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4.11.2020

Dokumentation: Ministerium für Wissenschaft und Hochschulen der Republik Polen: Sondermitteilung für die Bürger der Republik Belarus

Der polnische Staatssekretär Wojciech Maksymowicz wendet sich an Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Belarus und unterbreitet ein spezielles Stipendienangebot.

Wojciech MaksymowiczWojciech Maksymowicz (© picture-alliance, Radek Pietruszka | PAP)

5. Oktober 2020

Staatssekretär Prof. Wojciech Maksymowicz wendet sich an die internationalen Studierenden und Wissenschaftler mit einer Sondermitteilung für die Bürger der Republik Belarus

Liebe internationale Studierende und Wissenschaftler aus der Republik Belarus!

Heute kämpfen Sie als Repräsentanten der akademischen Gemeinschaft in Belarus für demokratische Rechte in Ihrem Land. Es ist unsere Pflicht, Ihnen eine solidarische Hand entgegenzustrecken. Wir gehören zu derselben akademischen Wertewelt, in der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie respektiert werden.

Seit vielen Jahren ist das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulen daran beteiligt, die akademische Mobilität belarussischer Bürger zu unterstützen. Diese Aktivitäten werden gegenwärtig in Übereinstimmung mit der Initiative der polnischen Regierung "Vereint mit Belarus" durchgeführt. Dahinter stehen Überlegungen unserer Regierung, die Einreise belarussischer Bürger auf polnisches Staatsgebiet zu erleichtern, verknüpft mit einem Basishilfsangebot.

Es gibt zahlreiche Initiativen, die von Einrichtungen aus dem Umfeld des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulen durchgeführt und geplant werden. Lassen Sie mich einige Beispiele nennen:

Die polnische Nationalagentur für Akademischen Austausch (NAWA) hat ein spezielles Stipendienangebot für drei Zielgruppen aus der Republik Belarus erstellt.

Erstens für potentielle Studierende, die daran interessiert sind, ihr Studium an einer polnischen Universität zu beginnen. Als Teil der Aktion "Solidarität mit Studierenden" werden 150 Studierende ein Stipendium für das akademische Jahr 2020/21 erhalten.

Zweitens für Wissenschaftler, die nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an einer polnischen Universität, einem Forschungsinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften oder einem Institut des Łukasiewicz-Forschungsverbunds suchen. Das Budget der Aktion "Solidarität mit Wissenschaftlern" beträgt zwei Millionen Zloty.

Drittens für Lehrer der polnischen Sprache, die bereit sind, ein Postgraduiertenstudium aufzunehmen.

Das Programm wird in Zusammenarbeit mit der Hochschulrektorenkonferenz in Polen durchgeführt. Insgesamt planen wir, einige Hundert Studierende und Wissenschaftler zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie für weitere Informationen die NAWA.

Darüber hinaus bieten wir zusätzliche Unterstützung in Form des Konstanty Kalinowski-Stipendienprogramms an. Es ist das größte europäische Hilfsprogramm für junge Belarussen, die aufgrund ihrer politischen Ansichten nicht in Belarus studieren können.

Unterstützt werden ein Studium an ausgewählten polnischen Universitäten – ohne Studiengebühr und mit einem monatlichen Stipendium – oder ein einjähriger Forschungsaufenthalt in Warschau. Ein zusätzlicher Aufruf, sich zu bewerben, wurde unlängst veröffentlicht. Wir planen, bis zu eintausend Personen zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie für weitere Informationen das Büro des Konstanty Kalinowski-Stipendienprogramms.

Sie brauchen nicht Polnisch zu sprechen, um ein Stipendium zu bekommen. Sowohl das NAWA - als auch das Kalinowski-Programm bieten einen Polnisch Sprachkurs für die Kandidaten an, die zum Studium zugelassen sind. Die NAWA hat außerdem freie Plätze für einhundert Belarussen im Rahmen der "Sommerkurse zur polnischen Sprache und Kultur" angeboten.

Darüber hinaus möchten Sie sich vielleicht mit weiteren Programmen der NAWA wie dem Stefan Banach-Stipendienprogramm oder dem Ulam-Programm vertraut machen.

Des Weiteren bieten viele polnische Hochschuleinrichtungen in diesem akademischen Jahr gebührenfreie Studienplätze für Bürger der Republik Belarus an. Ich begrüße ausdrücklich diese Basisinitiativen zur Unterstützung der internationalen Mobilität der Belarussen! Bitte nehmen Sie für weitere Informationen Kontakt mit dem International Office der Universitäten auf.

Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn Sie unsere Unterstützung anspricht. Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Laufbahnen in Hochschule und Forschung und freue mich, Sie in Polen zu begrüßen!

Unter den schwierigen, von Covid-19 geprägten Bedingungen für die internationale Mobilität möchte ich alle internationalen Studierenden und Forscher herzlich willkommen heißen und Ihnen erfolgreiche Erfahrungen in Polen wünschen.

Unser Land unternimmt entschlossene Maßnahmen, um den Gesundheitssektor zu stärken und die Gesellschaft vor dem Corona-Virus zu schützen. Seien Sie sicher, dass Ihre Gesundheit und Wohlbefinden für uns Priorität haben!

Ich empfehle Ihnen, die Webseiten Ihrer Hochschul- oder Forschungseinrichtung, Ihrer Stipendiengeber und der Regierung zu verfolgen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Team für internationale Kooperationen an Ihrer Gastinstitution oder an Ihre Kollegen.

Ich bin überzeugt, dass uns unsere gemeinsamen Anstrengungen helfen werden, Schwierigkeiten zu überwinden und uns und unsere Lieben zu schützen. Trotz dieser herausfordernden Zeiten hoffe ich, dass Ihr Aufenthalt in Polen eine inspirierende und wertvolle Erfahrung werden wird!

Hervorhebungen im Original
Übersetzung aus dem Englischen: Silke Plate

Quelle: https://www.gov.pl/web/science/secretary-of-state-professor-maksymowiczs-address-to-international-students-and-researchers-with-a-special-message-to-citizens-of-the-republic-of-belarus (abgerufen am 28.10.2020).

Gemeinsam herausgegeben werden die Polen-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz- Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.

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