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GAU

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Christiane Toyka-Seid, Gerd Schneider

Das Atomkraftwerk Fukushima, bevor es nach dem Erdbeben zu einem GAU kam und das Kraftwerk zerstört wurde. (© AP Photos)

Unfall in Atomkraftwerken

Im Zusammenhang mit der Kernenergie steht diese Abkürzung für "Größter Anzunehmender Unfall". In Kernkraftwerken können Unfälle sehr gefährliche Folgen für Mensch und Natur haben. Um solchen Unfällen vorbeugen zu können, überlegen Spezialisten, was alles passieren könnte. Wenn sämtliche schlimmen Pannen eintreten, die man sich nur ausdenken kann, wäre das in so einem Kraftwerk ein GAU oder Super-GAU, wie es auch heißt. Es werden deshalb Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um so gut wie möglich auf einen solchen Unfall vorbereitet zu sein. Hierzu gehört auch ein Katastrophenplan (Interner Link: Katastrophenschutz). Darin ist genau geregelt ist, wer was zu tun hat, wenn ein GAU tatsächlich eintritt.

Das Kernkraftwerk Tschernobyl im November 2016: Eine Schutzhülle soll den Austritt radioaktiver Stoffe verhindern. (© picture alliance / NurPhoto)

Fukushima und Tschernobyl

Solch ein verheerender Unfall, der nicht mehr zu kontrollieren war, geschah im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima in Japan. Vor der Küste Japans hatte sich ein schweres Erdbeben ereignet. Mehrere riesig hohe Wasserwellen, sogenannte Tsunamiwellen, zerstörten das Atomkraftwerk so stark, dass es zu Kernschmelzen kam. Radioaktive Stoffe wurden freigesetzt, die das Land weithin verseuchten. Viele tausend Menschen starben, mehr als 300.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Bis heute dürfen weite Gebiete um den Reaktor nicht betreten werden. 1986 hatte es bereits einen anderen großen GAU in Europa gegeben. Damals kam es in Tschernobyl in der Ukraine zu einem verheerenden Unglück. In Deutschland haben die Politiker nach dem Unglück von Fukushima beschlossen, möglichst bald die Gewinnung von Energie aus Atomkraftwerken zu beenden und andere Möglichkeiten der Energieversorgung auszubauen.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2022.

Fussnoten