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52. bpb:forum: Der Kampf gegen den "eingekapselten Hitler" (verschoben)

Ein Abend mit Ines Geipel über Vergessenspolitik und Aufarbeitung

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Wichtiger Hinweis

Veranstaltungen bis 30. Juni 2020 abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Veranstaltungen der Bundeszentrale für politische Bildung bis einschließlich 30. Juni 2020 abgesagt. Ersatztermine ggf. werden so bald wie möglich bekannt gegeben. Die bpb und die Medienzentren in Bonn und Berlin sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Alle Infos finden Sie unter www.bpb.de/corona.

Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg am 15.01.1990Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg am 15.01.1990 (© imago images / Rolf Zöllner)
Über 70 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit und 30 Jahre nach dem Mauerfall ist rechtsextremes Gedankengut in Deutschland immer noch weit verbreitet, die Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen in Teilen noch immer lückenhaft. Warum besonders in der damaligen DDR kaum eine seriöse Vergangenheitsbewältigung stattgefunden hat, beschreibt Ines Geipel in ihrem Buch "Umkämpfte Zone".

Hier steht die "Vergessenspolitik" des DDR-Staates im Mittelpunkt, die sich auch in den Familien, insbesondere in der Familiengeschichte von Ines Geipel zeigte. Sie beschreibt, wie das Schweigen, das in ihrer Familie über die SS-Vergangenheit der beiden Großväter und die Stasi-Tätigkeit des Vaters gelegt wurde, mit dem Angst- und Lügensystem des DDR-Staates korrelierte.

Durch die Verknüpfung ihrer eigenen Familiengeschichte mit der Geschichte der DDR und des wiedervereinigten Deutschlands in "Umkämpfte Zone" macht Ines Geipel deutlich, dass es die Rolle ihrer Generation ist, die Tabus der eigenen Eltern zur Sprache zu bringen. Die Autorin versucht so das große Schweigen, das sich über Generationen fortschreibt, und die Gewalt, die dieses Schweigen hervorgebracht hat – den "eingekapselten Hitler", wie sie sagt – zu brechen. Ihre Geschichte macht deutlich, dass es Zeit ist für eine "Aufarbeitung der Aufarbeitung".

Am 2. April 2020 ist Ines Geipel im bpb:medienzentrum in Bonn zu Gast. Sie wird ihr Buch vorstellen und im Gespräch mit Moderatorin Elif Şenel sowie gemeinsam mit dem Publikum über die Notwendigkeit einer aufrichtigen Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung sprechen.

Über die Autorin:
Nach einer aus politischen Gründen abgebrochenen Karriere als DDR-Spitzenathletin und einem Germanistikstudium in Jena floh die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel im Sommer 1989 in die Bundesrepublik. Sie studierte Philosophie in Darmstadt und begann 1996 ihre Schriftstellerexistenz. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin, Publizistin und Professorin für Verskunst an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Ihre Bücher sind vieldiskutiert, sie veröffentlicht insbesondere zu den "nervösen Themen" des Ostens: Jugendgewalt, Schweigen, Zersetzung und Traumalandschaften. Im Mai 2020 erhält sie für ihre Arbeit in Wolfenbüttel den Lessing-Preis für Kritik.

Über die Moderatorin:
Sie ist freie Journalistin und moderiert im Fernsehen und im Radio. Sie studierte Politische Wissenschaft, Neuere Geschichte und Islamwissenschaft in Bonn und Grenoble, Frankreich. Nach dem WDR-Programmvolontariat arbeitet sie für verschiedene Hörfunkwellen wie WDR5, DLF und im Fernsehen bei Phoenix – dem Ereignis und Dokumentationskanal von ARD und ZDF. Aktuell ist sie im WDR5-Magazin "Neugier genügt" zu hören.

Termin

02.04.2020, von 18:00 bis 20:00

Ort

bpb:medienzentrum
Adenauerallee 86
53113 Bonn

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger

Anmeldung

Teilnahmegebühr: Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Bitte melden Sie sich bis zum 01.04.2020 über den Anmelde-Button zur Teilnahme an.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Fachbereich Extremismus
Hanne Wurzel
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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