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Quiz zu anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland | Deine tägliche Dosis Politik | bpb.de

Der Brauch, Brot und Salz zu überreichen, ist in der sorbischen Kultur ein tief verwurzeltes Symbol für Gastfreundschaft.

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Wie viele anerkannte nationale Minderheiten gibt es in Deutschland?

Erläuterung

In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: das sorbische Volk, die friesische Volksgruppe, die dänische Minderheit sowie die deutschen Sinti und Roma. Nationale Minderheiten sind traditionell in Deutschland beheimatete Bevölkerungsgruppen, die sich durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte auszeichnen. Ihre Anerkennung geht mit besonderen Rechten einher, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen sollen.
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Welche dieser Kriterien muss eine Bevölkerungsgruppe erfüllen, um als nationale Minderheit anerkannt zu werden?

Erläuterung

Alle drei Antworten sind richtig: Die Angehörigen der anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, die Minderheiten unterscheiden sich durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte von der Mehrheitsbevölkerung und wollen ihre eigene Identität bewahren. Zudem müssen nationale Minderheiten traditionell seit Jahrhunderten in Deutschland beheimatet sein. Auch müssen sie in angestammten Siedlungsgebieten ansässig sein – mit Ausnahme der deutschen Sinti und Roma, die traditionell im gesamten Bundesgebiet leben.
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Welches Abkommen des Europarats schützt nationale Minderheiten?

Erläuterung

1995 beschloss der Europarat das völkerrechtlich bindende Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten. In Deutschland trat es 1998 in Kraft. Es verbietet Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit und schützt vor einer erzwungenen Assimilierung. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Rechte und die Identität der Minderheiten zu schützen und ihre gleichberechtigte Teilhabe zu fördern. Seit 1999 gilt in Deutschland zudem die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Sie dient dem Schutz und der Förderung dieser Sprachen als Teil des europäischen Kulturerbes.
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Welches Gremium vertritt seit 2004 die gemeinsamen politischen Interessen der 4 Minderheiten?

Erläuterung

Der Minderheitenrat vertritt die gemeinsamen politischen Interessen der vier Minderheiten gegenüber Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat. Er ist das wichtigste politische Gremium, in dem die Dachorganisationen der Minderheiten aktiv sind. Seit 2005 gibt es zudem das Minderheitensekretariat in Berlin. Es sorgt für den Informationsaustausch zwischen Minderheitenorganisationen und Bundesregierung sowie Bundestag und informiert Politik und Öffentlichkeit über relevante Entwicklungen auf Bundesebene.
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In welcher Region lebt das sorbische Volk traditionell?

Erläuterung

Das slawische Volk der Sorben lebt traditionell in der Lausitz, d.h. in der sächsischen Oberlausitz und der brandenburgischen Niederlausitz. In Brandenburg nennen sich die Angehörigen auch „Wenden“. Gesprochen wird Obersorbisch im Nordosten Sachsens und Niedersorbisch/Wendisch im Südosten des Landes Brandenburg. Musik, Trachten, Feiertage und ein vielfältiges Vereinsleben tragen dazu bei, sorbische Sprache und Kultur zu bewahren.

Festumzug anlässlich 50 Jahre Hochzeitszug in Heinersbrück (Lausitz). Der Hochzeitszug ist eine traditionelle sorbische Zeremonie, bei der das Brautpaar und die Hochzeitsgäste in Trachten durch einen Ort ziehen. (© picture-alliance/dpa, Patrick Pleul)

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Seit wann leben Sorben in der Lausitz?

Erläuterung

Die Sorben sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig, ursprünglich kamen sie aus dem Gebiet nordöstlich der Karpaten. Bis heute haben sie ihre Kultur weitgehend bewahrt. Während des Nationalsozialismus wurden sorbische Organisationen verboten und die Pflege der sorbischen Sprache und Kultur unterdrückt. In der DDR hatten sie Minderheitenrechte inne, ihre Organisationen standen aber unter staatlicher Kontrolle.
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Welche Institution setzt sich seit 1982 für die Belange der deutschen Sinti und Roma ein?

Erläuterung

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wurde 1982 gegründet. Weitere Interessenvertretungen sind die Sinti Allianz Deutschland (gegründet 2000) und die Bundesvereinigung der Sinti und Roma (gegründet 2021). Sinti sind seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland beheimatet, Roma seit dem 19. Jahrhundert. Ihre Geschichte ist geprägt von Verfolgung. Während des Nationalsozialismus wurden 500.000 von ihnen ermordet und ihre Kultur zerstört. Lange wurde ihnen keine Entschädigung zugestanden und der Massenmord an den Sinti und Roma erst 1982 als Völkermord anerkannt.

Romaday-Parade am Internationalen Tag der Roma (8. April 2023). Der Tag erinnert an die Anfänge der weltweiten Emanzipationsbewegung der Roma im Jahr 1971. (© picture-alliance/dpa, Fabian Sommer)

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Wie heißt die Sprache der deutschen Sinti und Roma?

Erläuterung

Romanes ist mit dem indischen Sanskrit verwandt und umfasst mehrere Sprachen und Dialekte. In Deutschland sind Romanes-Dialekte entlang der deutschen Mundarten entstanden. Sinti und Roma wachsen in Deutschland zweisprachig auf. Romanes wird nur innerhalb der Familie weitergegeben. Aufgrund ihrer Verfolgungsgeschichte und des Wunsches vieler Angehöriger soll ihre Sprache nicht formalisiert und in Schulen unterrichtet werden.

Mehr zur Geschichte der Sinti und Roma findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3208
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Welche Partei vertritt die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein?

Erläuterung

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) vertritt die politischen Interessen der dänischen Minderheit und der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein. Er ist nicht nur in Kommunen und im Landtag, sondern seit 2021 auch im Bundestag vertreten. Für Parteien nationaler Minderheiten gilt die 5‑Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen nicht. Die Angehörigen der dänischen Minderheit leben traditionell in Flensburg, den Landkreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie im nördlichen Teil des Landkreises Rendsburg-Eckernförde. Sie bezeichnen ihr Siedlungsgebiet als Südschleswig.

Aufschrift „Deine Minderheit. Deine Partei.“ auf Dänisch und Nordfriesisch am Slesvighus, Sitz des Südschleswigschen Wählerverbands in Schleswig. (© picture-alliance, Sulupress.de | Torsten Sukrow)

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Welche Minderheitensprache ist ausgestorben?

Erläuterung

Ostfriesisch ist ausgestorben. Die Sprache der Ostfriesen ist heute das Niederdeutsche (Plattdeutsch). Ostfriesisch hat sich im Saterfriesisch (Seeltersk) erhalten. Beheimatet ist die friesische Volksgruppe in Deutschland an der schleswig-holsteinischen Westküste, im nordwestlichen Niedersachsen sowie in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.

Die wichtigsten Infos zu nationalen Minderheiten auf einem Blick erhältst du im Spicker: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3209

Zweisprachiges Ortseingangsschild, Hallig Hooge, Nordfriesland. (© picture-alliance, imageBROKER | Stefan Ziese)

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Ihre Auswertung

Wie viele anerkannte nationale Minderheiten gibt es in Deutschland?

Erläuterung
In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: das sorbische Volk, die friesische Volksgruppe, die dänische Minderheit sowie die deutschen Sinti und Roma. Nationale Minderheiten sind traditionell in Deutschland beheimatete Bevölkerungsgruppen, die sich durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte auszeichnen. Ihre Anerkennung geht mit besonderen Rechten einher, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen sollen.

Welche dieser Kriterien muss eine Bevölkerungsgruppe erfüllen, um als nationale Minderheit anerkannt zu werden?

Erläuterung
Alle drei Antworten sind richtig: Die Angehörigen der anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit, die Minderheiten unterscheiden sich durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte von der Mehrheitsbevölkerung und wollen ihre eigene Identität bewahren. Zudem müssen nationale Minderheiten traditionell seit Jahrhunderten in Deutschland beheimatet sein. Auch müssen sie in angestammten Siedlungsgebieten ansässig sein – mit Ausnahme der deutschen Sinti und Roma, die traditionell im gesamten Bundesgebiet leben.

Welches Abkommen des Europarats schützt nationale Minderheiten?

Erläuterung
1995 beschloss der Europarat das völkerrechtlich bindende Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten. In Deutschland trat es 1998 in Kraft. Es verbietet Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit und schützt vor einer erzwungenen Assimilierung. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Rechte und die Identität der Minderheiten zu schützen und ihre gleichberechtigte Teilhabe zu fördern. Seit 1999 gilt in Deutschland zudem die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Sie dient dem Schutz und der Förderung dieser Sprachen als Teil des europäischen Kulturerbes.

Welches Gremium vertritt seit 2004 die gemeinsamen politischen Interessen der 4 Minderheiten?

Erläuterung
Der Minderheitenrat vertritt die gemeinsamen politischen Interessen der vier Minderheiten gegenüber Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat. Er ist das wichtigste politische Gremium, in dem die Dachorganisationen der Minderheiten aktiv sind. Seit 2005 gibt es zudem das Minderheitensekretariat in Berlin. Es sorgt für den Informationsaustausch zwischen Minderheitenorganisationen und Bundesregierung sowie Bundestag und informiert Politik und Öffentlichkeit über relevante Entwicklungen auf Bundesebene.

In welcher Region lebt das sorbische Volk traditionell?

Erläuterung
Das slawische Volk der Sorben lebt traditionell in der Lausitz, d.h. in der sächsischen Oberlausitz und der brandenburgischen Niederlausitz. In Brandenburg nennen sich die Angehörigen auch „Wenden“. Gesprochen wird Obersorbisch im Nordosten Sachsens und Niedersorbisch/Wendisch im Südosten des Landes Brandenburg. Musik, Trachten, Feiertage und ein vielfältiges Vereinsleben tragen dazu bei, sorbische Sprache und Kultur zu bewahren.

Festumzug anlässlich 50 Jahre Hochzeitszug in Heinersbrück (Lausitz). Der Hochzeitszug ist eine traditionelle sorbische Zeremonie, bei der das Brautpaar und die Hochzeitsgäste in Trachten durch einen Ort ziehen. (© picture-alliance/dpa, Patrick Pleul)

Seit wann leben Sorben in der Lausitz?

Erläuterung
Die Sorben sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig, ursprünglich kamen sie aus dem Gebiet nordöstlich der Karpaten. Bis heute haben sie ihre Kultur weitgehend bewahrt. Während des Nationalsozialismus wurden sorbische Organisationen verboten und die Pflege der sorbischen Sprache und Kultur unterdrückt. In der DDR hatten sie Minderheitenrechte inne, ihre Organisationen standen aber unter staatlicher Kontrolle.

Welche Institution setzt sich seit 1982 für die Belange der deutschen Sinti und Roma ein?

Erläuterung
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wurde 1982 gegründet. Weitere Interessenvertretungen sind die Sinti Allianz Deutschland (gegründet 2000) und die Bundesvereinigung der Sinti und Roma (gegründet 2021). Sinti sind seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland beheimatet, Roma seit dem 19. Jahrhundert. Ihre Geschichte ist geprägt von Verfolgung. Während des Nationalsozialismus wurden 500.000 von ihnen ermordet und ihre Kultur zerstört. Lange wurde ihnen keine Entschädigung zugestanden und der Massenmord an den Sinti und Roma erst 1982 als Völkermord anerkannt.

Romaday-Parade am Internationalen Tag der Roma (8. April 2023). Der Tag erinnert an die Anfänge der weltweiten Emanzipationsbewegung der Roma im Jahr 1971. (© picture-alliance/dpa, Fabian Sommer)

Wie heißt die Sprache der deutschen Sinti und Roma?

Erläuterung
Romanes ist mit dem indischen Sanskrit verwandt und umfasst mehrere Sprachen und Dialekte. In Deutschland sind Romanes-Dialekte entlang der deutschen Mundarten entstanden. Sinti und Roma wachsen in Deutschland zweisprachig auf. Romanes wird nur innerhalb der Familie weitergegeben. Aufgrund ihrer Verfolgungsgeschichte und des Wunsches vieler Angehöriger soll ihre Sprache nicht formalisiert und in Schulen unterrichtet werden.

Mehr zur Geschichte der Sinti und Roma findest du hier: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3208

Welche Partei vertritt die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein?

Erläuterung
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) vertritt die politischen Interessen der dänischen Minderheit und der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein. Er ist nicht nur in Kommunen und im Landtag, sondern seit 2021 auch im Bundestag vertreten. Für Parteien nationaler Minderheiten gilt die 5‑Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen nicht. Die Angehörigen der dänischen Minderheit leben traditionell in Flensburg, den Landkreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie im nördlichen Teil des Landkreises Rendsburg-Eckernförde. Sie bezeichnen ihr Siedlungsgebiet als Südschleswig.

Aufschrift „Deine Minderheit. Deine Partei.“ auf Dänisch und Nordfriesisch am Slesvighus, Sitz des Südschleswigschen Wählerverbands in Schleswig. (© picture-alliance, Sulupress.de | Torsten Sukrow)

Welche Minderheitensprache ist ausgestorben?

Erläuterung
Ostfriesisch ist ausgestorben. Die Sprache der Ostfriesen ist heute das Niederdeutsche (Plattdeutsch). Ostfriesisch hat sich im Saterfriesisch (Seeltersk) erhalten. Beheimatet ist die friesische Volksgruppe in Deutschland an der schleswig-holsteinischen Westküste, im nordwestlichen Niedersachsen sowie in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg.

Die wichtigsten Infos zu nationalen Minderheiten auf einem Blick erhältst du im Spicker: Externer Link: https://kurz.bpb.de/dtdp3209

Zweisprachiges Ortseingangsschild, Hallig Hooge, Nordfriesland. (© picture-alliance, imageBROKER | Stefan Ziese)