Sammelbegriff für eine Häftlingsgruppe, der Frauen zugerechnet wurden, die nach den Prinzipien der nationalsozialistischen Ideologie von der Norm abwichen, die also nach ihrer Persönlichkeit und Lebensführung den Anforderungen der "Volksgemeinschaft" nicht genügten. Dazu zählten im Dritten Reich Wohnungslose, Personen, die bettelten, die Wohlfahrt bezogen, die ihrer Arbeits- und Dienstpflicht nicht nachkamen ("Arbeitsscheue"), aber auch psychisch Kranke, Alkoholikerinnen, allein Erziehende sowie Prostituierte. In Ravensbrück wurden diese Häftlingsfrauen mit einem "schwarzen Winkel" gekennzeichnet, bis auf wenige Ausnahmen waren sie Deutsche oder Österreicherinnen.
(Quelle: Gabriele Knapp, Frauenstimmen – Musikerinnen erinnern an Ravensbrück, Berlin 2003.)