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September 2019

30.09.2019: Vor 30 Jahren: Ausreise aus der Prager Botschaft

"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise..." – weiter kam Hans-Dietrich Genscher vor 30 Jahren nicht, als seine Worte im Jubel der Menge untergingen. Soeben hatte der damalige Bundesaußenminister in der Prager Botschaft der Bundesrepublik tausenden DDR-Flüchtlingen die Ausreise in den Westen verkündet.

DDR-Flüchtlinge in einer westdeutschen Botschaft?
  • Seit Mitte der 1980er Jahre flüchteten immer mehr DDR-Bürger/-innen in westdeutsche Botschaften in Budapest, Warschau und Prag. Sie wollten ihre Ausreise in die Bundesrepublik erzwingen.
  • Im Sommer 1989 stieg die Zahl der Flüchtlinge deutlich an. Im Garten der Prager Botschaft campierten Ende September 1989 rund 4.000 Menschen.
Wie kam es zu ihrer Ausreise?
  • Die DDR-Regierung bestand zunächst auf die vorübergehende Rückkehr der Ausreisewilligen. Genscher wollte diese ohne Umwege in die Bundesrepublik holen.
  • Unter Vermittlung durch den sowjetischen Außenminister Schewardnadse einigte man sich auf einen Kompromiss.
  • Die DDR-Regierung stellte eine Bedingung: Die Züge mit den Flüchtlingen mussten durch die DDR in die Bundesrepublik fahren.
Zug in die Freiheit?
  • Viele Flüchtlinge fürchteten, innerhalb der DDR gestoppt und verhaftet zu werden. Daher wurden alle Züge von westdeutschen Diplomaten begleitet.
  • Am 1. Oktober trafen die ersten Züge in Hof (Bayern) ein. Knappe 6 Wochen später fiel die Mauer.
Mehr Infos: http://kurz.bpb.de/dtdp526

Auf http://tagesschau.de kannst du Genschers Balkonrede nachschauen: http://kurz.bpb.de/dtdp527

Viele Grüße
deine bpb Online-Redaktion

30.09.2019



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