Im Gefängnis Podiumsgespräch über das Leben „hinter Gittern“ und über familiensensiblen Vollzug aus Sicht von Betroffenen
Familien, in denen ein Elternteil inhaftiert ist, stehen vor großen Herausforderungen. Insbesondere die Kinder gehören zu den häufig Übersehenen während des Strafvollzugs. Die Inhaftierung des Elternteils bedeutet emotionale Belastung, Angst, Loyalitätskonflikte und soziale Ausgrenzung. Viele Kinder erleben Scham und Schweigen und werden in Mitleidenschaft gezogen, obwohl sie selbst keine Schuld tragen.
Ausgehend vom Schriftenreihe-Band „Im Gefängnis. Ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern“ von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus, rückt die Veranstaltung die Perspektive eines Mädchens in den Mittelpunkt, dessen Vater in Haft ist. Es geht um dessen Leben im Gefängnis und die Frage des eigenen Umgangs mit der Situation: Kann man Freundinnen und Freunden davon erzählen? Und vor allem: Wie lässt sich die Trennung bewältigen?
Der Abend gibt Einblicke in das Leben „hinter Gittern“ aus der Sicht von direkt Betroffenen, Mitarbeitenden und Netzwerkpartnern einer Justizvollzugsanstalt . Ziel ist es, ein gesellschaftliches Tabu sichtbar zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Kinder von Gefangenen besonderen Schutz und Unterstützung benötigen.
Zugleich wird erläutert, was unter „familiensensiblem Vollzug“ zu verstehen ist: welche gesetzlichen Grundlagen spielen eine Rolle, welche Möglichkeiten gibt es, Kinder während der Haftzeit des Elternteils zu unterstützen und welchen Beitrag kann das sogar zur Resozialisierung straffällig gewordener Menschen leisten?
Die Veranstaltung ist eine Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Zusammenarbeit mit der JVA Euskirchen, der Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten NRW sowie der Katholischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen im Erzbistum Köln (EFL).
Teilnehmende:
Jennifer Rybarczyk, Leiterin der JVA Euskirchen
Dr. Hans-Georg Golz, Leiter Referat Bücher, Bundeszentrale für politische Bildung
Wilhelmine Geenen, Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten NRW
Ein Inhaftierter aus dem offenen Vollzug der JVA Euskirchen
Moderation: Anna Hoff, EFL Bonn
Die Publikation kann vor Ort käuflich erworben werden.
Hinweise zur Veranstaltung
Veranstaltungsadresse:
JVA Euskirchen
Kölner Str. 250
53879 Euskirchen
Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Zusammenarbeit mit der Externer Link: JVA Euskirchen, der Externer Link: Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten NRW sowie der Externer Link: Katholischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen im Erzbistum Köln (EFL).
Zielgruppe:
Interessierte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren, Studierende, Lehrkräfte politischer Bildung sowie Medienvertreter/-innen
Pressekontakt:
Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die
Anmeldung:
Teilnahmegebühr: kostenfrei
Bitte beachten Sie, dass für den Zutritt zur JVA Euskirchen ein gültiger Personalausweis ZWINGEND erforderlich ist.
Bei Rückfragen steht Ihnen der Sozialdienst der JVA Euskirchen zur Verfügung: E-Mail Link: Martina.Kreuzjans@jva-euskirchen.nrw.de