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heute vor 70 Jahren brach Nikita Chruschtschow mit dem Stalinismus und sorgte für „Tauwetter“ in der Sowjetunion. Was steckt dahinter?
🔎 Stalinismus
Josef Stalin herrschte als Generalsekretär der Kommunistischen Partei mit absoluter Macht von 1929 bis 1953 über die Sowjetunion. Er verantwortet Millionen Tote durch politische Säuberungen, Straflager („Gulag“) oder infolge erzwungener Hungersnöte.
Stalin inszenierte sich als unantastbarer Führer. Mit systematischer Willkür schürte er Angst und Unsicherheit.
Nach seinem Tod 1953 leitete die neue „kollektive Führung“ unter Nikita Chruschtschow die Abkehr von Stalins repressivem System ein.
📃 Entstalinisierung
Am 25.2.1956 enthüllte Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei Stalins Verbrechen und kritisierte den Terror. Diese Rede markiert den offiziellen Bruch mit dem Stalinismus.
Die neue Politik setzte auf ideologische Erziehung statt Zwang. Die Parteiführung rief die Bevölkerung zu „Kritik und Selbstkritik“ auf, um den Stalinismus zu überwinden. Gleichzeitig stand Kritik am politischen System und der Partei unter Strafe.
Zentrale Reformen waren die Abschaffung von Schnellgerichten und Folter, die Freilassung von Millionen Gefangenen und die Rehabilitierung tausender politisch Verfolgter.
🏛️ Folgen
Chruschtschow und seine Mitstreiter in Partei- und Staatsführung ersetzten die Diktatur Stalins durch eine kollektive Parteiführung.
Dennoch blieb die Sowjetunion ein autoritärer Staat. Widerstand, wie 1956 in Ungarn, wurde gewaltsam unterdrückt.
Chruschtschows Vermächtnis bleibt umstritten. Seine Reformen gelten einerseits als Befreiung der sowjetischen Gesellschaft, andererseits als Mittel, die Macht der kommunistischen Partei zu sichern.
➡️ Mehr zum „Tauwetter“ findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3045
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