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vor 10 Jahren startete in Erfurt Deutschlands erstes Handwerksgymnasium. Wie steht es heute um den Nachwuchs im Handwerk?
⛑️🛠️ Handwerksgymnasium
An der Walter-Gropius-Schule in Erfurt können Schüler/-innen seit 2016 neben dem Abitur zusätzlich Inhalte der handwerklichen Meisterprüfung absolvieren.
Künftige Azubis können so ihre Ausbildung verkürzen und Kosten sparen. Mit dem Modellprojekt sollen Jugendliche frühzeitig für das Handwerk begeistert und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.
Mittlerweile haben 183 Schüler/-innen dort ihren Abschluss gemacht. Laut Handwerkskammer Erfurt streben mehrere von ihnen eine Karriere im Handwerk oder in einem verwandten Studienfach an.
📉🔎 Fachkräftemangel
Das Handwerk leidet besonders unter dem Fachkräftemangel: Rund 200.000 Stellen sind laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unbesetzt, jede 9. Ausbildungsstelle bleibt frei.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Studium. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel die Lage. Viele Handwerker/-innen gehen in den Ruhestand, weniger junge Leute rücken nach. Auch ein vermeintlich schlechtes Image des Handwerks spielt eine Rolle.
Der ZDH betont jedoch die guten Perspektiven: Handwerksbetriebe bauen in Krisenzeiten weniger Stellen ab als Großkonzerne. Zudem gebe es gute Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
💡 Ideen für mehr Nachwuchs
Die Handwerkskammer Lübeck bietet ein Freiwilliges Handwerksjahr. Teilnehmende lernen in einem Jahr vier Ausbildungsberufe kennen und verdienen 450 Euro im Monat.
Finanzielle Unterstützung gibt es durch Förderprogramme wie das Meister-BAföG und günstige Wohnmöglichkeiten in Azubihäusern.
Über Influencer/-innen und „Dating-Apps“ für Ausbildungsberufe werden Jugendliche auch digital angesprochen.
➡️ Mehr zum Thema gibt's im fluter: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3154
Viele Grüße
Deine bpb Social Media Redaktion