Grafstat Methoden

14.5.2004

5. Text in ein Schaubild umwandeln

Didaktische Hinweise

Einen Text in ein Schaubild umzuwandeln, soll in erster Linie das Textverständnis trainieren. Wer ein sinnvolles Schaubild erstellen kann, hat die logische Struktur eines Textes verstanden. Gleichzeitig ist das Denken in Strukturen, das "vernetzte Denken", eine Fähigkeit, die wesentlich ist für das Verstehen komplexer Zusammenhänge. Darüber hinaus wird mit Hilfe der o.g. Methode auch das kreativ-ganzheitliche Denken trainiert.

Das Umwandeln eines Textes in ein Schaubild ist außerdem eine Visualisierungstechnik, die hilfreich für Präsentationszwecke ist. Ein Schülerreferat, das durch ein sinnvolles Schaubild (z.B. als Folie) unterstützt wird, bleibt länger und besser in Erinnerung und ist schneller wieder abrufbar.

Die Methode "Text in ein Schaubild verwandeln" ist eine motivierende Alternative zur gängigen Praxis des Tafelbilds, bei der in der Regel den Schülerinnen und Schülern die (schwierigste) Aufgabe der Strukturierung durch die Lehrerin oder den Lehrer abgenommen wird.

Beispiel für ein mögliches Schaubild

LösungsbeispielLösungsbeispiel


Einsatzmöglichkeiten

Diese Methode kann jedesmal dann eingesetzt werden, wenn ein hinreichend langer und komplexer Text im Unterricht behandelt wird. Es bietet sich an, die Schülerinnen und Schüler das Schaubild erarbeiten zu lassen (auch in Partnerarbeit möglich) und zwei oder mehreren Schülerinnen und Schülern eine Folie zu geben, um ihr Schaubild darauf zu übertragen. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Ergebnis dann präsentieren, die anderen bringen Korrekturvorschläge an. Ein besonders gelungenes Schaubild kann für alle als Beispiel kopiert werden. Desweiteren eignet sich ein Vergleich der unterschiedlichen Schaubilder, um die unterschiedlichen Möglichkeiten "vernetzten Denkens" herausarbeiten zu lassen.

Abhängig von den methodischen Fähigkeiten der Lerngruppe kann die Lehrerin/ der Lehrer Hilfestellungen geben, indem die zwei Komponenten "Wahlkreis" und "Mandate" als Hauptbestandteile des Schaubilds genannt werden.

Literatur

Günter Gugel, Methoden im handlungsorientierten Politikunterricht, Kieser Verlag GmbH, 1996, 63ff. (Kapitel "Visualisierungen").

Carol Koechlin/Sandi Zwaan, Informationen: beschaffen, bewerten, benutzen. Basistraining. Informationskompetenz, Verlag an der Ruhr, Mühlheim an der Ruhr, 1998, S. 60 - 61 (Arbeitsblätter: Informationen graphisch darstellen, Ein Netz knüpfen).



Interview
Unterrichtsprojekte mit Umfragen

Forschen mit GrafStat

Mit GrafStat werden Schülerinnen und Schüler selbst zu Sozialforschern. Das Programm zur Erstellung und Auswertung von selbst erstellten Umfragen greift aktuelle Themen wie Wahlen, Mobbing, Rechtsextremismus oder Fußball und Nationalbewusstsein auf. Lernende können selbst Hypothesen bilden, Daten ihrer eigenen Umfrage erheben und Ergebnisse selbstständig auswerten und interpretieren: ein spannender Einblick in die Meinungsforschung mit überraschende Analysen des eigenen Umfelds.

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