Helau und Alaaf,
heute ist Rosenmontag und in den Karnevalshochburgen finden große und aufwändige Umzüge statt.
📖 Die lange Geschichte
Die Geschichte von Karneval, Fasching und Fas(t)nacht reicht über 2.000 Jahre zurück. Im antiken Rom feierten die Menschen ausgelassen die Saturnalien und verkleideten sich. Im Mittelalter wurden kurz vor der strengen Fastenzeit die kirchlichen Regeln übertreten.
Mit der Reformation wurde der Karneval als unvernünftig und unsittlich abgeschafft, bevor das Bürgertum ihn im 19. Jahrhundert als Brauchtum wiederentdeckte.
1823 wurde in Köln, damals unter preußischer Herrschaft, der Rosenmontagszug eingeführt. Die Maßlosigkeit des Feierns sollte geordnet werden. Die Karnevalisten parodierten mit ihren noch heute für den Karneval prägenden Uniformen preußische Vorbilder.
💂♀️ Das Politische im Närrischen
Seit den 1830ern politisierte sich der Karneval und bot revolutionär-demokratischen Bewegungen eine Bühne. Er symbolisierte den Widerstand gegen Zensur und staatliche Repressionen.
Die Nationalsozialisten nutzten den Umzug zur Propaganda und inszenierten eine „Volksgemeinschaft“. Sie zeigten antisemitische Motivwagen und warben für den Lebensraum im Osten.
Lange blieb die Geschichte des Karnevals in der NS-Zeit ein Tabuthema. Erst ab 2010 richteten breiter wahrgenommene Veröffentlichungen einen kritischen Blick auf die Tradition.
🔍 Heute
Die heutigen Motivwagen üben satirische Kritik an aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, Organisationen und Personen.
Teilweise werden die Motive im Vorfeld streng geheim gehalten, um mögliche Zensurmaßnahmen zu verhindern.
Gegen einen Düsseldorfer Wagenbauer wurde kürzlich in Russland Anklage erhoben. Ihm wird vorgeworfen, russische Staatsorgane zu verunglimpfen.
➡️ Teilhabe op Kölsch: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3032
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