf weitere (aus)bildungsbezogene Friktionen gestoßen, wie sie in ähnlicher Weise auch in der neueren Jugend- und Bildungsforschung immer wieder ausgewiesen werden:

- Ein hoher Bildungsabschluss ist keineswegs eine Garantie für den gewünschten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (Qualifikationsparadox).

- Je niedriger die Wertigkeit des Schulabschlusses, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, auf Einfacharbeitsplätzen oder in der Arbeitslosigkeit zu landen (Verdrängungswettbewerb).

- Der Trend hin zu einer längeren und höheren Schulbildung ist begleitet von einem Anstieg des Vorbildungsniveaus in der beruflichen Ausbildung (Entwertung von Bildungszertifikaten).

- Die geschlechtstypische Zuweisung von Ausbildungsplätzen führt zur Tradierung von frauen- beziehungsweise männerspezifischen Berufsfeldern (feminisation process).

- Jugendliche Ausländer und (verstärkt) Aussiedler sind im Schul- und Berufssystem gegenüber den deutschen Jugendlichen erheblich benachteiligt (Fremdheit als Desintegrationsfaktor).

Aufschlussreich ist auch eine Differenzierung des Bildungsstatus nach Regionen, wie das Schaubild 1 zeigt.

Danach besteht zwischen Jugendlichen, die aus ländlichen Regionen stammen, und ihren in der Stadt wohnenden Altersgenossen ein starkes Bildungsgefälle. Am massivsten zeigt sich dies bei denjenigen, die über ein hohes Bildungsniveau verfügen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass es auch eine ausgeprägte Bildungswanderung aus den ländlichen Regionen in das urbane Oberzentrum gibt. So nimmt etwa die Hälfte der Jugendlichen aus dem Umland, die ein Studium beginnen, dies in Trier auf. Dieser Faktor minimiert zwar das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land, gleicht es aber nicht völlig aus. Vor allem die Differenz beim mittleren Bildungsniveau (Stadt: 23 Prozent; Land: 41 Prozent) bleibt erklärungsbedürftig.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Im Vergleich zu den Landregionen dürften für das Stadtgebiet neben dem bereits angesprochenen wachsenden Anteil von Studierenden auch das größere Angebot an weiterführenden Schulen und die bessere Verkehrsinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Ebenso finden hoch qualifizierte Arbeitskräfte hier eher adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese Struktureffekte sind aber noch um einen wichtigen Aspekt zu ergänzen: den Einfluss des Bildungsniveaus der Eltern auf den Bildungsgrad ihrer Kinder. Vor allem der enge Zusammenhang zwischen dem niedrigen Bildungsstatus des Vaters und dem entsprechenden Bildungsniveau des Kindes wirkt bezogen auf ländliche Regionen als Ko-Faktor, denn hier ist ihr Anteil in der unteren Bildungsschicht deutlich überrepräsentiert. Auch unsere Studie bestätigt somit einen allgemeinen Befund der Bildungs(ungleichheits)forschung: "Je größer der Wohnort ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für den Besuch einer weiterführenden Schule bzw. des Gymnasiums. Dies gilt für Jungen und Mädchen gleichermaßen."

Auf eine interessante Entwicklung ist noch hinzuweisen. Neben der verordneten Bildung gibt es einen starken Trend zur freiwilligen Selbstqualifizierung. Sichtbar wird dies sowohl an einem besonderen Lernhabitus als auch in der Kumulierung von Ausbildungsgängen (Stichwort: Doppelqualifikation). Immer mehr Jugendliche erkennen offensichtlich die Notwendigkeit von zukunftsorientierten Anpassungs- und Wissenserwerbsstrategien, um vor allem gegen Umstrukturierungen in der Arbeitswelt besser gewappnet zu sein. Auch wenn diese individualisierten Lern- und Leistungsformen eng mit dem formalen Bildungsniveau zusammenhängen und damit Marginalisierungstendenzen für die niedrig Qualifizierten sich noch verschärfen dürften, so sind sie auch ein Beleg dafür, welchen Stellenwert die heutige Jugend der Berufstätigkeit zumisst. Oder wie dies ein 16-jähriger Jugendlicher (Markus) so prägnant formuliert hat: "Arbeit ist nicht alles, aber ohne Arbeit ist alles nichts."

Die hier zum Ausdruck gebrachte sachliche und nüchterne Einschätzung von Berufsarbeit repräsentiert den Kern eines Selbstverständnisses der heutigen jungen Generation, das sich durch Realitätsbezug und Selbstverantwortung auszeichnet. In der neueren Jugendforschung wird aus diesem Grund der vermehrt zu beobachtende Arbeitspragmatismus der Jugendlichen als konsequente Folge eines allgemeinen Lebenspragmatismus gedeutet. Gemeint ist damit, dass mit der Entgrenzung und Optionalisierung heutiger Lebensverhältnisse eine Individualisierung und Flexibilisierung der jugendlichen Erwerbsbiografie korrespondiert. Auch wenn die Einschätzungen von Ronald Hitzler und Michaela Pfadenhauer bisweilen noch einen starken Szenariencharakter erkennen lassen, ihre Grundaussage erscheint uns nicht nur absolut zutreffend zu sein, sondern auch einen Eckpfeiler künftiger Jugendforschung zu markieren: "Nach dem Ende der soziokulturellen Normalität von Normalerwerbsbiografien wird so etwas wie Lebenserfolg vermutlich unabdingbar mit der individuellen Fähigkeit verbunden sein zum flexiblen Zusammenbasteln der je eigenen Existenz aus je (zufällig) vorhandenen beziehungsweise sich eröffnenden (Erwerbs-)Chancen. . . . Die Pioniere einer anderen Moderne werden . . . nicht Spezialisten oder gar Hyper-Spezialisten sein, sondern Träger von (und Spieler mit) so genannten Kernkompetenzen und Basisqualifikationen - d. h. von (beziehungsweise mit) Fähigkeiten zur Strukturerfassung, von (beziehungsweise mit) Kenntnissen abstrakter Verfahrenstechniken und von (beziehungsweise mit) Strategien der Erfassung und Entsprechung von in kleinen sozialen Kontexten je spezifischen Relevanzen."

2. Freizeit und Medien

Um Entwicklungen im Freizeitbereich in den letzten knapp zwei Jahrzehnten genauer fassen zu können, werden zu Vergleichszwecken Ergebnisse aus den beiden Vorgängerstudien Jugend und Neue Medien von 1985 und der Westeifelstudie von 1991 in die Ergebnisdarstellung miteinbezogen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und mit Blick auf die Thematik dieses Heftes beschränken wir uns dabei auf drei für den jugendlichen Freizeitraum charakteristische Aktivitäten: Geselligkeit, Sport und kulturelle Betätigungen (vgl. das Schaubild 2).

Dabei zeigt sich, dass die höchste Priorität im Freizeitverhalten ganz eindeutig gesellige Aktivitäten im Kontext von Gleichaltrigen haben. Das Treffen von Freunden, das gemeinsame Ausgehen in Kneipen und Diskotheken oder Kinobesuche - für alle diese Unternehmungen, die Jugendliche gern unter dem Oberbegriff "weggehen" zusammenfassen, gilt: Man will mit Altersgleichen zusammenkommen, um Bekanntschaften zu machen, Freundschaften zu pflegen, gemeinsam Spaß zu haben. Ob Stadt oder Land, Mitte der achtziger Jahre oder heute, das Zusammensein mit Freunden und die Spaßunternehmungen in einer Jugendclique prägen die Freizeit der Heranwachsenden. Für ihre Cliquen wenden sie dabei auch einen erheblichen Teil ihrer freien Zeit auf. Zudem haben sie einen starken Einfluss auf das Konsumverhalten, wobei dem neuesten Handy-, CD-Player- oder Jeans-Modell in vielen Fällen die Bedeutung von demonstrativen Status- und Abgrenzungsszeichen zukommt: "Medien und Klamotten sind einfach hip, ein Muss, Maßstab" (Claire, 16 Jahre). Im freizeitlichen Peer- oder Gruppenbezug manifestiert sich vielfach auch eine ausgeprägte Suche nach intensiver sinnlicher Erfahrung und körperbetonter Selbstdarstellung, verbunden mit einer hohen Bewegungsmobilität, die sich teilweise zu einem wahren Kult der Motorisierung verdichtet.

Während die Freundes- und Cliquenrate eine hohe Konstanz in der Zeitdimension aufweist, unterliegt das Interesse an sportlichen Aktivitäten größeren Schwankungen. Dabei fällt auf, dass die Popularität des Sports als freizeitliches Handlungsfeld abgenommen hat. Diese Aussage ist allerdings zu relativieren, denn im Verständnis der Jugendlichen ist Sporttreiben immer noch sehr stark institutionell geprägt. Viele neuere Sportarten wie Skaten, Streetball, Spinning, Squash u. a., die nicht im Rahmen von Vereinen, sondern in Form selbst organisierter oder kommerzialisierter Freizeit stattfinden, werden von ihnen nicht zum klassischen Sportensemble gerechnet. Etwas mehr als ein Fünftel der Jugendlichen (22 Prozent) betreibt diese Spaßsportarten, sodass insgesamt die sportlichen Aktivitäten eher zugenommen haben.

Auch wenn Fun- und Vereinssport bisweilen in eine harte Konkurrenzsituation geraten können, die Mehrzahl der Jugendlichen (63 Prozent) verbringt immer noch einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit in Sportvereinen, Hilfsorganisationen oder anderen vereinsähnlichen Institutionen, wobei fast ein Viertel (23 Prozent) gleichzeitig Mitglied in mehreren Einrichtungen ist. Der bei weitem beliebteste Typus ist aber zweifelsohne der Sportverein. Mit deutlichem Abstand folgen Mitgliedschaften in freiwilligen Hilfsorganisationen, Musikvereinen oder kirchlichen Gruppen. Die geringste Resonanz finden Jugendverbände, Fanclubs und politische Jugendorganisationen. Bezogen auf die Gesamtmitgliedschaft in Freizeiteinrichtungen ist auffällig, dass der Anteil der Jungen (72 Prozent) höher ist als derjenige der Mädchen (55 Prozent) und dass mit zunehmendem Alter das Engagement zurückgeht. Auch der Wohnort und die Region nehmen Einfluss auf die Vereinszugehörigkeit. Es zeigt sich, dass besonders im ländlichen Raum institutionalisierte Formen der Freizeit eine wichtige Rolle spielen (Land: 66 Prozent; Stadt: 56 Prozent). Viele Landjugendliche sind - auch aufgrund ihrer Mehrfachmitgliedschaften - im Wortsinne Vereinsmeier. Die Gründe hierfür liegen zum einen im geringeren Angebot an sonstigen Freizeitmöglichkeiten, zum anderen kommt Vereinen - gerade im dörflichen Umfeld - auch eine wichtige lokale Integrationsfunktion zu. Denn hier "hat es gleichsam Tradition," so konstatiert auch Claus J. Tully, "im Verein mitzutun, er ist Moment sozialer Konformität" .

Kaum verändert hat sich zu den drei Erhebungszeitpunkten der Anteil der Jugendlichen, die sich in ihrer Freizeit künstlerisch-musisch betätigen. Auch haben wir keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass es bei den schon als traditionell geltenden Aktivitäten in diesem Bereich, etwa Musizieren, Malen, Basteln, eine Verschiebung oder Umgruppierung gegeben hat. Etwa ein Viertel der Jugendlichen, meist Mädchen und junge Frauen mit einem höheren Bildungsniveau, sind in dieser Freizeitkategorie zu finden. Ein kleiner Teil von meist männlichen Jugendlichen träumt auch von einer Musiker- oder DJ-Karriere.

Innerhalb des Freizeitraums nehmen Medien, Stars und Idole eine immer wichtigere Funktion ein. Man kann sagen, Jugendliche sind heute wahre Medienfreaks: Sie nutzen (fast) alle Medien (fast) überall und zu (fast) allen Tageszeiten. Medien stehen also keineswegs in einem Verdrängungs- und Substitutionsverhältnis zueinander, wie oft behauptet wird, sondern sie sind untereinander durchaus anschlussfähig und auch miteinander kombinierbar. Auch die immer wieder kolportierte These, wonach vor allem Computer und Internet zum Bedeutungsverlust der Printmedien führen würden, ist nicht haltbar. Im Gegenteil, wenn überhaupt eine mediale Fokussierung zu beobachten ist, besteht sie zwischen diesen Medientypen. Ansonsten ist für den Umgang der Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Medien viel eher eine auf Komplementarität ausgerichtete Bastel- oder Collagenmentalität kennzeichnend.

Wie sieht nun die jugendliche Medienfaszination im Einzelnen aus? Geordnet nach der regelmäßigen Nutzung, zeigt sich folgendes Präferenzmuster: An erster Stelle steht das Fernsehen (88 Prozent), dicht gefolgt von CDs/Schallplatten (80 Prozent) und Radio (80 Prozent). Printmedien wie Zeitungen (48 Prozent), Bücher (27 Prozent) und Zeitschriften (21 Prozent) folgen mit einigem Abstand. Auch Computer (38 Prozent) und Internet (15 Prozent) haben mittlerweile ihren festen Platz im täglichen Medienpotpourri der Jugendlichen. Auf Kino (3 Prozent) und Comics (2 Prozent) entfallen dagegen die wenigsten Nennungen. Hier ist jedoch eine Differenzierung notwendig. Erweitert man nämlich das Nutzungsspektrum bis hin zur Antwortkategorie "einmal pro Monat/seltener", dann steigt beispielsweise die Rate der jugendlichen Internetnutzer auf 48 Prozent und die der Kinogänger sogar auf 95 Prozent. Was hier sichtbar wird, sind zum einen medienspezifische Nutzungsfrequenzen und -intensitäten, zum anderen aber auch mediale Gewohnheitsbildungen und Kontinuitätsvorstellungen, die an unterschiedliche Zeitrhythmen gekoppelt sind.

Unbestreitbar gilt aber: Fernsehen und Musikhören sind seit Anfang der neunziger Jahre die unangefochtenen Spitzenreiter im jugendlichen Medienensemble. Die Nutzung von Printmedien ist in diesem Zeitraum dagegen leicht zurückgegangen. Zu den größten Verlieren, jedenfalls hinsichtlich der Intensität der Nutzung, zählt jedoch das Medium Video, zu den größten Gewinnern Computer und Internet. Denn vier Fünftel der Jugendlichen verfügen derzeit bereits über Erfahrung im Umgang mit dem PC und immerhin fast die Hälfte mit Netzkommunikation. Auffällig sind dabei die zum Teil sehr großen Nutzungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen, Hoch- und Niedriggebildeten und Stadt- und Landjugendlichen. Selbst wenn das regionale Gefälle bei der Nutzung der neuen Medien zu einem nicht unerheblichen Teil auf die bereits erwähnte Bildungsungleichheit zurückgeführt werden kann, so erweist sich insgesamt der ländliche Raum doch als erheblicher Benachteiligungsfaktor. Vor allem die jugendlichen Surfer sind hier noch deutlich unterrepräsentiert. Während in der Stadt sechs von zehn das Internet nutzen, ist es auf dem Land nicht einmal jeder Vierte.

Dass gerade in ländlichen Gebieten lebende Hauptschüler die unfreiwillige Computer- und Internetabstinenz enttäuscht und resignativ erleben, ist des Öfteren in sehr deutlichen Worten angesprochen worden: "An uns ist der Internetzug doch längst vorbeigefahren" (Heiko, 15 Jahre). Oder: "Wir haben an unserer Schule keine Computer. Wir werden auch keine bekommen oder nur Müll. Verdienen wir nichts Besseres?" (Sabine, 15 Jahre)? Auch wenn der Erwerb entsprechender Medienkompetenzen zu einer neuen, breit gefächerten Bildungsoffensive geführt hat, so profitieren von entsprechenden Angeboten und Maßnahmen nicht alle Jugendlichen in gleicher Weise. Im Gegenteil: Aufgrund unterschiedlicher Ressourcen und Zugangschancen zu den neuen Medien ist zu befürchten, dass hier neue soziale Verwerfungen entstehen respektive vorhandene vertieft werden. Ob die fortschreitende Mediatisierung der Lebenswelt letztlich zur Ausbildung einer "medialen Klassengesellschaft" führt, in der sich zwei antagonistische Informationsklassen - die Informationsreichen und die Informationsarmen - mit höchst unterschiedlichen Teilhabe- und Selbstverwirklichungschancen gegenüberstehen, bleibt abzuwarten. Entsprechende Tendenzen sind jedoch - auch unter den Jugendlichen - unübersehbar.

3. Ortsbindung und Bleibeorientierung

Unter der Stadt-Land-Perspektive ist die Frage "Bleiben oder gehen?" von besonderer Bedeutung. Mit dieser Kurzformel haben die Jugendlichen in den Vorgesprächen immer wieder signalisiert, dass die Entscheidung darüber, ob man am Wohnort bleiben oder ihn verlassen möchte, für sie eine eminent wichtige Angelegenheit ist. Auch wenn diese Frage weit in die Zukunft greift, also eine Zeitperspektive umfasst, die nur schwer überschaubar ist, so beschäftigt sie die Jugendlichen dennoch sehr stark.

Dazu haben wir ihnen sowohl in der Westeifelstudie von 1991 als auch in der aktuellen Untersuchung folgende Frage gestellt: Beabsichtigst Du in Zukunft, in deinem jetzigen Wohnort zu leben? Bezogen auf die aktuelle Jugendbefragung ist zunächst einmal ganz allgemein festzuhalten, dass der Anteil der Befragten, die im Wohnort bleiben oder wegziehen möchten, mit jeweils knapp 40 Prozent etwa gleich groß ist; etwas mehr als ein Fünftel war zum Erhebungszeitpunkt noch unentschieden. Die Vergleichsperspektive offenbart aber zwei aufschlussreiche Differenzierungen und Entwicklungen:

- Zwischen städtischen und ländlichen Regionen besteht eine erhebliche Differenz hinsichtlich der jugendlichen Bleibeorientierung. Sie ist bei den jungen Leuten, die auf dem Land wohnen, deutlich ausgeprägter.

- Die Ortsbindungs- respektive Wanderungsrate der Landjugendlichen ist zudem durch eine relativ hohe Konstanz gekennzeichnet, jedenfalls für das vergangene Jahrzehnt. Ein geringer Austausch hat lediglich stattgefunden zwischen den Kategorien: Ich glaube, dass ich in einigen Jahren wegziehen werde, und: Nein, ich möchte auf jeden Fall wegziehen.

Sucht man nach Erklärungen für diese Befunde, dann ist es wenig hilfreich, in erster Linie ein ökonomisches und kulturelles Stadt-Land-Gefälle dafür verantwortlich zu machen. Denn bereits in älteren Jugendstudien konnte nachgewiesen werden, dass Abwandern oder Bleiben als Orientierungsmuster immer auch vom soziodemographischen Status der Jugendlichen, von der familiären Situation und nicht zuletzt von so genannten Gelegenheitsstrukturen abhängen, die sich vom Freizeitangebot über Gruppenbindungen bis zu den unterschiedlichsten Formen sozialen Engagements erstrecken können. Auch in unserer Studie bestätigt sich diese Polyvalenz der Ortsbindung. Denn neben der regionsbezogenen Differenz bei der Bleibe- respektive Mobilitätsorientierung lassen sich auch signifikante Unterschiede bezüglich des Geschlechts und Bildungsniveaus der Befragten nachweisen. So sagen mehr Jungen als Mädchen, auch später einmal in ihrem jetzigen Wohnort leben zu wollen. Allerdings ist die Geschlechterdifferenz in diesem Falle vorrangig ein Stadt-Effekt. Das bedeutet, in ländlichen Gebieten sind die Vorstellungen zur Ortsbindung zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen weitestgehend deckungsgleich. Offensichtlich bietet das dörfliche Leben heute für beide Geschlechter hinreichend Chancen zur selbstbestimmten Lebensgestaltung - ein Befund, den auch Helga Huber in einer Jugendstudie in ländlichen Regionen Süddeutschlands bestätigen kann: "Das Leben auf dem Dorf ist für die Mädchen attraktiver geworden, ihre Handlungs- und Entscheidungsspielräume haben sich erweitert, sie selbst sind selbständiger und selbstbewusster geworden. Erhöhte Mobilität und die Möglichkeiten, außerhalb des Dorfes zur Schule und Arbeit zu gehen, befähigt sie heute mehr als je, ihre eigenen Lebensentwürfe innerhalb der Dorfgemeinschaft zu verwirklichen."

Allerdings gibt es hierzu auch eine starke gegenläufige Entwicklung, die vor allem mit dem Bildungsniveau zusammenhängt. Die Korrelation ist eindeutig: Je höher der Bildungsstatus, desto geringer ist die Bleibeorientierung. Die bildungsabhängige Mobilität ist dabei sowohl geschlechts- als auch regionsübergreifend. Das heißt, ganz gleich ob Jungen oder Mädchen, Stadt- oder Landjugendliche - was viele höher Gebildete verbindet, ist ein sehr pragmatisches Verhältnis zwischen Ortsbindung und beruflicher Perspektive. Auch wenn der Ortswechsel bisweilen schwerfällt und einem erzwungenen Abschied gleichkommt, er entspricht den Erfordernissen der heutigen Bildungs- und Berufswelt und wird vor allem von den Studierenden als absolut notwendig wahrgenommen. Eine Gymnasiastin hat dazu gemeint: "Ich weiß, dass ich aus Bitburg weg muss, wenn ich Ökotrophologie studieren will und mal an einen guten Job rankommen möchte. Aber meine Wurzeln sind hier und bleiben hier. Ich kann mir auch vorstellen, später wieder hierher zurückzukommen" (Julia, 16 Jahre). Letztlich zeigt sich auch am residenziellen oder ortsgebundenen Mobilitätsverhalten der Jugendlichen, welchen Stellenwert sie einer qualifizierten Berufsarbeit zuschreiben. Auch in der Aussage einer Studentin, mit der wir in der Pilotphase unseres Projektes ein längeres Gespräch geführt haben, ist dieser Aspekt sehr klar und eindringlich formuliert: "Heute kommt kein Job auf dich zu, du musst auf den Job zugehen. Ob Praktikantenstelle oder Managerposten, die Grundregel ist die gleiche: Dabei sein heißt mobil sein" (Carmen, 24 Jahre).

Weitere Faktoren, die sich auf die Ortsbindung auswirken, sollen lediglich kursorisch genannt werden. Während wir - im Unterschied zu anderen Jugendstudien - für das Alter und die Cliquenbindung keine Abhängigkeiten nachweisen konnten, besteht aber hinsichtlich anderer Aspekte eine deutliche Einflusswirkung. Von der Frage, ob man an dem jetzigen Wohnort auch geboren ist (Ortsansässigkeit), über das Verhältnis zu den Eltern, die Erwerbstätigkeit und den eigenen Familienstand bis hin zu den unterschiedlichsten freizeitlichen, sozialen und religiösen Gemeinschaftsformen reicht das Spektrum der Faktoren, die auf die Ortsbindung Einfluss nehmen. Gerade die auf den sozialen Nahraum ausgerichteten gemeinschaftlichen Aktivitäten wecken und stärken bei einem bestimmten Typus von Jugendlichen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zur Wohnumgebung und werden regelrecht zu Generatoren einer wachsenden Bleibeorientierung. Dabei betonen sie zudem ihre aktive und eigenverantwortliche Rolle, wie die Antwortverteilung auf die Frage: Ob ich mich hier im Ort/der Stadt wohlfühle oder nicht, dafür bin ich auch selbst verantwortlich, unterstreicht (siehe das Schaubild 3).

Vier von fünf Jugendlichen stimmen der Auffassung völlig oder doch eher zu, dass persönliches Engagement unverzichtbar ist, um sich an seinem Wohnort wohlzufühlen. Sicheinbringen und Mitmachen werden von ihnen als Handlungsziele bekundet, von denen eine starke Bindungs- und Integrationskraft ausgeht. Hier deutet sich an, dass Individualisierungsbestrebungen und Gemeinwesenorientierungen sich keineswegs ausschließen müssen, sondern viele Jugendliche scheinen ganz offensichtlich eine Grundhaltung auszubilden und darauf bezogen Strategien zu entwickeln, die eine Verschränkung beider Orientierungsmuster erlauben. Wie auch immer im Einzelnen die subjektive Ausgestaltung sozialer Zugehörigkeit und Verantwortungsübernahme aussieht, dieses Ergebnis verdeutlicht, dass die in der öffentlichen Auseinandersetzung immer wieder geäußerten Befürchtungen vom sozialen Kollaps als Folge einer hedonistischen Ich-Orientierung in dieser extremen Form keine Entsprechung im Jugendalltag und im jugendlichen Selbstverständnis haben.

Mit der konstatierten Gemeinwesenorientierung korrespondiert - in ländlichen Regionen im Übrigen stärker als in der Stadt - aber nicht nur eine wachsende Bleibeorientierung bei den Jugendlichen, sondern der Herkunftsort stellt in ihrem Bewusstsein auch so etwas wie einen festen Stützpunkt dar, den man nicht aufgeben möchte. Selbst wenn man ihn aufgrund seines Bildungs- und Berufswegs verlassen muss, so bleiben viele Jugendliche dennoch ihrer Heimatregion in besonderer Weise emotional und sozial verbunden, wobei auch eine spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen wird. Bis dahin möchten vor allem die Landjugendlichen aber unbedingt in ihrer dörflich-vertrauten Umgebung bleiben. Dies bedeutet jedoch kein Inseldasein, vielmehr erschließen sie sich durch eine erhöhte Motorisierung auch regionale und städtische Lebensbereiche und Institutionen. Beinah professionell organisierte Mitfahrgelegenheiten und die tätige Mithilfe der Eltern garantieren eine Form von Verkehrsmobilität, die Freizeit- und Kulturorte ebenso erreichbar machen wie Schul-, Ausbildungs- und Berufsstätten.

IV. Fazit: Das Projekt des "eigenen Lebens" gilt in Stadt und Land gleichermaßen

Individualisierungsprozesse rücken angesichts zunehmender Wahlfreiheiten das individuelle Tun und die Eigenverantwortung ins Zentrum der Daseinsgestaltung. Dass diese Entwicklung für die heutigen Jugendlichen weitreichende Konsequenzen für ihr Selbstverständnis und ihre Zukunftsplanung hat, belegen unsere Ergebnisse nachdrücklich. Was jedoch überrascht, ist die Selbst-verständlichkeit, mit der sie sich diesen Herausforderungen stellen. Sie fühlen sich "keineswegs durch die Gespenster bedroht, die in den öffentlichen Debatten an die Wand gemalt werden: Werteverfall und Ich-Sucht" . Im Gegenteil, sie nehmen die Herausforderungen polyvalenter Lebens- und Handlungssituationen produktiv an und versuchen sich in dem neuen Optionsraum möglichst originär - und vielfach auch originell - einzurichten.

Auch wenn dem räumlichen Umfeld nach wir vor eine prägende Kraft für die Lebenswirklichkeit der heutigen jungen Generation zukommt, eines ist ganz offensichtlich: Die Stereotypen von den Landeiern und Dorfdeppen gehören endgültig der Vergangenheit an. Heute leben Landjugendliche durch die erhöhte Mobilität gleichsam in mehreren Welten, wohnen aber nur in einer. Ihr Lebensstil und ihre Lebensphilosophie sind ein Indiz dafür, dass es trotz weitreichender Globalisierungs- und Mediatisierungsprozesse nicht zu einer Angleichung oder Nivellierung der regional differenzierten Lebensbereiche gekommen ist. Es sind vielmehr gerade die Unterschiede, die sie für die Jugendlichen aus dörflichen Milieus in besonderer Weise attraktiv machen. Sie führen nämlich gleichzeitig eine teils städtische und teils ländliche Existenzweise. Ihr Lebensentwurf zielt sowohl auf Enge als auch auf Weite ab, wobei das Verhältnis zwischen beiden immer wieder ausbalanciert werden muss. Dass dies nicht ohne Reibungsverluste geht, haben die Jugendlichen durch Hin-weise auf "den nervigen Klatsch und Tratsch" (Susanne, 19 Jahre), "die Vereinsmeierei" (Sebastian, 17 Jahre), "den Standesdünkel der Alteingesessenen" (Christian, 22 Jahre) oder "die Kleinkariertheit und Intoleranz" (Julia, 20 Jahre) deutlich zum Ausdruck gebracht. Aber trotz dieser repressiven Erfahrungen reagieren die meisten Landjugendlichen nicht mit Distanzierung oder gar Abwanderung. Die Vorteile der ländlichen Lebenswelt (Überschaubarkeit, Eingebundensein, Mitwirkungschancen, intakte Umwelt, Brauchtumspflege) überwiegen ganz offensichtlich die Nachteile. Auch wer aufgrund seines Bildungs- und Berufsweges den ländlichen Herkunftsort bereits verlassen musste oder davon ausgeht, dass dies in naher Zukunft der Fall sein wird, die Bindung an ihn will man nicht aufgeben. Die selbstbewusste und zeitüberdauernde lokale Zugehörigkeit, die eine Fachhochschülerin aus einem kleinen Ort in der Eifel mit den Worten umschrieben hat: "Da wo ich herkomme, das bleibt immer mein Lebensmittelpunkt" (Silvia, 24 Jahre), ist nicht zuletzt wohl auch Ausdruck eines tiefen Heimatgefühls.

Zwar unterscheiden sich die Gestaltungsspielräume für das eigene Leben zwischen Stadt- und Landjugendlichen voneinander, aber nicht in einer defizitären, sondern eher herausfordernden Art und Weise. Denn trotz erheblicher infrastruktureller Differenzen zwischen den einzelnen Regionen bieten sie genügend Raum und Ressourcen für individuelle Lebensentwürfe. Dass die Jugendlichen dabei auch an deren Realisierung glauben, ist nicht zuletzt an der positiven Grundstimmung ablesbar, mit der sie ihre Zukunft einschätzen: 53 Prozent sind nämlich zukunftsfroh eingestellt, 44 Prozent zumindest vorsichtig optimistisch und nur 3 Prozent pessimistisch. Allerdings sind diese positiven Zukunftsvorstellungen sehr stark auf die individuelle Lebensplanung gerichtet, wobei vor allem die enge Verschränkung zwischen der allgemeinen Zukunftseinschätzung und der beruflichen Zukunftssicht hervorzuheben ist. Denn je positiver die Zukunft insgesamt gesehen wird, desto höher ist auch das Zutrauen, künftig mit den Herausforderungen der Arbeitswelt zurechtzukommen. Wer von seinen Stärken überzeugt ist, d. h., wer eine hohe interne Kontrollüberzeugung hat, der blickt auch sehr zuversichtlich in seine private wie berufliche Zukunft. Eine Jugendliche hat den Glauben an die Zukunft und an sich selbst auf die Formel gebracht: "Was dir die Zukunft bringt, das steht nicht in den Sternen, sondern liegt in deiner Hand" (Ruth, 19 Jahre).

Dabei wird der eigene Lebensentwurf und die eigene Lebenspraxis sehr stark als Experiment betrachtet, das es weniger normativ als vielmehr pragmatisch zu bewältigen gilt. An die Stelle von kollektiven Gewissheiten, so könnte man auch sagen, ist ein individueller Pragmatismus getreten. Wie sehr sich die Vorstellung individualisierter und selbstverantwortlicher Lebensgestaltung bereits in den jugendlichen Habitus eingeschliffen hat, kommt am markantesten vielleicht in der folgenden Aussage eines Schülers - Thomas, 16 Jahre - zum Ausdruck: "Ich muss mein Leben selber meistern." Diese Aussage, die in gewisser Weise auch als Quintessenz unserer Forschungen angesehen werden kann, hatte für uns aber auch die Funktion eines Aufmerksamkeitsgenerators. Sie lenkte unseren Blick nochmals auf einen Wesenszug der heutigen Jugendgeneration: Selbst-Gestaltung. Aber wir waren durch diese Aussage auch neugierig geworden und wollten genauer wissen, was die Jugendlichen denn im Einzelnen darunter verstehen. Dazu baten wir eine größere Gruppe, einen kleinen Essay zu schreiben, der unter diesem Oberthema stand. Wir waren überwältigt von der Offenheit und Differenziertheit, mit der die Jugendlichen hier zu Werke gingen. Aus mehr als 200 Essays, die im Übrigen eine wahre Fundgrube für biografie- und identitätstheoretische Studien darstellen, sei abschließend der Essay einer 15-Jährigen (Esther) zitiert, der als Sinn- und Spiegelbild für das Selbstverständnis und die Zukunftssicht der heutigen jungen Generation angesehen werden kann:

"Im Moment sind mir ganz sicher meine Freunde wichtig. Ich denke, ohne Freunde ist das Leben ziemlich langweilig, und man ist allein. Meine Familie ist allerdings das Wichtigste, das ich besitze. In meiner Familie fühle ich mich ,beschützt' und nicht allein! Mir ist im Moment auch noch wichtig, dass ich die Schule abschließe, da ich denke, dass mein Abschluss meine Zukunft ziemlich stark beeinflussen wird.

Natürlich ist es auch wichtig, ob ich gesund bin. Ich bin froh darüber, dass ich nicht in einer großen Stadt wohne, sondern in einem kleineren Ort, denn da ist die Natur noch nicht so zerstört.

Ich denke öfters über meine Zukunft nach, was ich werden will, wie ich leben will usw. Ich wünsche mir für meine Zukunft, dass ich gesund bin und nicht alleine leben muss. Ich habe ziemlich viel mit anderen Menschen zu tun, in meiner Straße, in verschiedenen Jugendgruppen und im Sport, und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, einmal ganz alleine zu leben. Am liebsten würde ich auf einem großen alten Bauernhof leben, wo ich meine eigene Tierarztpraxis aufbauen könnte. Ich würde gerne einen ganz lieben Mann haben und irgendwann auch ganz sicher Kinder.

Ich hoffe, dass in der Zukunft kein Unterschied mehr zwischen Menschen gemacht wird - ob sie schwarz oder weiß sind, Ausländer oder Einheimische -, sondern dass alle gleich behandelt werden. Außerdem hoffe ich, dass die Natur erhalten bleibt und dass die Umwelt gerettet wird und die Ozon-Schicht nicht noch mehr kaputtgeht durch Abgase und Umweltschäden. Ich wünsche mir auch in der Zukunft Freunde, mit denen ich über alles reden kann und die mich verstehen. Ich möchte auch später noch ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern haben und mit ihnen klarkommen.

Was ich in meiner Zukunft befürchte ist, dass alles eigentlich ganz anders wird, als ich mir es vorstelle. Dass ich keinen Arbeitsplatz habe, krank bin, keine Freunde habe, falsche Entscheidungen treffe, was sich wahrscheinlich nicht immer vermeiden lässt, und die Umwelt zerstört wird."

Fussnoten

Fußnoten

  1. Karl-Otto Hondrich, Jugend - eine gesellschaftliche Minderheit, in: Diskurs, (1999) 1, S. 79.

  2. Durchgeführt wurde die Untersuchung zwischen 1999 und 2001 in der Stadt Trier und im Umland (Eifel, Hunsrück). Eine umfassende Darstellung der Ergebnisse findet sich in: Waldemar Vogelgesang, "Meine Zukunft bin ich!" Alltag und Lebensplanung von Jugendlichen, Frankfurt/M. - New York 2001.

  3. Bei den Vergleichsstudien handelt es sich um die Untersuchung "Jugend und neue Medien" (1985), in der Jugendliche aus dem Trierer Stadtgebiet schwerpunktmäßig nach medialen Mustern ihres Freizeitverhaltens befragt wurden (Alter: 11-25 Jahre, n = 550), und um die "Umfrage zur Situation der Jugend und der Jugendarbeit in der Region Westeifel" (1991), die auf eine Initiative der regionalen Jugendpastoralkonferenz zurückgeht (Alter: 12-19 Jahre, n = 837).

  4. Zu Erscheinungsformen und Veränderungen der Jugend in der jüngeren Vergangenheit vgl. Deutsche Shell (Hrsg.), Jugend 2000, Opladen 2000; Wilfried Ferchhoff/Georg Neubauer, Patchwork-Jugend, Opladen 1997; Hans Merkens/Jürgen Zinnecker (Hrsg.), Jahrbuch Jugendforschung, Opladen 2001; Uwe Sander/Ralf Vollbrecht (Hrsg.), Jugend im 20. Jahrhundert, Neuwied 2000; Heiner Timmermann/Eva Wessela (Hrsg.), Jugendforschung in Deutschland, Opladen 1999.

  5. Anthony Giddens: "Man hat keine Wahl, außer zu wählen", in: Die Zeit vom 18. April 1998, S. 49.

  6. Christian Lüders, Jugendliche stehen unter Entscheidungsdruck, in: TELEVIZION, (1997) 1, S. 6.

  7. Burghard Müller, Auf‘m Land ist mehr los, Weinheim-München 1989, S. 121.

  8. Zur Verdeutlichung greifen wir in der Darstellung auch auf Originalzitate aus den Interviewtranskripten zurück. Sie sind im Text durch Kursiv-Schreibweise kenntlich gemacht.

  9. Auch wir haben diese Frage untersucht, indem wir die Bildungsabschlüsse der Jugendlichen mit denen ihrer Eltern (hier: des Vaters) in Beziehung setzten. Danach zeigt sich folgende Bildungsrelation: Aufstieg: 42 %, Konstanz: 47 %, Abstieg: 11 %. Die hier zum Ausdruck kommende Erhöhung des Bildungsniveaus der heutigen Jugend darf aber nicht mit Egalisierung gleichgesetzt werden, denn trotz wachsender Bildungsbeteiligung bleiben die vorhandenen Schichtdifferenzen bestehen, nur auf einem etwas höheren Bildungsniveau (Stichwort: Fahrstuhleffekt); vgl. hierzu auch Bernhard Schimpl-Neimanns, Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 52 (2000) 4, S. 636-669.

  10. Bei der Konstruktion des Index "Bildungsstatus" wurde der höchste Schulabschluss bzw. der derzeit besuchte Schultyp wie folgt klassifiziert: niedrig (Sonderschule, Hauptschule), mittel (Realschule), hoch (Gymnasium, Fachhochschule, Universität).

  11. Ursula Henz/Ineke Maas, Chancengleichheit durch die Bildungsexpansion? in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 47 (1995) 1, S. 627. Auch die Ergebnisse des gesamtdeutschen DJI-Jugendsurveys von 1997 weisen deutliche regionale Unterschiede bei den Bildungsabschlüssen aus, wobei hier aus Vergleichsgründen nur auf die Ergebnisse in den alten Bundesländern Bezug genommen wird: Hauptschule (Kleinstadt/Land: 27'%; Mittelstadt: 19'%; Großstadt: 17'%), Mittlere Reife (Kleinstadt/Land: 41'%; Mittelstadt: 31'%; Großstadt: 27'%), (Fach-)Abitur (Kleinstadt/Land: 32'%; Mittelstadt: 50'%; Großstadt: 56'%); vgl. Juliane Achatz u. a., Forschungsleitende Perspektiven und Konzept des Jugendsurveys, in: Martina Gille/Winfried Krüger (Hrsg.), Unzufriedene Demokraten. Politische Orientierungen der 16- bis 29jährigen im vereinten Deutschland, Opladen 2000, S. 46.

  12. Ronald Hitzler/Michaela Pfadenhauer, Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst! (Erwerbs-)Probleme junger Leute heute und die anderen Welten von Jugendlichen, in: Robert Hettlage/Ludgera Vogt (Hrsg.), Identitäten in der modernen Welt, Wiesbaden 2000, S. 375.

  13. Claus J. Tully, Mobilität Jugendlicher auf dem Lande und in der Stadt, in: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), U.MOVE. Jugend und Mobilität, Dortmund 2000, S. 18.

  14. Michael Jäckel/Peter Winterhoff-Spurk (Hrsg.), Mediale Klassengesellschaft?, München 1996. Angesichts dieser drohenden Spaltung der Gesellschaft entlang der Internet-Linie sind weitere Bildungsanstrengungen notwendig. Eine viel versprechende Maßnahme - gerade für die bisher benachteiligte Landjugend - stellen mobile Formen außerschulischer Medienpädagogik dar. Sie sind eine wichtige Ergänzung vorhandener stationärer Angebote in Schulen und Jugendeinrichtungen bzw. können mit diesen - ganz im Sinne der Philosophie des Internet - auch vernetzt werden. Auf ein entsprechendes Modellprojekt sind wir in einem unserer Erhebungsgebiete (Landkreis Tier-Saarburg) aufmerksam geworden: "Mit dem neuen Kooperationsprojekt "webmobil" soll Medienpädagogik überall im Landkreis möglich werden. Schnell, modern und flexibel will der zum Computerterminal umfunktionierte Transporter vorhandene Lücken im medienpädagogischen Angebot, besonders im ländlichen Raum, schließen" (Marc Steffen, Die große weite Welt auf vier Rädern, in: Trierischer Volksfreund vom 9. Oktober 2001, S. 12).

  15. Helga Huber, Mädchen und junge Frauen in der Dorföffentlichkeit, in: Lothar Böhnisch u. a. (Hrsg.), Ländliche Lebenswelten, München 1991, S. 245.

  16. Ulrich Beck, Das Zeitalter des "eigenen Lebens". Individualisierung als "paradoxe Sozialstruktur" und andere offene Fragen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29/2001, S. 6.

  17. Zu großem Dank verpflichtet sind wir den beiden P"dagogen Heinfried Carduck und Bernadette Faber, die für uns die Essay-Befragung organisiert haben. Quer durch alle Altersstufen ist es ihnen gelungen, Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme zu motivieren. Ihrem pädagogischen Geschick und Fingerspitzengefühl ist es zu verdanken, dass diese Selbstzeugnisse über sich verfasst haben, deren Originalität und Authentizität uns dazu veranlasst hat, sie im Rahmen eines Anschlussprojekts (Jugendliche Selbstbeschreibungen) noch eingehender aufzuarbeiten und auszuwerten.

M. A., geb. 1975; Studium an der Universität Trier in den Fächern Soziologie, Psychologie und Spanisch; Mitglied der interdisziplinären AG Jugend- und Medienkultur.

Anschrift: Kurfürstenstr. 58, 54295 Trier.
E-Mail: eise4201@uni-trier.de

Veröffentlichung u. a.: (zus. mit Marco Höhn) Jugend online - Konsum und Kultur Jugendlicher im Internet, in: Matthias Karmasin/Manfred Knoche/Carsten Winter (Hrsg.), Medienwirtschaft und Gesellschaft, Salzburg 2002 (i. E.)

Dr. phil., geb. 1952; wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Trier im Fach Soziologie und Mitbegründer der interdisziplinären AG Jugend- und Medienkultur.

Anschrift: Universität Trier, Fachbereich IV/Soziologie, Universitätsring 15, 54296 Trier.
E-Mail: vogelges@uni-trier.de

Veröffentlichungen u. a.: Asymmetrische Wahrnehmungsstile, in: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 20 (2000) 2; "Meine Zukunft bin ich!" Alltag und Lebensplanung Jugendlicher, Frankfurt/M.-New York 2001; (zus. mit Andreas Hepp) Populäre Events, Opladen 2002 (i. E.).