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Rezension: Günther Rüther, Literatur und Politik - Ein deutsches Verhängnis?

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? 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Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? 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Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Rezension: Günther Rüther, Literatur und Politik - Ein deutsches Verhängnis?

Heinz-Uwe Haus

/ 5 Minuten zu lesen

Heinz-Uwe Haus rezensiert Günther Rüthers Buch "Literatur und Politik - ein deutsches Verhängnis?". Es geht um das spannungsgeladene Verhältnis von literarischem Geist und politischer Macht in Deutschland - vom Ende der Monarchie bis heute.

Besprochenes Werk

Günther Rüther, Literatur und Politik – Ein Deutsches Verhängnis?, Wallstein Verlag 2013, 352 Seiten, 24,90 €, ISBN: 978-3-8353-1233-3.

Günther Rüthers Studie befasst sich mit dem schwierigen Verhältnis von Geist und Macht im deutschen Literaturschaffen seit dem Ende der Monarchie bis in die Gegenwart.

Günther Rüther, Literatur und Politik - ein deutsches Verhängnis? (© Wallstein Verlag)

Dabei gelingt es dem Autor, die von Missverständnissen, Fehlurteilen, Misstrauen und Ideologien geprägte Nähe und Distanz von Literatur und Politik in dem Beziehungsgefüge der politischen Herrschaftsformen - vor allem den beiden Diktaturen und Demokratien des letzten Jahrhunderts - zu erfassen. In drei repräsentativen Zeitabschnitten wird veranschaulicht, wie eine den spezifischen deutschen Verhältnissen geschuldete "Überhöhung des kulturellen gegenüber dem politischen Denken” zur Unerbittlichkeit der beidseitigen Spannungen beigetragen hat. Der Autor verwendet sein fundiertes geschichtliches Wissen, um auf eine innere Verbindung der späten Ausbildung des deutschen Nationalstaates und der dementsprechenden Entkoppelung der Aufklärung von diesem Prozess und der geschichtlichen Entwicklung seit den 1920er Jahren zu verweisen.

Nach Rüthers Ansicht begann die oft verhängnisvolle Liaison der Literaten zur Politik "mit dem deutschen Idealismus und fand erst nach der Wiedervereinigung 1990 zur Normalität, vorläufig, oder dürfen wir nach mehr als 200 Jahren hoffen, vielleicht sogar endgültig." Sein Credo: "Ist es ein Zufall der Geschichte, dass wir eine Entspannung zwischen Literatur und Politik zu einem Zeitpunkt konstatieren, wo Deutschland in Grenzen lebt, die sowohl von unseren Nachbarn als auch von uns selbst als endgültig bezeichnet werden." (S. 9)

Der erste Abschnitt behandelt mit Thomas Mann einen Schriftsteller, der im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, aus dem Exil während des Nationalsozialismus und im Nachkriegs-Deutschland geschrieben hat. Rüther arbeitet Manns Wandel vom nationalistischen Befürworter des wilhelminischen Staates, der die deutsche Kultur im Abwehrkampf gegen die westliche Zivilisation zu retten trachtete, zum weltoffenen Verteidiger der Republik und der Demokratie heraus, der "sich zeitlebens sein Recht auf Wandlung bewahrt." (S. 93) Er analysiert die Widersprüchlichkeit im Schaffen und Verhalten Manns vor allem, indem er herausstellt, welche wichtige ästhetische und philosophische Zäsur die Romantik für die Betrachtung seiner Vorstellungswelt spielt. Die auf Schiller zurückgehende Auffassung vom autonomen Individuum, das durch Bildung und ästhetische Erziehung den kantischen Gegensatz von Neigung und Pflicht und die Rigorosität des moralischen Gesetzes überwinde und so ästhetischen Widerstand leisten könne, kann m.E. ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden, formt sie doch Manns "Lust am Vexatorischen, am Schein, Rollentausch und höherem Versteckspiel." Rüther macht bewusst, wie das von ihm geschaffene Oeuvre aus Wirklichkeitsfremdheit und Politikverachtung - nur widerwillig während der Nazizeit aufgegeben - die wachsende Scheidung von Moral und Kunst in weit weniger noblen Köpfen legitimiert. Aus dem verhallenden Schrei des Expressionismus erwuchs bekanntlich die Hybris von der Erschaffung des neuen Menschen - koste es was es wolle - die die zweifache Crux des "deutschen Verhängnisses" ist. (Bemerkenswert ist, dass Mann sein öffentlich-politisches Parteiergreifen während des Dritten Reiches als "Galleerenarbeit” oder "Partisanendienst” erlebt. Wie sehr dem Schriftsteller politisches Denken fremd bleibt, wird auch deutlich, wenn dieser in seinen Stellungnahmen zum Goethejubiläum 1949 in Weimar dem SED-Regime gefällige Betrachtungen anstellt.)

Der zweite Teil des Buches untersucht das Schreiben in der sozialistischen Diktatur anhand von Autoren wie Franz Fühmann, Johannes Bobrowski, Anna Seghers, Christa Wolf, Günter de Bruyn, Hans Joachim Schädlich, Herta Mueller und Volker Braun. Rüther deckt insbesondere die Gründungsmythen des SED-Staates (Antifaschismus, Antimilitarismus, Antiimperialismus) in der affirmativen Rhetorik und politischen Agitation von Seghers, Wolf und Braun auf. Er hält fest: "Im Rahmen einer neu zu schaffenden politischen Kultur wollten sie das Gewissen der Nation sein und ein moralisches Amt ausüben. In das sich abzeichnende Bündnis von Geist und Macht wurde die Bevölkerung nicht eingeschlossen. Sie wurde zum erzieherischen Gegenstand der Literatur. Für sie blieb 'die Rolle des Unmündigen', für den der Staat und die Schriftsteller ‘die Vormundschaft übernahmen'." Seine Beschäftigung mit Bobrowski, Schädlich und Müller verweist auf Modelle der künstlerischen und politischen Verweigerung gegenüber dem Allmachtsanspruch der Herrschenden, die "für viele Menschen in der DDR eine wichtige Orientierungshilfe und seelische Stütze gewesen" sind. (S. 112) Präzise beschreibt Rüther, wie seit Mitte der 1970er Jahre das Bündnis von Macht und Geist am Ende ist. "So paradox es klingen mag, perspektivisch betrachtet stärkt der Bau der Mauer die Einheit der deutschen Literatur. Die Mauer riss nicht nur symbolisch die Nation auseinander, sie tat dies auch politisch. Kulturell konnte sie jedoch den Himmel nicht teilen. Öffentlichkeit lässt sich nicht durch Bauwerke beschränken. Sie sucht und findet wie die Wolken ihren Weg. Literatur und Kunst entwickelten sich durch die Mauer zu grenzüberschreitenden Öffentlichkeiten, die sich aufeinander zu bewegten, je mehr sie durch die Politik getrennt wurden. So führte die Mauer nicht nur zu einer veränderten Erzählhaltung der Schriftsteller in der DDR, zu ihrer 'Ankunft im Alltag', sie bereicherte auch mit ihren Themen und den zur Ausreise Getriebenen die Literatur der Bundesrepublik." (S. 245)

Im dritten Teil werden die Umstände im geteilten Deutschland und Entwicklungen seit der Wiedervereinigung veranschaulicht, die erstmalig zu einem kritisch-konstruktiven Mit- und Nebeneinander von Geist und Macht geführt haben. "Die Lust und Neigung deutscher Intellektueller, in einem schrillen Entweder-Oder zu denken und die Neigung der Politik, darauf mit Unbill, schlimmstenfalls mit Beleidigungen zu reagieren, ist einem verständnisvollen Blick für die unterschiedlichen Aufgaben in einer demokratischen Gesellschaft gewichen." (S. 277) Rüther spricht wiederholt von einer "neuen deutschen Normalität". (S. 15) Tatsächlich scheint die Zeit, sich als Schriftsteller von unterschiedlichen Macht- und Interessengruppen instrumentalisieren zu lassen, ein für alle Male vorbei. Rüther beschreibt, wie sich in der frühen Bundesrepublik ein neuer Begriff und eine neue Praxis des politischen Engagements der Schriftsteller herausbildet. Autoren wie Günter Grass, Heinrich Böll, Alfred Andersch, Magnus Enszensberger oder Hans Werner Richter erlangen in den 1950er Jahren eine wichtige Rolle in der politischen Öffentlichkeit als geistige Opposition und moralische Instanz. Rüther unterstreicht ihren wesentlichen Anteil an der Herausbildung eines demokratischen Klimas und zu Beginn der 1960er Jahre auch an der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

Zusammengefasst: Rüthers Studie ist ein herausragender Beitrag zur Diskussion der Illusionen und Irrwege der deutschen literarischen Intelligenz. Als einfühlsamer Kenner und politischer Denker weiß er zu gewichten und zu differenzieren.

Zitierweise: Heinz-Uwe Haus, Rezension zu Günther Rüther, Literatur und Politik - ein deutsches Verhängnis?, in: Deutschland Archiv Online, 17.04.2013, Link: http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/haus20130417

Fussnoten

Fußnoten

  1. Joachim Fest, Fremdheit und Nähe, Stuttgart 1996, S. 64.

Prof. Dr. Heinz-Uwe Haus, Schauspielregisseur und Kultur- und Theaterwissenschaftler, ist seit 1997 Professor für Regiemethodik, Dramaturgie und Theatertheorie an der Theaterabteilung der Universität Delaware in Newark (USA). Neben seinem internationalen künstlerischen und kulturellen Schaffen war Haus unter anderem 1989/90 Mitglied des Hauptausschusses und Leiter der Arbeitsgruppen "Kulturpolitik" und "Europapolitik" des "Demokratischen Aufbruchs" (DA), sowie Gründer und deutscher Sprecher der "Praxis-Gruppe" in den USA.