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Presseschau vom 6.5.

Presseschau vom 6.5.

Erik Meyer

/ 4 Minuten zu lesen

Plattformen - löschen, sperren, regulieren

#Wahlwatch, der Faktencheck des WDR zur Europawahl, hat eine Aussage von SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley geprüft und für "halbwahr" befunden:

Externer Link: Tweet von WDR Aktuelle Stunde (© Screenshot: twitter.com)

Justizministerin Barley war auch zu Gast in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, die sich in der aktuellen Ausgabe ausführlich mit der Frage nach digitaler Desinformation und der Regulierung der Plattformen auseinandersetzt. Hier ist das Video verfügbar:

Externer Link: Erstes Deutsches Fernsehen (ARD)
Bericht aus Berlin

Themen der Sendung: Willkommen beim Bericht aus Berlin, dem Magazin zur Bundespolitik - immer sonntags 18.30 Uhr aus dem ARD-Hauptstadtstudio.

Patrick Beuth berichtet für Spiegel Online ebenfalls von dort, wo Facebook Interventionsversuche auf der Plattform bei der Europawahl bekämpft: "Nathaniel Gleicher, der bei Facebook den Bereich Cybersecurity-Policy verantwortet, sagt: 'Die Mehrheit dessen, was wir löschen, ist nicht eindeutig faktisch falsch oder verstößt inhaltlich gegen unsere Nutzungsbedingungen'. Das hat seinen Grund, denn Desinformation funktioniert nicht mit glasklaren Lügen, sondern mit extremen Zuspitzungen, Auslassungen und anderen Formen der Verzerrung."

Externer Link: Tweet von Patrick Beuth (© Screenshot: twitter.com)

Heute beginnt in Berlin die Digitalkonferenz re:publica. Auch in diesem Kontext wird das Thema "Medien, Manipulation und Microtargeting: Wie Social Media den Wahlkampf mit politischer Werbung dominiert" unter anderem mit einem Vertreter von Facebook diskutiert.

Externer Link: Tweet von Facebook Deutschland (© Screenshot: twitter.com)

Um 19.45 Uhr gibt es dann einen Einblick in die Distribution von Falschmeldungen: "Wir haben im Rahmen unserer Abschlussarbeit gemeinsam untersucht, wie Websites, die regelmässig Desinformation im Internet verbreiten, miteinander verbunden sind. Dazu haben wir im Anschluss an das DORIAN-Projekt der Hochschule der Medien Stuttgart und des Fraunhofer Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT die Hyperlinkverbindungen von mehr als 60.000 Artikel von 23 verschiedenen Websites analysiert."

Externer Link: re:publica 2019
"Fake News"-Netzwerke - wer verbreitet Desinformation in Deutschland?

Elena ist Journalistin und Immanuel ist Programmierer - zusammen haben wir untersucht, wie die Szene der Desinformationsverbreiter in Deutschland aussieht. Wir haben 23 Websites untersucht, die regelmässig sogenannte "Fake News"-Meldungen verbreiten. Mithilfe von Data Mining und einer sozialen Netzwerkanalyse konnten wir wichtige Player, die mit ihren Artikeln ordentlich Stimmung machen, identifizieren.

Eine Möglichkeit im Kampf gegen manipulative Inhalte in soziale Medien ist die Löschung der Profile dafür verantwortlicher Akteure. In den USA hat Facebook gerade einige extreme Aktivisten, die unter anderem Hetze und Verschwörungen verbreitet haben, von der Plattform verbannt. Dagegen beschwert sich wiederum Donald Trump via Twitter, was David Frum vom US-Magazin "The Atlantic" kommentiert: "After Facebook on Friday banned far-right figures and organizations from their platform, including the site Infowars, the president threatened to 'monitor' social-media sites in retaliation. Through much of the late evening of May 3 and early morning of May 4, the president used his Twitter feed to champion the people who earn a large living spreading false reports."

Externer Link: The Atlantic
Trump Attacks Facebook on Behalf of Racists and Grifters

One thing at least will follow from the president's Twitter campaign: It will become even more difficult than before for the shamefaced remains of what used to be mainstream conservatism to separate themselves from these grifters, racists, and liars. According to the president, they are now martyrs, saying things that deserve to be heard.

"Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mehrere Nutzer in Deutschland aufgrund einer neuen 'Richtlinie zur Integrität von Wahlen' vorübergehend gesperrt. Mit diesen internen Vorgaben will Twitter verhindern, dass mit Hilfe des Dienstes Wahlen manipuliert oder beeinträchtigt werden. Nutzer können Tweets melden, die 'irreführend in Bezug auf Wahlen sind'", berichtet Friedhelm Greis bei golem.de.

Externer Link: Golem.de
Neue Vorgaben: Twitter sperrt erste Accounts wegen Wahlwitzen

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mehrere Nutzer in Deutschland aufgrund einer neuen "Richtlinie zur Integrität von Wahlen" vorübergehend gesperrt. Mit diesen internen Vorgaben will Twitter verhindern, dass mit Hilfe des Dienstes Wahlen manipuliert oder beeinträchtigt werden. Nutzer können Tweets melden, die "irreführend in Bezug auf Wahlen sind".

In der Richtlinie heißt es weiter:

Externer Link: twitter.com

April 2019 Es ist nicht erlaubt, die Dienste von Twitter mit dem Ziel zu nutzen, Wahlen zu manipulieren oder zu beeinträchtigen. Darunter fällt das Posten oder Teilen von Inhalten, die sich negativ auf die Wahlbeteiligung auswirken oder falsche Angaben zum Termin, zum Ort, oder zum Ablauf einer Wahl machen.

Auch eine prominente SPD-Politikerin, die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, wurde gesperrt, berichtet Spiegel Online: "Eine Veröffentlichung von ihr, in der es um den Vornamen Mohammed ging, wurde als Verstoß gegen die Regeln der Internet-Plattform gewertet. Das geht aus einem Screenshot hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Das Unternehmen schrieb an die SPD-Politikerin: 'Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser Tweet gegen die Twitter Regeln verstößt, insbesondere: Verstoß gegen unsere Regeln zum Veröffentlichen von irreführenden Informationen zu Wahlen.'"

Dies sorgte bei vielen anderen Nutzern wie auch dem SPD-Generalsekretär für Unverständnis. Am Sonntag-Nachmittag war dann der Tweet wieder verfügbar und das Profil entsperrt.

Externer Link: Tweet von Lars Klingbeil (© Screenshot: twitter.com)

Fussnoten

ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist und Dozent zur Digitalisierung in Politik, Pop und Erinnerungskultur. Er ist Autor von „Zwischen Partizipation und Plattformisierung: Politische Kommunikation in der digitalen Gesellschaft“ (2019)