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Hinrichtung der Geschwister Scholl vor 80 Jahren | Deine tägliche Dosis Politik | bpb.de

Hinrichtung der Geschwister Scholl vor 80 Jahren Deine tägliche Dosis Politik

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Deine tägliche Dosis Politik - Hinrichtung der Geschwister Scholl vor 80 Jahren

Heute vor 80 Jahren wurden die Geschwister Sophie und Hans Scholl durch das Nazi-Regime wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Der 1918 geborene Hans Scholl und seine drei Jahre jüngere Schwester Sophie waren in ihrer Jugend noch Anhänger des Nationalsozialismus gewesen. Beide waren in den nationalsozialistischen Jugendbewegungen aktiv, Hans in der Hitlerjugend und Sophie bei den Ulmer Jungmädeln. Bis zum Abitur wandelte sich ihre Einstellung zum Nazi-Regime, 1937 gerieten sie wegen sog. "bündischer Umtriebe" kurzzeitig in Haft.

1939 beginnt Hans ein Medizinstudium an der LMU München, 1942 folgt ihm seine Schwester, um Biologie und Philosophie zu studieren. An der Uni entsteht rund um ihren Freundeskreis die Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose", zu denen neben den Geschwistern Scholl u.a. auch Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell sowie der Professor Kurt Huber gehörten. Nach dem Beginn der Flächenbombardements deutscher Städte durch die Alliierten verfassen Hans Scholl und Alexander Schmorell im Sommer 1942 die ersten vier Flugblätter. In diesen rufen sie zur Beendigung des Krieges auf, prangern die Verbrechen des Regimes sowie den Massenmord an der jüdischen Bevölkerung an und appellieren an die Verantwortung jedes einzelnen.

Als Sophie und Hans am 18. Februar 1943 das sechste Flugblatt in der Universität in München verteilen und die übriggebliebenen Flugblätter in den Lichthof fallen lassen, werden sie dabei vom Hausmeister beobachtet. Dieser ruft die Gestapo, die Geschwister werden verhaftet – wie auch weitere Mitglieder der Weißen Rose. Sie werden am Volksgerichtshof angeklagt. Das Gericht ist ein Machtinstrument des NS-Regimes, das allein dazu dient, seine Gegnerinnen und Gegner auszuschalten. Der Gauleiter Paul Giesler treibt den Prozess voran – an den drei Studierenden soll ein Exempel statuiert werden. Am 22. Februar 1943, also schon vier Tage nach der Verhaftung, werden Sophie und Hans Scholl gemeinsam mit Christoph Probst zum Tode verurteilt und noch am selben Abend hingerichtet.

Bis heute sind "Die Weiße Rose" und ihre Mitglieder ein Symbol des Widerstands und der Zivilcourage. Denkmäler und nach ihnen benannte Straßen und Schulen erinnern an ihren Mut. Seit 1980 wird zudem der Geschwister-Scholl-Preis für Bücher vergeben, die "von geistiger Unabhängigkeit zeugen und geeignet sind, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben."

Fussnoten

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