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Constanze Klaues Langfilmdebüt nach dem Bestseller von Lukas Rietzschel porträtiert zwei Brüder in der ostdeutschen Provinz. Der auf der Berlinale 2025 uraufgeführte Film fängt dabei einfühlsam den schleichenden, fast unmerklichen Prozess ein, durch den familiäre Überforderung und Perspektivlosigkeit junge Menschen in rechtsextreme Netzwerke abdriften lassen kann. Im Podiumsgespräch ordnen die Regisseurin Constanze Klaue und eine Vertreterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus/Fachstelle mobirex das Gesehene gemeinsam ein. Moderiert wird der Austausch von Sarah Moll, die als Filmemacherin und in der Medienkompetenzvermittlung tätig ist. Dabei sprechen die Gäste zunächst darüber, wie sich diese komplexen Dynamiken überhaupt filmisch erzählen lassen. Anschließend weitet sich der Blick auf das Hier und Jetzt. Wie äußert sich reale rechte Raumübernahme im Alltag und mit welchen Strategien können Zivilgesellschaft sowie Kommunen ihr wirksam entgegentreten? Constanze Klaue ist Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit der Verfilmung von Lukas Rietzschels Bestsellerroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“, die im Februar 2025 auf der Berlinale Premiere feierte, legte sie ihr Langfilmdebüt vor. Darin erzählt sie einfühlsam von zwei Brüdern, die sich angesichts von familiärer Überforderung und Perspektivlosigkeit immer weiter voneinander entfremden und radikalisieren. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (vertreten durch das Mobile Beratungsteam Südwest) unterstützt zivilgesellschaftliche Akteure und Akteurinnen, Kommunen und Schulen im Umgang mit rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Vorfällen. Ziel der Arbeit ist es, Betroffene und Engagierte vor Ort zu stärken und den Aufbau belastbarer demokratischer Strukturen zu fördern. |
Jung und radikal (Freiburg) Programm
Dienstag, „Mit der Faust in die Welt schlagen“
Dienstag, American History X
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Der Skinhead Derek Vinyard landet nach einem brutalen rassistischen Mord im Gefängnis und sagt sich dort von der Neonazi-Szene los. Wieder in Freiheit, beginnt ein verzweifelter Kampf um seinen jüngeren Bruder, der ihm in die rechte Szene gefolgt ist. Ein Film über die fatale Anziehungskraft rechtsextremer Ideologien, Radikalisierung und die verheerenden Folgen für die eigene Familie. Im Podiumsgespräch ordnen die Filmemacherin Tamara Milošević und Simon Danco von der Fachstelle Extremismusdistanzierung das Gesehene gemeinsam ein. Moderiert wird der Austausch auch diesmal von Sarah Moll, die als Filmemacherin und in der Medienkompetenzvermittlung tätig ist. Dabei sprechen die Gäste zunächst über die Herausforderungen von Ausstiegsprozessen aus der rechten Szene und die Frage, wie Distanzierungsarbeit praktisch gelingen kann. Anschließend richtet sich der Blick auf das Spannungsfeld zwischen fiktionaler und realer Gewalt: Wie wirken Gewaltdarstellungen im Film auf Jugendliche und welche gesellschaftliche Verantwortung tragen Filmschaffende bei der Visualisierung von Radikalisierung? Tamara Milošević ist Regisseurin und Dokumentarfilmerin. In ihrem preisgekrönten Film Zur falschen Zeit am falschen Ort verarbeitete sie die reale Ermordung des 16-jährigen Marinus Schöberl durch rechte Täter in der ostdeutschen Provinz. Da Berichten zufolge die Täter bei dieser Tat mutmaßlich von genau jener berüchtigten „Bordsteinszene“ aus American History X beeinflusst waren, bringt Milošević eine hochrelevante, kritische Perspektive auf die mediale Wirkmacht von (Gewalt-)Bildern in die Diskussion ein. Die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) im Demokratiezentrum Baden-Württemberg unterstützt landesweit Fachkräfte aus der Jugend-, Schul- und Sozialarbeit beim Umgang mit extremistischen Dynamiken. Ziel der Arbeit ist es, Radikalisierungsprozesse bei Jugendlichen frühzeitig zu erkennen, Distanzierungsprozesse (etwa aus der rechtsextremen Szene) pädagogisch zu begleiten und den Fachkräften in Kommunen Handlungssicherheit zu vermitteln. |
Dienstag, Rabia
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Die 19-jährige Französin Rabia folgt falschen Versprechungen und reist nach Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Im Frauenhaus in Raqqa gerät sie in ein System aus psychologischer Manipulation und perfider Gehirnwäsche. Aus der Verzweifelten wird bald eine Mittäterin. Ein intensives Drama über die Mechanismen islamistischer Anwerbung und die Radikalisierung junger Frauen in Europa. Im Podiumsgespräch ordnen Regisseurin Mareike Engelhardt und Dženeta Isaković von Mosaik Deutschland e.V. das Gesehene gemeinsam ein. Moderiert wird der Austausch von Sarah Moll, die als Filmemacherin und in der Medienbildung tätig ist. Im Gespräch steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie sich islamistische Radikalisierung differenziert filmisch erzählen lässt, ohne zu dämonisieren oder zu verharmlosen. Anschließend richtet sich der Blick auf die Realität: Welche Dynamiken machen Frauen anfällig für extremistische Ansprachen, welche Rolle spielen dabei Identität, Ausgrenzung und digitale Räume, und was braucht es, um dem wirksam entgegenzuwirken? Mareike Engelhardt studierte vergleichende Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte und Psychologie in Berlin, London und Paris. Ihren Weg zum Film fand sie über dokumentarische und experimentelle Arbeiten im Umfeld von Tanz und Performance, bevor sie eigene Kurzfilme realisierte. Rabia ist ihr Langfilmdebüt und feierte seine Premiere beim Festival du Film Francophone d’Angoulême. Dženeta Isaković studierte Islamwissenschaft, Politikwissenschaft sowie Nah- und Mitteloststudien und arbeitet seit vielen Jahren in der politischen Bildung, vor allem in der Radikalisierungsprävention und Antidiskriminierungs-arbeit. Sie verantwortet bei Mosaik Deutschland e.V. den Bereich Prävention von Extremismus und Hassgewalt. Der Verein mit Sitz in Heidelberg entwickelt unter anderem Bildungsformate zu Radikalisierung, Islamismus, Rassismus und muslimischem Leben in Deutschland und verbindet dabei politische Bildung mit konkreter Präventionsarbeit vor Ort. |
Dienstag, How to Blow Up A Pipeline
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Acht junge Menschen beschließen aus Verzweiflung über die politische Stagnation, eine texanische Ölpipeline in die Luft zu sprengen. Was als Protest beginnt, wird zur illegalen Sabotage. Im Stil eines spannenden Heist-Movies stellt der Film eine hochaktuelle Frage unserer Zeit: Wo endet legitimer ziviler Ungehorsam und ab wann rechtfertigt der Zweck nicht mehr die Mittel? Informationen zum Podiumsgespräch folgen. |