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Die Reflexion von Dilemmata zum Thema Ungleichheiten als Strategie gegen Politikverdrossenheit

Beschreibung


Politikverdrossenheit ist u.a. darauf zurückzuführen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger immer wieder von der Politik enttäuscht oder hingehalten fühlen. Auch wenn manche Enttäuschungen berechtigt sein mögen, ist ein Teil auch dadurch begründet, dass die Politik mit unerfüllbaren Erwartungen konfrontiert wird. Die Thematisierung solcher unerfüllbarer Erwartungen ist vor diesem Hintergrund für die politische Bildung eine wichtige Aufgabe. Gerade beim Thema Ungleichheiten bieten sich für die politische Bildung interessante Anknüpfungspunkte: Wer die Legitimität unterschiedlicher Interessen und Wertvorstellungen nicht akzeptiert und wer die Unmöglichkeit nicht erkennt, jedem Interesse gerecht zu werden, bleibt nörgelnd auf Stammtischniveau stehen. Und wer nicht akzeptiert, dass viele gesellschaftliche Ungleichheiten nicht einfach durch "kluge Politik" oder "gesunden Menschenverstand" "gelöst" werden können, wird zwangsläufig immer wieder von der Politik enttäuscht.

Das Plädoyer dieses Workshops ist es, Ungleichheiten zu thematisieren, ohne sie dabei zu dramatisieren. Es soll deutlich gemacht werden, dass Ungleichheit eine demokratische Gesellschaft zwar bedrohen kann, dass aber für eine freie demokratische Gesellschaft Ungleichheit auch konstitutiv sein muss.
Die zentrale These des Workshops ist, dass gerade die Reflexion von Dilemmata zum Thema Ungleichheiten eine Strategie gegen Politikverdrossenheit und für die Stärkung des Zusammenhalts unserer Gesellschaft sein kann.

In dem Workshop werden hierfür drei Probleme aus unterschiedlichen Bereichen der Politikwissenschaft behandelt: Dilemmata zum Thema Minderheitenkonflikte in Europa, Dilemmata zum Thema der Geschlechterfrage und Dilemmata zum Thema der Gerechtigkeit.
Gearbeitet wird mit einem Instrument aus der Kommunikationspsychologie, dem Werte- und Entwicklungsquadrat, dessen Potenziale für die politische Bildung in verschiedenen Projekten gerade erschlossen werden.

Veranstalter/Workshopleitung


Universität München
Dr. Karin Schnebel

Format


Vortrag und Kleingruppenarbeit


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