Aristokratie / Adel

Stifterfiguren von Ekkehard und Uta im Naumburger Dom. Ekkehard, Markgraf von Meissen, und seine Frau Uta von Ballenstedt gehörten im 13. Jahrhundert zur Aristokratie.Stifterfiguren von Ekkehard und Uta im Naumburger Dom. Ekkehard, Markgraf von Meissen, und seine Frau Uta von Ballenstedt gehörten im 13. Jahrhundert zur Aristokratie. (© picture-alliance /Frank Rumpenhorst/dpa)

Staats- und Regierungsform

Aus dem Griechischen übersetzt heißt Aristokratie „Herrschaft der Vornehmsten“. Mit Aristokratie wird also eine Staats- und Regierungsform bezeichnet, in der eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft die Macht hat. Das können zum Beispiel Menschen sein, die über besonderen Reichtum verfügen, oder auch solche, die aus besonderen Familien stammen und sogenannte Privilegien (das sind Sonderrechte) haben. Wenn eine aristokratische Herrschaft nur dem Eigennutz einiger weniger Personen oder Familien dient, wird sie "Oligarchie" genannt.

Beispiele aus Geschichte und Gegenwart

Aristokratien gab es im antiken Griechenland in Athen und Sparta in zur Mitte des ersten Jahrtausends vor unserer Zeit. Auch in Rom regierten Aristokraten vom 6. bis zum 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. In Japan herrschten von 800 bis 1200 nach Christus aristokratische Familien.

Aristokratische Elemente in der modernen Demokratie

Eine aristokratische Herrschaft steht im Gegensatz zur Monarchie und zur Demokratie. Trotzdem gibt es bis heute aristokratische Elemente in manchen Demokratien. Das bekannteste Beispiel ist das englische Oberhaus, das einen Teil des englischen Parlaments bildet. Dort sitzen Menschen, die aus ausgewählten gesellschaftlichen Gruppen stammen wie dem Adel oder der Kirche, oder aufgrund ihrer Leistungen in den Adelsstand erhoben worden sind.
Im House of Lords im englischen Parlament können nur Aristokraten Mitglied sein.Im House of Lords im englischen Parlament können nur Aristokraten Mitglied sein. (© picture alliance/ AP Photos)

Aristokratie heute

Mit „Aristokratie“ bezeichnet man heute in erster Linie die Angehörigen des Adels. Im Gegensatz zu früheren Zeiten haben sie in unserer Demokratie keine Sonderrechte mehr. Heute erkennt man Aristokratinnen und Aristokraten häufig daran, dass sie einen Titel wie Gräfin, Baron oder Freifrau tragen und ein „von“ zu ihrem Familiennamen gehört.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2021.



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