"Gerechtigkeit als Fairness": Die politische Philosophie von John Rawls im Unterricht

Beschreibung


Das Thema "Soziale Ungleichheit" gehört in den Politikunterricht. Wolfgang Hilligen schlug vor, sie unter der Perspektive ihrer Überwindung zu behandeln: es gibt einen Zusammenhang von sozialer Gleichheit und Demokratie. Genau das war das Lebensthema von John Rawls (1921-2004). Große Unternehmen haben einen hohen Einfluss in der Politik, vor allem die Rüstungsindustrie, reiche Familien können ihre Söhne davor schützen, in den Vietnam-Krieg zu müssen.
Aber was ist Gerechtigkeit? "Da hat jeder seine Meinung", sagte eine Schülerin.
John Rawls wird von manchen Autoren mit Platon verglichen. Denn Platon hatte in seiner "Politeia" angesichts der ständigen Krisen griechischer Gemeinwesen nach deren Ursachen gefragt: Gier und Ungleichheit treiben die Menschen gegeneinander. Sein Ausweg: Die Diktatur eines Allwissenden, der keine persönlichen Interessen mehr hat. - Aber das funktioniert ja auch nicht.
Die Gesetzgebung einer Demokratie impliziert immer eine bestimmte politisch-soziale Ethik. Das kann die Ethik des ausgleichenden Sozialstaates sein, aber auch eine, die von einem schroffen Neoliberalismus beeinflusst ist. - Rawls fragte: Auf welchen Grundsätzen sollte eine Gesetzgebungs-Ethik beruhen, die das problematische Verhältnis von sozialer Ungleichheit und demokratischer Beteiligung löst?
Es muss darum gehen, einen Blickwinkel zu finden, der zwar die egoistisch-bornierten Interessen des Einzelnen transzendiert, ihm aber dennoch zugemutet werden kann, weil er in ihm seine egoistischen Interessen rational gedeutet findet. Den Weg, den Rawls vorschlägt, soll der Workshop finden, auf gegenwärtige Probleme anwenden und für den Unterricht ausgestalten. - Dazu wird auf Unterricht in Politik, Ethik und Religion in der Oberstufe und der Mittelstufe zurückgegriffen.
Aber Rawls hatte auch kräftige Kritiker, Hayek zum Beispiel. Was sagte Hayek gegen Rawls? Gibt es eine Möglichkeit zu einer fruchtbaren Kontroverse im Klassenzimmer?

Veranstalter/Workshopleitung


Universität Hannover
Horst Leps

Format


Präsentation mit Diskussion


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