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Quiz zur Gründung des Auswärtigen Amtes 1951 | Deine tägliche Dosis Politik | bpb.de

Baustelle des Auswärtigen Amts in Bonn, 1954

Im März 1951 genehmigten die Westalliierten der Bundesrepublik Deutschland die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Am 16. März 1951 wurde daher das Auswärtige Amt neugegründet. Das Außenministerium gab es schon vorher unter diesem Namen und der Auswärtige Dienst blickt auf eine lange Geschichte zurück.

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Wann wurde das Auswärtige Amt erstmals gegründet?

Erläuterung

Der Name Auswärtiges Amt (AA) geht auf eine im Jahr 1870 gegründete Institution des Norddeutschen Bundes zurück. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde das Amt übernommen und fortgeführt. Es war zuständig für die außenpolitischen Angelegenheiten des neuen Nationalstaats. Der Name hat sich über verschiedene politische Systeme hinweg erhalten – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den NS-Staat und die Bundesrepublik bis zum wiedervereinigten Deutschland.
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Wer war der erste Außenminister der Bundesrepublik Deutschland?

Erläuterung

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) übernahm 1951 auch die Leitung des Auswärtigen Amtes. Ein zentrales außenpolitisches Ziel war die rasche Wiedererlangung staatlicher Souveränität durch konsequente Westbindung. Dazu setzte er auf die feste Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in westliche Bündnisse wie die NATO und die Europäischen Gemeinschaften, auf Aussöhnung mit Frankreich sowie auf klare Abgrenzung gegenüber der Sowjetunion. Diese Linie bestimmte die Außenpolitik der Bundesrepublik über Jahrzehnte. Der offizielle Titel der deutschen Außenministerinnen und -minister lautet übrigens: Bundesminister/-in des Auswärtigen.
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Welche Rolle spielte das Auswärtige Amt im Nationalsozialismus?

Erläuterung

Laut einem Forschungsbericht einer unabhängigen Historikerkommission war das Auswärtige Amt (AA) aktiv in Politik und Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes eingebunden. Deutsche Diplomaten waren nicht nur Mitwisser, sondern Mittäter von NS-Verbrechen, insbesondere des Holocaust. Zwar gab es Amtsangehörige, die sich den Verbrechen entgegenstellten, jedoch waren sie in der Minderheit. Das wurde erst über 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs öffentlich und entfachte eine Debatte über die Vergangenheit des AA.

Mehr zur Forschung der Kommission und zur Debatte um das AA: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3058
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Wie hoch war der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes in den 1950er Jahren?

Erläuterung

Laut der Studie „Das Amt und die Vergangenheit“ der unabhängigen Historikerkommission waren in den 1950er Jahren rund 40 % der Beschäftigten im Auswärtigen Amt ehemalige NSDAP-Mitglieder. Für den Aufbau des Amtes sei es notwendig gewesen, „wenigstens zunächst an den leitenden Stellen“ erfahrenes diplomatisches Personal zu haben – so verteidigte Bundeskanzler und Außenminister Konrad Adenauer 1952 die Personalpolitik des gerade wiedergegründeten Amtes.
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Warum hatte die Bundesrepublik nach 1945 zunächst keine eigene Außenpolitik?

Erläuterung

Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 verlor Deutschland seine staatliche Souveränität. Die Regierungsgewalt übernahmen die vier Siegermächte: die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion; eine eigenständige Außenpolitik gab es damit nicht mehr. Im Zuge des beginnenden Kalten Krieges forcierten die USA und Großbritannien die Gründung eines westdeutschen Staates in ihren Besatzungszonen. Das Besatzungsstatut von 1949 regelte die Kompetenzen der künftigen Regierung, schloss jedoch Außenbeziehungen zunächst aus. Auch nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 hatten die Alliierten weitreichende Vorbehaltsrechte, besonders in der Außen- und Sicherheitspolitik.
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Wie hieß eine der zentralen Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik zwischen 1955 und 1969?

Erläuterung

Mit der Hallstein-Doktrin (benannt nach einem Staatssekretär im Auswärtigen Amt) erhob die Bundesrepublik Deutschland (BRD) seit Mitte der 1950er Jahre den Alleinvertretungsanspruch für ganz Deutschland. Staaten, die diplomatische Beziehungen zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufnahmen oder diese völkerrechtlich anerkannten, mussten damit rechnen, dass die BRD ihre diplomatischen Beziehungen zu ihnen abbrach (einzige Ausnahme: die Sowjetunion). Ziel war es, die internationale Anerkennung der DDR zu verhindern und die deutsche Teilung außenpolitisch nicht zu verfestigen. Die Doktrin prägte die Außenpolitik der Bundesrepublik bis Ende der 1960er Jahre.
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Was wird als „Dritte Säule“ der Außenpolitik verstanden?

Erläuterung

Die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist seit den 1960er Jahren die „dritte Säule“ der deutschen Außenpolitik neben klassischer Diplomatie und Außenwirtschaftspolitik. Sie fördert kulturellen Austausch, die deutsche Sprache, wissenschaftliche Kooperationen sowie das Auslandsschulwesen. Ziel ist es, langfristige internationale Partnerschaften und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Zentrale Akteure sind u. a. das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).
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Wie viele Auslandsvertretungen unterhält Deutschland heute?

Erläuterung

Deutschland unterhält weltweit rund 230 Auslandsvertretungen, darunter Botschaften, Generalkonsulate und Ständige Vertretungen bei internationalen Organisationen. Sie vertreten deutsche Interessen, pflegen politische und wirtschaftliche Beziehungen und unterstützen Deutsche im Ausland. Der Auswärtige Dienst beschäftigt derzeit rund 13.600 Mitarbeitende; für 2026 ist ein Haushaltsvolumen von etwa 6 Milliarden Euro vorgesehen.
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Wer war die erste Frau im Amt der Bundesaußenministerin?

Erläuterung

Mit Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) übernahm 2021 erstmals eine Frau das Auswärtige Amt. Knapp 38 Prozent der Führungspositionen im Auswärtigen Amt sind bisher mit Frauen besetzt. Insgesamt stellen Frauen die Hälfte der Belegschaft im Auswärtigen Amt. Die erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland war übrigens 1969 Prof. Dr. Ellinor von Puttkamer.
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Welcher Staat verkündete als erster eine „feministische Außenpolitik“?

Erläuterung

Als erster Staat verkündete Schweden 2014 eine offizielle feministische Außenpolitik. Die Idee dahinter: Außenpolitik gerechter, inklusiver und nachhaltiger gestalten. Im Mittelpunkt stehen die Rechte, die politische Teilhabe und der gleichberechtigte Zugang zu Ressourcen für Frauen und andere marginalisierte Gruppen. Sicherheit wird dabei umfassend verstanden und schließt neben militärischen Aspekten auch soziale, wirtschaftliche und menschliche Sicherheit ein. Dies soll langfristig zu Frieden, Stabilität und internationaler Gerechtigkeit beitragen. Nach Schweden haben sich Länder wie Kanada, Frankreich, Luxemburg, Mexiko, Spanien, Libyen und unter der Ampelregierung auch Deutschland dieser außenpolitischen Ausrichtung angeschlossen.

Mehr dazu: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp1893
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Ihre Auswertung

Wann wurde das Auswärtige Amt erstmals gegründet?

Erläuterung
Der Name Auswärtiges Amt (AA) geht auf eine im Jahr 1870 gegründete Institution des Norddeutschen Bundes zurück. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde das Amt übernommen und fortgeführt. Es war zuständig für die außenpolitischen Angelegenheiten des neuen Nationalstaats. Der Name hat sich über verschiedene politische Systeme hinweg erhalten – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den NS-Staat und die Bundesrepublik bis zum wiedervereinigten Deutschland.

Wer war der erste Außenminister der Bundesrepublik Deutschland?

Erläuterung
Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) übernahm 1951 auch die Leitung des Auswärtigen Amtes. Ein zentrales außenpolitisches Ziel war die rasche Wiedererlangung staatlicher Souveränität durch konsequente Westbindung. Dazu setzte er auf die feste Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in westliche Bündnisse wie die NATO und die Europäischen Gemeinschaften, auf Aussöhnung mit Frankreich sowie auf klare Abgrenzung gegenüber der Sowjetunion. Diese Linie bestimmte die Außenpolitik der Bundesrepublik über Jahrzehnte. Der offizielle Titel der deutschen Außenministerinnen und -minister lautet übrigens: Bundesminister/-in des Auswärtigen.

Welche Rolle spielte das Auswärtige Amt im Nationalsozialismus?

Erläuterung
Laut einem Forschungsbericht einer unabhängigen Historikerkommission war das Auswärtige Amt (AA) aktiv in Politik und Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes eingebunden. Deutsche Diplomaten waren nicht nur Mitwisser, sondern Mittäter von NS-Verbrechen, insbesondere des Holocaust. Zwar gab es Amtsangehörige, die sich den Verbrechen entgegenstellten, jedoch waren sie in der Minderheit. Das wurde erst über 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs öffentlich und entfachte eine Debatte über die Vergangenheit des AA.

Mehr zur Forschung der Kommission und zur Debatte um das AA: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3058

Wie hoch war der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes in den 1950er Jahren?

Erläuterung
Laut der Studie „Das Amt und die Vergangenheit“ der unabhängigen Historikerkommission waren in den 1950er Jahren rund 40 % der Beschäftigten im Auswärtigen Amt ehemalige NSDAP-Mitglieder. Für den Aufbau des Amtes sei es notwendig gewesen, „wenigstens zunächst an den leitenden Stellen“ erfahrenes diplomatisches Personal zu haben – so verteidigte Bundeskanzler und Außenminister Konrad Adenauer 1952 die Personalpolitik des gerade wiedergegründeten Amtes.

Warum hatte die Bundesrepublik nach 1945 zunächst keine eigene Außenpolitik?

Erläuterung
Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 verlor Deutschland seine staatliche Souveränität. Die Regierungsgewalt übernahmen die vier Siegermächte: die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion; eine eigenständige Außenpolitik gab es damit nicht mehr. Im Zuge des beginnenden Kalten Krieges forcierten die USA und Großbritannien die Gründung eines westdeutschen Staates in ihren Besatzungszonen. Das Besatzungsstatut von 1949 regelte die Kompetenzen der künftigen Regierung, schloss jedoch Außenbeziehungen zunächst aus. Auch nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 hatten die Alliierten weitreichende Vorbehaltsrechte, besonders in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Wie hieß eine der zentralen Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik zwischen 1955 und 1969?

Erläuterung
Mit der Hallstein-Doktrin (benannt nach einem Staatssekretär im Auswärtigen Amt) erhob die Bundesrepublik Deutschland (BRD) seit Mitte der 1950er Jahre den Alleinvertretungsanspruch für ganz Deutschland. Staaten, die diplomatische Beziehungen zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufnahmen oder diese völkerrechtlich anerkannten, mussten damit rechnen, dass die BRD ihre diplomatischen Beziehungen zu ihnen abbrach (einzige Ausnahme: die Sowjetunion). Ziel war es, die internationale Anerkennung der DDR zu verhindern und die deutsche Teilung außenpolitisch nicht zu verfestigen. Die Doktrin prägte die Außenpolitik der Bundesrepublik bis Ende der 1960er Jahre.

Was wird als „Dritte Säule“ der Außenpolitik verstanden?

Erläuterung
Die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist seit den 1960er Jahren die „dritte Säule“ der deutschen Außenpolitik neben klassischer Diplomatie und Außenwirtschaftspolitik. Sie fördert kulturellen Austausch, die deutsche Sprache, wissenschaftliche Kooperationen sowie das Auslandsschulwesen. Ziel ist es, langfristige internationale Partnerschaften und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Zentrale Akteure sind u. a. das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Wie viele Auslandsvertretungen unterhält Deutschland heute?

Erläuterung
Deutschland unterhält weltweit rund 230 Auslandsvertretungen, darunter Botschaften, Generalkonsulate und Ständige Vertretungen bei internationalen Organisationen. Sie vertreten deutsche Interessen, pflegen politische und wirtschaftliche Beziehungen und unterstützen Deutsche im Ausland. Der Auswärtige Dienst beschäftigt derzeit rund 13.600 Mitarbeitende; für 2026 ist ein Haushaltsvolumen von etwa 6 Milliarden Euro vorgesehen.

Wer war die erste Frau im Amt der Bundesaußenministerin?

Erläuterung
Mit Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) übernahm 2021 erstmals eine Frau das Auswärtige Amt. Knapp 38 Prozent der Führungspositionen im Auswärtigen Amt sind bisher mit Frauen besetzt. Insgesamt stellen Frauen die Hälfte der Belegschaft im Auswärtigen Amt. Die erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland war übrigens 1969 Prof. Dr. Ellinor von Puttkamer.

Welcher Staat verkündete als erster eine „feministische Außenpolitik“?

Erläuterung
Als erster Staat verkündete Schweden 2014 eine offizielle feministische Außenpolitik. Die Idee dahinter: Außenpolitik gerechter, inklusiver und nachhaltiger gestalten. Im Mittelpunkt stehen die Rechte, die politische Teilhabe und der gleichberechtigte Zugang zu Ressourcen für Frauen und andere marginalisierte Gruppen. Sicherheit wird dabei umfassend verstanden und schließt neben militärischen Aspekten auch soziale, wirtschaftliche und menschliche Sicherheit ein. Dies soll langfristig zu Frieden, Stabilität und internationaler Gerechtigkeit beitragen. Nach Schweden haben sich Länder wie Kanada, Frankreich, Luxemburg, Mexiko, Spanien, Libyen und unter der Ampelregierung auch Deutschland dieser außenpolitischen Ausrichtung angeschlossen.

Mehr dazu: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp1893