☁️ Guten Morgen,
die Arabischen Protestbewegungen gingen von Tunesien aus. Warum?
🔥 Auslöser
Am 17.12.2010 zündete sich der 26-jährige Gemüsehändler Mohamed Bouazizi vor der Regionalverwaltung der tunesischen Stadt Sidi Bouzid selbst an. Kurz darauf starb er. Seine Selbstverbrennung gilt als Protest gegen Korruption und Willkür.
Behörden hatten regelmäßig Bestechungsgelder gefordert, damit er sein Gemüse verkaufen kann. Dennoch beschlagnahmten sie immer wieder seine Waren. Seine Beschwerde darüber blieb erfolglos.
Wenige Stunden nach der Selbstverbrennung kam es zu ersten Protesten. Bilder und Videos verbreiteten sich landesweit auf Facebook und Twitter sowie im Fernsehsender Al Jazeera.
🔎📉 Ursachen
In Tunesien herrschten 2010/2011 Armut, Ausbeutung, Perspektiv- und Arbeitslosigkeit, gerade bei jungen Menschen.
Tunesiens damaliger Präsident Ben Ali, zu der Zeit bereits seit 23 Jahren an der Macht, zensierte die Medien und unterdrückte die Opposition. Sein autoritäres Regime stütze sich auf Polizeigewalt.
Ähnliche Missstände gab es auch in anderen arabischen Ländern. Sie boten den Nährboden für die regionale Ausweitung der Proteste.
📋 Charakteristika
Die Proteste wurden durch Menschen aus allen sozialen Schichten und verschiedensten politischen Milieus getragen – mit unterschiedlichen Motiven.
Ihr übereinstimmender Wunsch war, das jeweilige autoritäre Herrschaftssystem zu reformieren oder zu stürzen. Es gab jedoch keine gemeinsame Zukunftsvision.
Sie verband eine einheitliche Symbolik und Protestkultur, wodurch sich die Proteste länderübergreifend beeinflussten und verstärkten. Erkennungsmerkmale waren Demonstrationstage („Tage des Zorns“) sowie die Besetzung zentraler Straßen und Plätze, z.B. des Tahrir-Platzes in Ägypten.
➡️ Im nächsten Beitrag werfen wir einen Blick auf die lokal unterschiedlichen Verläufe der Proteste.
Viele Grüße
Deine bpb Social Media Redaktion