Wer Sprache hat, hat Macht – Planspiel über Zugänge zu politischer Öffentlichkeit

Beschreibung


Politik ist ein Prozess, in dem partikulare Interessen artikuliert, in öffentlichen Diskursen verhandelt und in kollektive Entscheidungen überführt werden. Ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses ist nach Andreas Dörner der Konflikt um Deutungshoheit von Symboliken: es tobt ein Kampf um die vorherrschende Interpretation von Vokabeln wie Freiheit oder Gerechtigkeit; politische Akteure sind bemüht, ihre bevorzugte Begriffsdeutung im öffentlichen Diskurs durchzusetzen. So hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit der Kampagne "Gerechtigkeit 2013" versucht, einen Gerechtigkeitsbegriff zu verbreiten, der staatliche Eingriffe in Marktwirtschaft und individuelle Lebensführung als ungerecht bewertet. Weil diese Begriffe und ihre Verwendung festlegen, wie wir gesellschaftliche Verhältnisse wahrnehmen und bewerten, erklärt Dirk Lange deren analytisches Verständnis zum wichtigen Bestandteil des Bürgerbewusstseins und zum Ziel politischer Bildung: Versuche der Ausübung symbolischer Benennungsmacht erkennen und an der Auseinandersetzung um Bedeutungen partizipieren zu können, gehört demnach zur mündigen Bürgerrolle. Allerdings verfügen nicht alle BürgerInnen über Ressourcen wie die INSM, um ihren Interessen Gehör zu verschaffen. Können ressourcenstarke Akteure die öffentliche Meinungsbildung also weitestgehend alleine prägen? Wie können wir unserer Bürgerrolle gerecht werden und den politischen Diskurs mitgestalten?
Ein Selbstversuch: Das kurze Planspiel veranschaulicht die Verteilung von Benennungsmacht in der Öffentlichkeit und zwingt Akteure mit geringen Ressourcen zu kreativen Formen der Teilhabe – oder zu der Erfahrung, dass sie ihre Ressourcen bündeln, sich organisieren müssen, um den Diskurs mitzugestalten. In der anschließenden Auswertung werden mögliche Folgen dieser symbolischen Dimension von Politik diskutiert und deren Relevanz für die politische Bildung erörtert.

Veranstalter/Workshopleitung


Freier Referent der politischen Jugendbildung
Christian Mingenbach, M.A.

Format


Planspiel, Diskussion


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