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die Arabischen Protestbewegungen nahmen ab 2010 unterschiedliche Verläufe. Wie können sie kategorisiert werden?
🚪 Sturz der Herrscher
Im Januar 2011 floh Präsident Ben Ali aus Tunesien, im Februar trat Präsident Mubarak in Ägypten zurück.
Libyens Machthaber al-Gaddafi wurde mithilfe einer internationalen Militärintervention gestürzt und im Oktober 2011 getötet. Im November 2011 trat Präsident Salih im Jemen zurück.
Während in Ägypten und Tunesien anschließend zunächst Ansätze einer Demokratisierung zu beobachten waren, führte das Machtvakuum in Libyen und Jemen zu blutigen Bürgerkriegen.
⛔ Eindämmung der Aufstände
In vielen arabischen Ländern, darunter z.B. Bahrain und Irak, gingen die Regime gewaltsam gegen Demonstrierende vor.
In anderen Ländern konnten die Proteste durch begrenzte Reformen abgeschwächt werden.
Die arabischen Monarchien bzw. Emirate oder Sultanate blieben während der Proteste relativ beständig. Das lag wesentlich an ihrer traditionell bzw. religiös legitimierten Herrschaft, einer effektiven Eliteneinbindung, einer großzügigen Verteilungspolitik sowie westlicher und regionaler Unterstützung.
💥 Bürgerkrieg
In Syrien reagierte Machthaber al-Assad 2011 mit brutaler Gewalt auf die Proteste. Daraus entwickelte sich ein Bürgerkrieg zwischen Oppositionsgruppen und dem Regime.
Im Jemen kämpft seit 2014 die Huthi-Miliz gegen die Regierung. In Libyen herrschte bis 2020 ein Bürgerkrieg zwischen zwei Regierungen und mehreren Milizen.
Verschiedene ausländische Mächte griffen in die Bürgerkriege ein. Die Kriege in Syrien und im Jemen wurden im Laufe der Zeit zu Stellvertreterkriegen, in denen regionale und internationale Mächte eigene Interessen verfolgten.
➡️ So unterschiedlich die Verläufe waren, so verschieden waren auch die unmittelbaren Folgen der Proteste. Darum geht es im nächsten Beitrag.
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Deine bpb Social Media Redaktion