Gesichter des jüdischen Widerstandes im Ghetto
Małka Zdrojewicz Horenstein, Bluma Wyszogrodzka und Rachela Wyszogrodzka. Alle drei Frauen leisteten im Warschauer Ghetto Widerstand. Małka
Zdrojewicz gehörte während des Aufstands zur Jüdischen Kampforganisation. Zusammen mit ihren Schwestern Bluma und Rachela Wyszogrodzki stellte sie im Untergrund Granaten und Sprengkörper her und schmuggelte sie zusammen mit anderen jungen Frauen Waffen ins Ghetto. Bluma Wyszogrodzka wurde nach ihrer Festnahme erschossen, Rachela Wyszogrodzka im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Małka Zdrojewicz überlebte den Holocaust. Das Foto stammt aus dem sogenannten Stroop-Bericht und trägt die Bildunterschrift "Mit Waffen gefangene Weiber der Haluzzenbewegung". SS-Mann Jürgen Stroop fertigte seinen Bericht wie eine Dokumentation an – mit der Absicht, die Vernichtung des Ghettos als militärische Aktion zu charakterisieren und sich in seiner Rolle als Befehlshaber zu profilieren. Sämtliche Fotos seines 50-seitigen Bildberichts zeigen die Geschehnisse aus der Täterperspektive. Sie werden bis heute vielfach benutzt, um den Aufstand im Warschauer Ghetto zu bebildern.
Die polnisch-jüdische Widerstandskämpferin Mira Fuchrer wurde 1920 in Warschau geboren und war in der jüdischen Jugendorganisation "HaShomer
HaTzair" tätig. Sie arbeitete zusammen mit Towa Frenkel und Rachel Zylberberg im Untergrund. Zusammen mit Mordechaj Anielewicz war sie Teil des Aufstands im Warschauer Ghetto und nahm sich wie weitere Mitglieder am 8. Mai 1943 in einem Bunker in der Miła-Straße das Leben.
Der junge Mordechaj Anielewicz, Mitglied des "HaShomer HaTzair", wurde zum Kommandanten der ŻOB (Żydowska Organizacja Bojowa) ernannt.
Vladka Meed wurde am 29. Dezember 1921 als Feigele Peltel in Warschau geboren. Nach der Deportation ihrer gesamten Familie schloss sie sich als
Zwanzigjährige dem jüdischen Widerstand an und schmuggelte als Kurierin Waffen und Sprengstoff für den Aufstand ins Warschauer Ghetto. Sie gehört zu den wenigen überlebenden Widerständskämpferinnen.
Marek Edelman (1919-2009) nahm am Aufstand im Warschauer Ghetto teil und gehörte zu den Mitbegründern der Untergrundorganisation ŻOB (Żydowska
Organizacja Bojowa). Er konnte am 10. Mai 1943 aus dem Ghetto entkommen und untertauchen. 1944 kämpfte er im Warschauer Aufstand erneut gegen die nationalsozialistischen Besatzer.