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Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen | Themen | bpb.de

Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen

In der Nacht vom 13. April 1945 ermordeten SS-Männer, Angehörige der Wehrmacht, Mitglieder des Reichsarbeitsdiensts, des Volkssturms und weiterer NS-Organisationen 1016 KZ-Häftlinge aus vielen europäischen Ländern in einer Feldscheune unweit der Stadtgrenze. Kurz vor Ankunft der US-Armee am 14. April 1945, versuchten Angehörige des Volkssturms, der Technischen Nothilfe und der Feuerwehr die Ermordeten in Massengräbern zu verscharren und die Spuren des Verbrechens zu vertuschen. Bereits einen Tag später, am 15. April 1945, entdeckten Soldaten der 102. US-Infanteriedivision den eilig verlassenen Tatort.

Auf Anordnung der US-Armee legte die männliche Bevölkerung Gardelegens einen militärischen Ehrenfriedhof für die 1016 Ermordeten des Massakers an, um die Toten würdig zu bestatten. Bis zur offiziellen Einweihung des Friedhofs am 25. April 1945 wurden außerdem sieben weitere tote KZ-Häftlinge aus der Umgebung der Stadt auf dem Gräberfeld beigesetzt. 1946 wurde ein Häftling nachträglich testamentarisch begraben. Der Friedhof umfasst insgesamt 1023 Grablagen. Von 1023 bestatteten Toten sind bis heute 268 Tote namentlich bekannt und 755 unbekannt.

Nach Gründung der DDR ließ die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ab Herbst 1949 am historischen Tatort des Massakers eine städtische Mahn- und Gedenkstätte errichten. Die noch vorhandenen baulichen Reste der einstigen Scheune wurden teils abgetragen, teils bis 1953 zu einer Gedenkmauer umgebaut. Symbolisch deutet sie die ursprüngliche Außenfassade des früheren Gebäudes an. In den 1960er und 1970er Jahren kamen weitere Elemente hinzu. Die Gestaltung aus DDR-Zeiten veränderte das Erscheinungsbild des Geländes grundlegend. Antifaschistische Kampfparolen zierten die Gedenkmauer und der Platz vor ihr diente als Ort für Massenkundgebungen. Bis Ende der 1980er Jahre fand dort das offizielle Gedenken im Geiste des DDR-Antifaschismus statt.

Nach der Wiedervereinigung blieb die Gedenkstätte zunächst eine Einrichtung der Hansestadt Gardelegen. Seit 2015 befindet sie sich in landeseigener Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Die Stadt Gardelegen ist weiterhin Eigentümerin des Geländes und kümmert sich um die Pflege des militärischen Ehrenfriedhofs. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde im Jahr 2020 ein Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung fertiggestellt.

Öffnungszeiten

Dokumentationszentrum:

Das Gebäude mit der Dauerausstellung ist für Einzelbesucher zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Donnerstag: 09:00 - 15:30 Uhr

Freitag: 09:00 - 13:00 Uhr

Letzter Sonntag im Monat: 11:00 - 17:00 Uhr

und nach Vereinbarung.

An gesetzlichen Feiertagen ist das Dokumentationszentrum geschlossen.

Kontakt
Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen
An der Gedenkstätte 1
39638 Hansestadt Gardelegen
Bundesland Sachsen-Anhalt

Telefon: +49 3907 775 908 12
Telefax: +49 3907 775 908 20

Externer Link: http://www.gardelegen.de/kultur/geschichte/gedenkstaette-feldscheune-isenschnibbe-gardelegen/
Externer Link: info-isenschnibbe(at)erinnern.org

Lage
39638 Gardelegen