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derzeit wird intensiv über die Zahl an Krankschreibungen in Deutschland diskutiert. Was steckt dahinter?
📈 Aktuell
2024 fehlten Beschäftigte in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 14,8 Tage wegen Krankheit. Die häufigsten Ursachen sind laut DAK-Gesundheitsreport 2025 Atemwegserkrankungen, Muskel-Skelett-Probleme und psychische Leiden.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schätzt den volkswirtschaftlichen Verlust durch Arbeitsausfälle im Jahr 2024 auf etwa 227 Mrd. €.
Die genaue Zahl der Krankschreibungen bleibt unklar: Meldungen unter 4 Tagen werden selten erfasst, einheitliche Daten fehlen.
📞 Gesetzliche Lage
Gesetzlich ist eine Krankschreibung erst ab dem 4. Krankheitstag nötig. Arbeitgebende können sie aber auch früher verlangen.
Seit der Corona-Pandemie dürfen sich Angestellte auch telefonisch krankschreiben lassen – max. 5 Tage ohne Praxisbesuch.
Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) trug die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum zuletzt starken Anstieg der Zahlen bei, da sich die Datenbasis geändert habe. Seit 2022 übermitteln Hausarztpraxen Krankmeldungen direkt an Arbeitgebende und Krankenkassen.
💬 Diskussion
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, die telefonische Krankschreibung zu überprüfen. Sie erleichtere Missbrauch.
SPD, Grüne und Linke sehen die Ursachen der hohen Krankmeldungen dagegen in schlechten Arbeitsbedingungen, Überlastung und Personalmangel, nicht in fehlender Leistungsbereitschaft.
Laut ZEW können Unternehmen mit besserem betrieblichen Gesundheitsmanagement die Situation verbessern.
➡️ Wie funktioniert das deutsche Gesundheitssystem? Antworten findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3014
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