Inhalt
Guten Morgen,
stell dir vor, du wachst auf und deine Stadt ist in zwei Teile geteilt: Für Berliner/-innen wurde das vor 65 Jahren zur Realität. In der Nacht zum 13. August 1961 begann die Führung der DDR damit, die Sektorengrenze in Berlin abzuriegeln. So begann der Bau der Berliner Mauer, die die Stadt über Jahrzehnte teilte.
Die ideologische Teilung Berlins begann bereits nach dem Zweiten Weltkrieg: Obwohl Berlin komplett in der sowjetischen Besatzungszone lag, erhielt die ehemalige Hauptstadt Deutschlands einen Sonderstatus – sie wurde zwischen den vier Siegermächten aufgeteilt. Umgeben von der 1949 gegründeten DDR galt Berlin als „Schaufenster des Westens“ und wurde gleichzeitig zum Sinnbild für die Entwicklung des Kalten Krieges: Hier standen sich die Armeen des Westens – die NATO – und des Ostens – der Warschauer Pakt – direkt gegenüber. Trotzdem konnten sich die Menschen in Berlin durch den Sonderstatus noch relativ frei durch alle vier Sektoren bewegen.
In den folgenden Jahren flüchteten immer mehr Menschen – vor allem junge – aus der DDR in die westdeutsche Bundesrepublik – bis 1961 waren es etwa 3 Millionen. Für die DDR wurde das bald zum wirtschaftlichen Problem. Die sowjetische Führung um Nikita Chruschtschow lehnte die komplette Schließung der Grenzen jedoch aus diplomatischen Gründen lange ab.
Noch im Juni 1961 sagte der führende Politiker der DDR, Walter Ulbricht, auf einer Pressekonferenz mit westdeutschen Journalist/-innen den berühmten Satz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Nur zwei Monate später trat jedoch genau das ein: In der Nacht zum 13. August 1961 ließ die DDR-Führung die Grenze nach Westberlin abriegeln. Ganze Straßenzüge wurden durchschnitten, Familien getrennt. Berlin wurde über Nacht für Jahrzehnte zur geteilten Stadt.
Das Ende der Berliner Mauer war ein friedliches. Hunderttausende demonstrierten Ende der 1980er Jahre für freie Wahlen und eine Öffnung der DDR, ihre Führung geriet immer mehr unter Druck. Auf einer internationalen Pressekonferenz kündigte der SED-Politiker Günter Schabowski am 9. November 1989 neue Regelungen für Reisen in den Westen an - und zwar irrtümlicherweise „sofort, unverzüglich“. Daraufhin kam es zu einem Massenansturm auf die Grenzübergänge in Berlin – die Mauer fiel.
Bis heute steht die Berliner Mauer für weit mehr als eine befestigte Grenze: Sie gilt in der ganzen Welt als Symbolbild des ideologischen Systemkampfes zwischen Ost und West während des Kalten Krieges – aber auch für die Möglichkeit friedlicher Veränderungen.
Mehr Informationen
Produktion: 12.08.2026
Spieldauer: 3 Min.
hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung