Judentum

Ein Jude mit dem umgelegten weißen Taleth, dem Gebetstuch, beim Vorlesen während des Gottesdienstes. Daneben steht die Menora, der siebenarmige Leuchter. Sie ist für die Juden das Symbol für den Tempel, Gottes Gegenwart und das ewige Leben.Ein Jude mit dem umgelegten weißen Taleth, dem Gebetstuch, beim Vorlesen während des Gottesdienstes. Daneben steht die Menora, der siebenarmige Leuchter. Sie ist für die Juden das Symbol für den Tempel, Gottes Gegenwart und das ewige Leben. (© picture-alliance/dpa)

Eine Weltreligion

Das Judentum ist eine der fünf großen Weltreligionen. Es entstand etwa 2000 Jahre vor Christus. Weltweit gehören über 14 Millionen Menschen dem Judentum an. Unter den Weltreligionen, die nur einen Gott verehren (das sind die sogenannten monotheistischen Religionen), ist das Judentum die älteste. Aus ihm haben sich das Christentum und der Islam entwickelt.

Jüdische Religion

Die Juden glauben an einen Gott, den sie Jahwe nennen. Er wird als Schöpfer der Welt verehrt. Die wichtigsten Schriften sind der Tanach (das Alte Testament) sowie der Talmud (die Sammlung der Gesetze und religiösen Traditionen). Das Gotteshaus der Juden heißt Synagoge. Wichtig für die gläubigen Juden ist die Einhaltung der religiösen Gesetze. Dazu gehört besonders die Achtung des Sabbath. Das ist der wöchentliche Festtag, der am Freitagabend beginnt und bis zum Samstagabend dauert. Die Juden haben einen eigenen Kalender und eigene religiöse Feiertage.
Die jüdische Synagoge in Hamburg. Synagogen heißen die Gebetshäuser der Juden.Die jüdische Synagoge in Hamburg. Synagogen heißen die Gebetshäuser der Juden. (© dpa)

Jüdisches Volk

Mit "Judentum" ist zunächst die Religion des jüdischen Volkes gemeint. Mit diesem Begriff bezeichnet man aber auch die Gemeinschaft aller Menschen, die dem jüdischen Volk angehören. Nach religiöser Tradition gilt als Jude, wer eine jüdische Mutter hat. Es ist aber auch möglich, das Judentum anzunehmen.

Verfolgung und Diaspora

In ihrer langen Geschichte sind die Juden immer wieder verfolgt und vertrieben worden. Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahr 70 nach Christus lebten sie zerstreut über die ganze Welt in der Diaspora. Immer wieder wurden sie aus den Orten, wo sie wohnten, gewaltsam vertrieben. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Juden in Deutschland und in den von den Deutschen besetzten Ländern Europas verfolgt, 6 Millionen Juden wurden während des Holocaust ermordet.

Der Staat Israel

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Staat Israel als jüdischer Staat gegründet. Heute lebt dort etwa die Hälfte aller Juden. In Deutschland leben heute etwa 250.000 Jüdinnen und Juden.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2021.



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