Fahnenschwenker vor dem Brandenburger Tor am 17. Juni 1953.

Der Aufstand

Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 war der erste öffentliche Massenprotest im Machtbereich der Sowjetunion nach 1945. Rund eine Million Menschen gingen an diesem Tag in der DDR für bessere Lebensbedingungen, für Demokratie, Freiheit und deutsche Einheit auf die Straße. Die Demonstrationen und Kundgebungen an mehr als 700 Orten wurden schließlich zur Unterstützung von SED und Stasi von sowjetischen Panzern und Truppen aufgelöst. Über 50 Menschen wurden getötet, Hunderte schwer verletzt, Tausende anschließend zu häufig mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Aufmarsch zur SED-Parteikonferenz mit Plakaten von Friedrich Engels, Joseph Stalin und Karl Marx 1952.

Der Weg in die Krise:
Zur Vorgeschichte des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953

"Aufbau des Sozialismus" heißt der Slogan, der im Juli 1952 die 2. Parteikonferenz der SED prägt. Das führt zu zahlreichen Einschnitten für die Bevölkerung: Militarisierung, betriebliche Enteignungen, Kollektivierungen in der Landwirtschaft sowie den Kampf gegen die Kirche. Weiter...

Hunderte Arbeiter vor dem Brandenburger Tor. Minuten später wird die rote Fahne vom Tor geholt und verbrannt.

Der 17. Juni in Berlin

Als die Berliner Bauarbeiter am 16. Juni 1953 ihre Arbeit niederlegen und von der Stalinallee in die Leipziger Straße marschieren, ahnt noch niemand, welches Ausmaß der Aufstand annehmen wird. Am nächsten Tag streiken mehrere zehntausend Menschen in Ost-Berlin. Demonstrationen beherrschen das Stadtbild. Bis am Nachmittag sowjetische Panzer auffahren. Weiter...

Am Morgen des 17. Juni 1953 demonstrieren Bauern der umliegenden Dörfer in der Kreisstadt Jessen.

Der 17. Juni im Land

Der Aufstand erfasst am 17. Juni 1953 die gesamte DDR. In mehr als 700 Orten gehen die Menschen auf die Straße. Am Vortag haben sie von den Berliner Streiks erfahren und demonstrieren nun zu Zehntausenden. In mehreren Städten ziehen sie vor die Gefängnisse und fordern die Freilassung der politischen Häftlinge. Weiter...

Getötete des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 werden vor dem Schöneberger Rathaus aufgebahrt.

Die Toten des Volksaufstandes
vom 17. Juni 1953

Mehr als fünf Jahrzehnte blieben die Toten des Volksaufstandes weitgehend unbekannt. Nun sind ihre Biografien und die Umstände, unter denen sie ums Leben kamen, dokumentiert. Die Darstellung ihrer persönlichen Schicksale ist ein Versuch, die Toten vor dem Vergessen zu bewahren und ihnen auf diese Weise eine späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Weiter...

Zwei Arbeiter tauschen das Straßenschild der Charlottenburger Chaussee gegen ein Schild mit der Aufschrift "Straße des 17. Juni" um. Die Umbenennung fand als Reaktion auf den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 statt.

Die Reaktion des Westens

Zunächst füllen Schlagzeilen, Bilder und Filmaufnahmen vom Volksaufstand die Medien des Westens. Vor dem Schöneberger Rathaus wird der Opfer gedacht - in der DDR ist das verboten. Schnell ernennt der Bundestag den 17. Juni zum Feiertag, Straßen werden umbenannt. Im Laufe der Jahre jedoch nimmt die Empathie immer mehr ab. Weiter...

Blick in das Ostberliner Schauspielhaus während der Gedenkveranstaltung am 17. Juni 1990: Zur ersten gemeinsamen Feierstunde zum "Tag der deutschen Einheit" versammelten sich Abgeordnete beider deutschen Parlamente in Ostberlin.

Gedenken und Erinnern

In der alten Bundesrepublik war der 17. Juni bekanntlich seit 1954 als "Tag der deutschen Einheit" zum prekären Nationalfeiertag avanciert. Prekär, weil er dort gefeiert wurde, wo er nicht stattgefunden hatte, und die Bevölkerung im Laufe der Jahre zunehmend ins Grüne fuhr, statt den Reden zu lauschen, die im Bundestag und auf anderen Veranstaltungen in Städten und Gemeinden gehalten wurden. Und heute? Weiter...

 
ORIGINAL-BU: Eine Ehrenparade der Nationalen Volksarmee leitete die Feierlichkeiten am 7.Oktober ein. Auf der Ehrentribüne in der Karl-Marx-Allee wurden herzlich begrüßt der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, und weitere Mitglieder der Partei- und Staatsführung der DDR sowie der Generalsekretär des ZK der KPdSU und Vorsitzende des Obersten Sowjets der UdSSR, Michail Gorbatschow (7.v.l.), und weitere Repräsentanten aus dem Ausland.40 Jahre deutsch-deutsche Wirklichkeit

Die Geschichte der DDR

Am 7.10.1949 konstituierte sich nach der BRD der zweite deutsche Staat durch die Inkraftsetzung der "Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik". Wilhelm Bleek analysiert das System Ulbricht bis hin zu Krise und Untergang der SED-Herrschaft. Weiter... 

DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, ÜberwachungsmonitoreDossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart: Wirklichkeit wird geschönt, Kritik unterdrückt, Oppositionelle werden verfolgt und gebrochen. Weiter... 

Teaser Jugendopposition in der DDROnline-Angebot

Jugendopposition in der DDR

Ausgezeichnet mit Grimme Online Award: Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten. Weiter... 

Mit Menschenketten, Demonstrationen und einer Kundgebung im Bonner Hofgarten demonstrierten ca. 400.000 Menschen aus allen Teilen des Bundesgebietes und vielen politischen Richtungen gegen die Nachrüstung vor ca. 30 Jahren.Sammel-Dossier

Der Kalte Krieg

Der Kalte Krieg gilt als Bezeichnung für die spannungsreiche Konfrontation der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zwischen 1945 und 1989. Beide Staatenbünde versuchten weltweit Einflusssphären auszubauen, bedrohten sich durch atomare Hochrüstung und führten lokale Stellvertreterkriege. Weiter...