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Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch Im Podiumsgespräch nach dem Film werden die beiden Referierenden Angelika Nguyen und Lasse von Bargen sowohl über die im Film verhandelten rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen als auch über ähnliche extrem rechte Anschläge und Gewalttaten der 90er-Jahre in West- und Ostdeutschland – darunter das Brandattentat von Mölln – sprechen. Wie stellt der Film Radikalisierung, Gewalt und Rassismus dar? Darüber hinaus soll der Blick auch auf heute gerichtet werden: Welche Parallelen gibt es zur Zeit von damals? Und welche Strategien gibt es extrem rechter Radikalisierung entgegenzutreten? Angelika Nguyen ist Autorin, Filmjournalistin und Filmkuratorin. Sie wuchs als Kind einer deutschen Sprachmittlerin und eines vietnamesischen Arztes in der DDR auf, studierte Filmwissenschaften an der Filmhochschule in Babelsberg, drehte 1991 den Dokumentarfilm Bruderland ist abgebrannt über die vietnamesische Diaspora in Ostberlin, der 2017 wiederentdeckt wurde und seither in Ausstellungen und auf Festivals läuft. Sie veröffentlichte Texte zu Rassismus in ihrer Kindheit, Ostdeutschland als Erinnerungsort, Migration in Ost und West sowie über Filme als emotional-politischer Weltspiegel. Lasse von Bargen arbeitet im Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel. Seit 2009 informiert das Beratungsteam Menschen und Institutionen in Kiel zum Thema Rechtsextremismus sowie zum Umgang mit Rassismus, Antisemitismus und weiteren Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Neben den Beratungen werden zudem Fortbildungen und Workshops angeboten. |
Jung und radikal (Kiel) Programm
Mittwoch, „Wir sind jung. Wir sind stark.“
Mittwoch, „Und morgen die ganze Welt“
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Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch Der Film „Und morgen die ganze Welt“ ist eine „Antifa-Milieustudie“ (Süddeutsche Zeitung), der die Geschichte einer Jurastudentin erzählt, die sich vor dem Hintergrund des zunehmenden Erfolgs extrem rechter Parteien politisch radikalisiert und dem linksradikalen Spektrum zuwendet. Im Anschluss wird Natalia Hanauska den Film im Gespräch mit Felix Arnold einordnen und Fragen aus dem Publikum beantworten. Welche Rolle spielen Emotionen, Gruppendynamiken und gesellschaftliche Entwicklungen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Aktivismus, Militanz und Extremismus? Natalia Hanauska ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Demokratieforschung Göttingen. Sie arbeitet derzeit im Projekt FoDEx – Forschungs- und Dokumentationsstelle zur Analyse politischer und religiöser Extremismen in Niedersachsen. Zuvor war sie Mitarbeiterin bei der Bundesfachstelle für linke Millitanz. Felix Arnold ist Filmwissenschaftler und Filmmoderator. Für das Kinderkulturbüro, den Landesverband Jugend und Film S-H und Vision Kino leitet er Schulkinoveranstaltungen und Lehrerfortbildungen. Er ist Veranstalter diverser Filmreihen. |
Mittwoch, „Olfas Töchter“ (OmU)
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Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch Was passiert, wenn Radikalisierung ganz plötzlich mitten in der eigenen Familie ankommt? Nach der Vorführung ist ein Mitarbeiter von PROvention – der Beratungsstelle gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein – zu Gast. Im Gespräch mit Felix Arnold und dem Publikum geht es unter anderem um persönliche Geschichten, Radikalisierungsdynamiken und die Frage, was Prävention eigentlich leisten kann, wenn Ideologien stärker werden als familiäre Bindungen. Seit April 2015 arbeitet PROvention unter der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. am Aufbau landesweiter Strukturen zur Prävention von religiös begründetem Extremismus. Zum Angebot gehören Fortbildungen für Multiplikator/-innen sowie Beratung für Angehörige, Fachkräfte aus Jugend- und Sozialarbeit, Schulen und Geflüchtetenunterkünften. Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die in ihrem Umfeld Radikalisierungstendenzen wahrnehmen oder mit Jugendlichen in Kontakt stehen, die sich der salafistischen Szene zuwenden. |
Mittwoch, „How to Blow Up a Pipeline“ (OmU)
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Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch Der Film „How to Blow Up a Pipeline“ (Omu) basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des schwedischen Klimaaktivisten Andreas Malm und begleitet eine Gruppe junger Umweltaktivist*innen in Texas, die sich entschließen, eine Ölpipeline zu sprengen – als Akt des Widerstands gegen eine fossile Industrie, die ihrer Meinung nach für die eskalierende Klimakrise verantwortlich ist. Der Film stellt die Frage nach der moralischen Rechtfertigung von industrieller Sabotage und bringt ein zentrales Dilemma der Klimabewegung auf die Leinwand: Wie weit darf Protest gehen? Im Anschluss an die Vorführung ordnet Dr. Helge Döring, Sozialwissenschaftler an der FH Münster, die gezeigten Themen im Gespräch mit Moderator Felix Arnold ein. Döring forscht im Projekt „Klima Extrem+“ zu Strategien und Perspektiven aktueller Klimaprotestbewegungen – insbesondere aus der Sicht derjenigen, die von den Aktionen direkt betroffen sind. |