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Presseschau: Das Bedingungslose Grundeinkommen

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Presseschau: Das Bedingungslose Grundeinkommen

Netzdebatte Redaktion

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Uneingeschränkte Selbstverwirklichung oder Abhängigkeit vom Staat? Am Bedingungslosen Grundeinkommen scheiden sich die Geister. Eine Presseschau.

Mehrere europäische Länder diskutieren über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. (CC, Pile of Euro Notes von Images Money Externer Link: Images Money) Lizenz: cc by/2.0/de

Träumer und Gründer

Einer der bekanntesten Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) im deutschsprachigen Raum ist der dm-Gründer Götz W. Werner. Für ihn ist das Grundeinkommen ein Vertrauensvorschuss, frei nach dem Motto "Wir trauen dir was zu, jetzt zeig mal, was du kannst". Über seine konkreten Vorstellungen sprach er im Interview mit Externer Link: Zeit Online. Gemeinsam mit dem Steuerexperten Benediktus Hardorp stellte sich Werner außerdem den Fragen der Externer Link: Spiegel Online Redaktion.

Prominente Unterstützung bekommt Werner von Telekom-Chef Timotheus Höttges. Er sieht im BGE die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben. Höttges hat auch schon konkrete Ideen zur Finanzierung des monatliche Salärs und schlägt vor, die nötige Summe durch die Externer Link: Besteuerung des Gewinns großer Internetkonzerne zu generieren.

Michael Bohmeyer hat seine Vision vom BGE derweil bereits umgesetzt. Teilweise zumindest: Via Crowdfunding hat er schon fast dreißig Menschen ein monatliches Einkommen von 1.000 Euro ermöglicht - allerdings befristet auf ein Jahr. Mit Externer Link: Zeit Online sprach er über seine Visionen und seine Einstellung zur Arbeit.

Bei den Kollegen von Externer Link: ze.tt lesen Sie außerdem von Marc, einem der Gewinner von Bohmeyers Verlosung, der sich Dank des Grundeinkommens zunächst auf seine Gesundheit konzentrieren konnte.

Auch die Externer Link: Süddeutsche Zeitung hat sich intensiv mit dem Thema befasst und unter der der Frage "Was wäre wenn?" verschiedene Expert/-innen befragt, die unter anderem den Zusammenhang von BGE und dem Lernverhalten von Schülern, der Veränderung der Kriminalitätsrate oder dem Wahlverhalten untersucht haben.

Gegenwind und internationale Erfahrungen

Der FAZ-Wirtschaftsjournalist Rainer Hank lehnt das Grundeinkommen ab. Menschen bräuchten bezahlte Arbeit, meint Hank. "Denn was nichts kostet, ist bekanntlich auch nichts wert". Der Lohn spiegle die Wertschätzung der geleisteten Arbeit wider. Außerdem, so ist er überzeugt, sei es die "Knappheit", die den Meschen kreativ und produktiv werden lässt. Seinen Kommentar Externer Link: lesen Sie hier.

In der Schweiz wurde bereits intensiv über das BGE diskutiert. In der Externer Link: Handelszeitung sind Daniel Häni, treibende Kraft hinter der Volksinitiative für das BGE, sowie Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse, zum gemeinsamen Interview angetreten. Während Häni bereits von einer Zukunft mit Grundeinkommen träumt, betont Minsch die drohende Abhängigkeit der Bürger vom Staat.

Auch einige Externer Link: US-Medien greifen die Diskussion auf um das Schweizer-BGE auf: Die Externer Link: New York Times und die Externer Link: International Business Times berichten ausgesprochen positiv über die Ideen und Diskussionen im Alpenland.

In Finnland könnte bald ebenso mit einer Testversion des Grundeinkommens experimentiert werden. Wirtschaftsminister Olli Rehn äußerte sich gegenüber der Externer Link: Tagesschau positiv zu der Idee einer leistungsunabhängigen Ausschüttung an die Bevölkerung. Auch Premierminister Externer Link: Juha Sipilä sieht im BGE eine mögliche Vereinfachung des Sozialsystems.

Außerhalb Europas wurde sogar schon mit dem Grundeinkommen experimentiert: InExterner Link: Kanada oder Externer Link: Namibia zum Beispiel.

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