☕ Guten Morgen,
morgen tritt das UN-Hochseeabkommen (BBNJ) in Kraft. Was steckt dahinter?
🌊⚖️ Hintergrund
Die Hohe See umfasst alle Meeresgebiete, die weiter als 200 Seemeilen (etwa 370 km) von der nächsten Küste entfernt sind – etwa 60 % der Weltmeere. Sie liegt jenseits nationaler Einflusssphären und Rechtsprechungen.
Die Weltmeere sind mehr als Handelswege und Rohstoffquellen: Sie liefern die Hälfte des globalen Sauerstoffs, binden Treibhausgase und Wärme und beherbergen eine große Artenvielfalt.
Das BBNJ-Abkommen unterstützt das Ziel des Weltnaturabkommens von Montreal, bis 2030 30 % aller Meeresflächen zu schützen.
📃 Abkommen
Das Abkommen wurde 2023 nach fast 20 Jahren Verhandlungen beschlossen. Es schafft erstmals allgemeine internationale Natur- und Umweltschutzregeln für die Hohe See.
Min. 60 Staaten mussten den Vertrag ratifizieren, damit er in Kraft treten konnte. Deutschland hat die Ratifizierung noch nicht abgeschlossen, zwei entsprechende Gesetze aber auf den Weg gebracht.
Der Vertrag hat vier zentrale Werkzeuge: die Errichtung von Meeresschutzgebieten, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Regeln zur Nutzung genetischer Ressourcen und die Beteiligung ärmerer Länder an Profiten.
🔎 Ausblick
Bis Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden, könnte es Schätzungen der NGO Natural Resources Defence Council noch drei Jahre dauern.
Die erste Konferenz der Vertragsstaaten, die die Grundlagen für eine künftige Zusammenarbeit legen soll, findet frühestens im August 2026 statt.
Russland hat den Vertrag nicht unterzeichnet, die USA noch nicht ratifiziert. Beide Länder verfolgen geopolitische und wirtschaftliche Interessen in der Hochsee, z.B. den Tiefseebergbau.
Weitere Informationen über das Hochseeabkommen
Nach langjährigen Verhandlungen hat sich die Weltgemeinschaft im März 2023 zu einem historischen Abkommen zum Schutz der so genannten "Hohen See" durchgerungen. Worum geht's?
📜 Das Abkommen
Die "Hohe See" gehört niemandem, da sie jenseits nationaler Grenzen liegt. Sie umfasst alle Gebiete, die weiter als 200 Seemeilen (etwa 370 km) von der nächsten Küste entfernt sind.
Das UN-Abkommen ermöglicht erstmals verbindliche Regeln für diesen bisher weitgehend rechtsfreien Bereich, darunter Umweltverträglichkeitsprüfungen und die Festlegung von Schutzgebieten.
Mind. 30% der Weltmeere sollen bis Ende des Jahrzehnts unter Schutz gestellt werden.
🗺️ Internationale Einigung
Mehr als 140 Nationen haben das Abkommen unterzeichnet, um das bereits seit 2004 gestritten wurde.
Damit es auch wirklich in Kraft treten kann, müssen noch mind. 60 Staaten das Abkommen durch ihre Regierungen oder nationalen Parlamente ratifizieren.
📢 🔎 Reaktionen & Ausblick
Naturschutzverbände bewerten das Abkommen als historisches Ereignis. Greenpeace sieht es als Zeichen dafür, dass in einer gespaltenen Welt der Schutz der Natur und der Menschen über die Geopolitik triumphieren könne.
Da die Vereinten Nationen keine verbindlichen Gesetze verabschieden können, wird sich erst in Zukunft zeigen, ob sich genügend Staaten an das Abkommen halten werden.
Zudem müssen noch konkrete Mechanismen entwickelt werden, um Schutzgebiete ausweisen zu können und die Einhaltung der Regeln zum Schutz dieser Meeresgebiete zu überwachen.
➡️ Mehr zur Bedeutung der Ozeane und ihrem Schutz findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp1895
➡️ Mehr zu „Ocean Governance”: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3011
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