Blick in das Münchner Hofbräuhaus am Platzl. Foto: M. C. Hurek
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24.9.2012 | Von:
Michael Meuser

Entgrenzungsdynamiken: Geschlechterverhältnisse im Umbruch

Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland ist wie andere Gesellschaften in den vergangenen Jahrzehnten von einem sich ständig beschleunigenden sozialen Wandel geprägt. Globalisierung, Digitalisierung, neoliberale Umstrukturierung der Erwerbsarbeit und die Umbrüche in den Geschlechterverhältnissen sind die zentralen Dynamiken in diesem Prozess. In der Soziologie wird dies unter dem Stichwort der "Entgrenzung“ diskutiert; vormals feste Grenzen werden flexibel. Wann die Berufsarbeit endet und die Freizeit beginnt, ist heute für eine wachsende Zahl von Menschen nicht mehr klar zu bestimmen. Auch die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit verschwimmen zusehends, desgleichen die zwischen den Lebensphasen. Insofern ist die Entgrenzungsdynamik in den Geschlechterverhältnissen kein isoliertes Phänomen, wohl aber eines, das in erheblichem Maße zum gesellschaftlichen Wandel beiträgt.

In einer, historisch betrachtet, kurzen Zeitspanne von vier Jahrzehnten haben sich weitreichende Veränderungen der Beziehungen zwischen Männern und Frauen ereignet. Wäre man in den 1970er Jahren bei einer Verkehrskontrolle von einer Polizistin aufgefordert worden, den Führerschein zu zeigen, hätte dies Erstaunen, wenn nicht gar Irritation ausgelöst; heute sind gemischte Streifen die Regel. Während bis in die 1970er Jahre Vätern der Zutritt zum Kreißsaal in der Regel verwehrt wurde, sind heute rund 90 Prozent der Väter bei der Geburt des Kindes anwesend. Nicht ihre Anwesenheit, sondern die Abwesenheit ist heute begründungsbedürftig. Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, die darauf hinweisen, dass tradierte Grenzen zwischen den Geschlechtern aufbrechen, dass sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich Sphären, die vormals mehr oder minder entweder Männern oder Frauen vorbehalten waren, ihren geschlechtlich exklusiven Charakter verloren haben.

Ein gravierender Wandel ist bei den Einstellungen zu konstatieren. In den zurückliegenden 30 Jahren haben egalitäre Werthaltungen deutlich zugenommen: 1982 lag der Anteil derjenigen, die egalitären Äußerungen zur Rollenverteilung zwischen Mann und Frau zustimmen, in der Bundesrepublik Deutschland bei 32 Prozent, 2008 betrug er in den westlichen Bundesländern 69 Prozent und in den östlichen 88 Prozent. Hinsichtlich der Erwerbstätigkeit von Frauen sieht die Entwicklung ähnlich aus: 1982 betrug die Zustimmungsrate im Westen 29 Prozent, 2008 waren es 66 Prozent beziehungsweise 92 Prozent im Osten. In ihrer Einstellung zur Rollenverteilung unterscheiden sich Männer und Frauen nur geringfügig: Der Anteil der Männer mit einer egalitären Einstellung ist 2008 im Westen und Osten um jeweils drei Prozent niedriger als der der Frauen. Bei der Frage einer Erwerbstätigkeit der Frau sind die westdeutschen Männer allerdings deutlich weniger egalitär eingestellt als die Frauen; die Differenz beträgt neun Prozent, im Osten hingegen nur zwei Prozent.[1]

Gleichwohl hat Geschlecht wenig an Gewicht als ein zentrales Ordnungsmerkmal verloren. Mit der Zugehörigkeit zu dem einen oder dem anderen Geschlecht sind immer noch unterschiedliche gesellschaftliche Teilhabechancen verbunden. Die Entwicklungsdynamik der Geschlechterverhältnisse ist von einer eigentümlichen Gleichzeitigkeit von Kontinuität und Veränderung gekennzeichnet. Dies soll im Folgenden auf der Basis aktueller Daten und Studien differenziert nach verschiedenen Handlungsfeldern dargestellt werden.

Erwerbsbeteiligung

Die Entwicklungen im Erwerbsleben verlaufen unterschiedlich. Zunächst lässt sich ein stetiger Anstieg der Beschäftigungsquote von Frauen feststellen. Im Zeitraum von 1999 bis 2009 ist sie im Westen Deutschlands von 61 auf 70 und im Osten von 58 auf 68 Prozent angestiegen. Die Beschäftigungsquote der Männer hat sich im gleichen Zeitraum nur geringfügig verändert. Das Ausmaß der Veränderung wird deutlich, wenn man die Differenz zwischen Männer- und Frauenquote betrachtet: Sie ist im Westen von 20 auf elf Prozent und im Osten von 16 auf sieben Prozent gesunken. Dies deutet auf eine tendenzielle Angleichung der Beschäftigungsquoten hin.[2] Diese Entwicklung ist bei den 16- bis 34-Jährigen noch stärker ausgeprägt, allerdings nur im Westen. Hier lag die Differenz der Beschäftigungsquoten 1999 bei 18 Prozent, 2009 betrug sie nur noch drei Prozent. Im Osten ist sie in dieser Altersgruppe von 19 auf zehn Prozent gesunken.

Der Anstieg der Beschäftigungsquote der Frauen bedeutet jedoch nicht, und dies gilt vor allem für den Westen, dass sich die Arbeitsvolumina gleichfalls angeglichen haben. 34 Prozent der Frauen im Westen und 27 Prozent im Osten arbeiten in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen oder sind geringfügig beschäftigt, hingegen jeweils nur sechs Prozent der Männer.[3] Der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei erwerbstätigen Frauen hängt in großem Maße mit der gerade im Westen gegebenen Unterversorgung mit Kindertagesstätten und -horten zusammen und damit, dass in Deutschland mehr als in anderen europäischen Ländern die Kinderbetreuung als Aufgabe der Mutter gesehen wird.

Die höhere Teilzeitquote bei den Frauen ist ein Grund für die sogenannte Gender Pay Gap, den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. Er betrug 2010 23 Prozent.[4] In der Europäischen Union gehört Deutschland zu den Ländern, in denen dieser Unterschied am stärksten ausgeprägt ist.[5] Gegen die Berechnung des Gender Pay Gap wird häufig eingewendet, sie vergleiche Unvergleichbares, unterscheide nicht nach Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung und berücksichtige nicht, dass Männer und Frauen oft über unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen und Berufserfahrungen verfügen. Bei Berücksichtigung dieser und weiterer Faktoren bleibt allerdings noch immer eine Differenz von acht Prozent.[6] Zudem ist der Umstand, dass Frauen häufig in Teilzeit arbeiten und dass sie im Schnitt über weniger Jahre an Berufserfahrung verfügen als Männer, selbst eine Folge der geschlechtlichen Arbeitsteilung, die den Frauen immer noch die (Haupt-)Verantwortung für Kinderbetreuung und Haushalt zuweist.

Eine moderate Umkehrung der jahrzehntelangen Geschlechterrelation ist in der Arbeitslosenstatistik festzustellen. Seit 2000 ist die Arbeitslosenrate der Frauen in den meisten Jahren geringer als die der Männer.[7] Dies hängt mit Verschiebungen zwischen dem sekundären und dem tertiären Sektor zusammen: Im Zuge des Übergangs von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft wird die Zahl der Industriearbeitsplätze, die traditionell überwiegend von Männern eingenommen werden, geringer, während neue Arbeitsplätze in größerer Anzahl vorwiegend in den Dienstleistungsberufen entstehen, in denen Frauen überwiegend tätig sind. Allerdings ist zu beachten, dass es sich bei vielen Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor um Teilzeitstellen oder Minijobs handelt und dass das Lohnniveau gerade in den von Frauen typischerweise gewählten Berufen oft sehr gering ist. Auch melden sich viele aus dem Erwerbsleben ausscheidende Frauen nicht arbeitslos.

Berufsfelder und Berufspositionen

Viele Berufe haben ihren vormaligen geschlechtsexklusiven Charakter verloren. Das trifft weitaus mehr auf klassische Männerberufe als auf Frauenberufe zu. In der Polizei etwa liegt der Frauenanteil je nach Bundesland zwischen 14 und 20 Prozent.[8] Seitdem die Bundeswehr durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gezwungen wurde, Frauen auch zum Dienst an der Waffe zuzulassen, ist der Anteil von Soldatinnen stetig gestiegen. Er lag Anfang 2012 insgesamt bei 9,7 Prozent, in den kämpfenden Einheiten (Heer, Luftwaffe und Marine) bei 5,8 Prozent.[9]

Solche in der öffentlichen Wahrnehmung präsenten Entwicklungen sollten aber nicht dazu verleiten, außer Acht zu lassen, dass der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin sehr stark geschlechtlich segregiert ist.[10] Die Entwicklungen sind zudem nicht einheitlich, zum Teil auch gegenläufig. Der "Eroberung“ mancher Männerberufe durch Frauen steht eine zunehmende "Feminisierung“ einiger Frauenberufe gegenüber. So ist der Anteil der Frauen im Grundschullehramt, der immer schon sehr hoch war, in den vergangenen 15 Jahren noch einmal angestiegen, in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel von 86 Prozent 1996 auf 90 Prozent im Jahr 2008.[11] Auch haben die Polizei und das Militär durch den gestiegenen Frauenanteil nicht ihren Charakter als männlich konnotierte Organisationen verloren.[12] Frauen unterliegen in männlich dominierten Berufsfeldern einem hohen Druck, one of the boys zu werden. Sie müssen sich bemühen, ihre Weiblichkeit nicht zu akzentuieren und so ihre "Andersartigkeit“ zu verbergen. Die wenigen Studien über Männer in Frauenberufen zeigen, dass sie offensichtlich mit einer anderen Strategie erfolgreich sind: ihre Männlichkeit zu akzentuieren und damit die "Andersartigkeit“ sichtbar zu machen.[13]

Ähnliche gegenläufige Tendenzen zeigen sich auch bei den Berufswahlentscheidungen. Auf der einen Seite haben manche Ausbildungsberufe einen "Geschlechtswechsel“ zu verzeichnen – so lag etwa der Frauenanteil unter den Auszubildenden im Konditoreiberuf 1977 bei 19,4 Prozent, 2008 hingegen bei 63,6 Prozent[14] –, auf der anderen Seite ist das Spektrum der von Frauen realisierten Berufswahlen nach wie vor deutlich geringer als das der Männer. Bei den Frauen machten 2010 die 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe 75,9 Prozent der Wahlen aus, bei den Männern betrug der entsprechende Wert 59,8 Prozent. Zudem zeigt sich in der Wahl der Berufe eine weithin ungebrochene Geschlechtstypik: Die jungen Frauen wählen in hohem Maße Berufe im Dienstleistungssektor, die jungen Männer technische Berufe. Der am häufigsten gewählte Beruf ist bei den Frauen Verkäuferin, bei den Männern Kraftfahrzeugmechatroniker.[15]

Wenig aufgebrochen ist die vertikale Segregation in den Organisationen. Mit steigender Hierarchieebene sinkt der Frauenanteil. Führungspositionen sind trotz vielfältiger Forderungen aus der Politik und der Wirtschaft, mehr Frauen in solche Positionen zu bringen, nach wie vor weitestgehend mit Männern besetzt. Der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft lag 2008 bei 27 Prozent. Unter den Angestellten mit umfassenden Führungsaufgaben befanden sich 17 Prozent Frauen. In den Top-200-Unternehmen betrug der Frauenanteil unter den Vorstandsmitgliedern 2,5 Prozent, in den Top-100-Unternehmen lag er unter einem Prozent. Im öffentlichen Dienst stellt sich die Geschlechterrelation hingegen günstiger für die Frauen dar; hier lag der Frauenanteil in Führungspositionen bei den Angestellten bei 48 Prozent und unter der Beamtenschaft bei 35 Prozent.[16]

Die männliche Dominanz in Führungspositionen insbesondere in der Privatwirtschaft begünstigt, dass Erwartungen an Führungskräfte am typisch männlichen Lebenslauf orientiert sind. Leitbild der Organisationskultur ist in den meisten Unternehmen ein Mitarbeiter, dessen Leben um die Berufsarbeit und die berufliche Karriere zentriert ist, der alle anderen Lebensbereiche dem beruflichen unterordnet und prinzipiell immer verfügbar ist. Dieser Typus hat in der jüngeren Zeit, im Zeichen verstärkter Deregulierung und verschärfter Konkurrenz um Arbeitsplätze, an Bedeutung gewonnen. Aufgrund der weithin ungebrochenen Zuständigkeit der Frauen für die Kinderbetreuung beeinträchtigt dies die Karrierechancen insbesondere von Frauen mit Kindern.

Während die männliche Dominanz in Führungspositionen weiterhin auffällig ist, erfährt das Feld der Erwerbsarbeit in jüngerer Zeit in anderer Hinsicht Umbrüche, deren Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis bereits in Ansätzen sichtbar sind. Infolge der zunehmenden Flexibilisierung der Märkte und der gesetzlichen Deregulierungen des Arbeitsmarktes löst sich das sogenannte Normalarbeitsverhältnis auf, das durch eine weitgehende Arbeitsplatzkontinuität und soziale Sicherung geprägt ist. Eine diskontinuierliche Erwerbsbiografie, ein häufiger Wechsel zwischen Phasen der Vollbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, wird für immer mehr Beschäftigte zu einem realistischen Szenario. Ein großer Teil typischer Frauenarbeitsplätze war immer schon mehr oder weniger von diesen Bedingungen gekennzeichnet. Neu ist, dass dies eine geschlechterübergreifende Normalität zu werden beginnt, die in wachsendem Maße auch die Erwerbslage von Männern kennzeichnet.[17]

Um die Bedeutung dessen zu ermessen, muss man berücksichtigen, in welch hohem Maße männliche Hegemonie und männliche Geschlechtsidentität auf einer festen Verankerung in einem Beruf beruhen. Klaus Dörre hat in einer Studie über Leiharbeiter in der Automobilindustrie gezeigt, dass die von ihm untersuchten qualifizierten Facharbeiter ihre unterwertige Beschäftigung als eine Verunsicherung ihrer männlichen Identität erfahren. Sie fühlen sich in ihrem männlich geprägten Arbeitsethos entwertet.[18] Mit dem Strukturwandel der Erwerbsarbeit ist eine zentrale Basis traditioneller Männlichkeit und männlicher Dominanz gefährdet.

Bildung

Erhebliche Veränderungen der Geschlechterrelation kennzeichnen die Entwicklungen im Bildungssystem. Im Schuljahr 1960/1961 betrug der Jungenanteil im Gymnasium 60 Prozent, der Mädchenanteil 40 Prozent, bis zum Schuljahr 2008/2009 war der Jungenanteil auf 47 Prozent gesunken, der der Mädchen auf 53 Prozent gestiegen. Die Hauptschule hat sich im gleichen Zeitraum von einer Schulform mit ausgeglichener Geschlechterrelation zu einer mehr von Jungen (55,5 Prozent) als von Mädchen (44,5 Prozent) besuchten Schule entwickelt.[19]

In den PISA-Studien zum Leistungsstand von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern sind die Leseleistungen der Mädchen erheblich besser als die der Jungen, während in Mathematik und in den Naturwissenschaften die Jungen ein höheres Leistungsniveau aufweisen, allerdings nicht im gleichen Maße wie die Mädchen beim Lesen. Die PISA-Studie 2006 ergab eine im Mittel um 42 Leistungspunkte höhere Lesekompetenz der Mädchen (517 gegenüber 475) und eine um 19 Punkte höhere Kompetenz in Mathematik sowie eine um sieben Punkte höhere Kompetenz in Naturwissenschaften bei den Jungen.[20]

Diese Daten sowie der Umstand, dass die Schülerinnen im Durchschnitt die Schule mit besseren Noten abschließen als die Schüler, haben eine Diskussion über eine vermeintliche Bildungsbenachteiligung der Jungen ausgelöst. In diesem Zusammenhang wird die "Feminisierung“ des Lehramts, insbesondere in der Grundschule, als ein Grund hierfür angeführt, also der Umstand, dass Schülerinnen und Schüler überwiegend und in der Grundschule nahezu ausschließlich von Frauen unterrichtet werden. Allerdings ist der Unterschied in den Leseleistungen zwischen Jungen und Mädchen am Ende der Grundschule nur gering ausgeprägt.[21] Er wird größer in den weiterführenden Schulen, in denen deutlich mehr Männer unterrichten (in den Gymnasien sind knapp 50 Prozent der Lehrkräfte männlich). Zudem zeigt ein historischer Rückblick, dass auch in den 1950er und 1960er Jahren, als mit Ausnahme des Primarbereichs das Lehramt nicht "feminisiert“ war, die Mädchen im Schnitt bessere Noten als die Jungen hatten.[22] Das schlechtere Bildungsniveau der Jungen wird augenscheinlich dann zu einem Problem, wenn eine wachsende Zahl von männlichen Hauptschulabsolventen wegen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt keinen Ausbildungsplatz mehr findet.

Hinsichtlich der Frage nach einer möglichen Bildungsbenachteiligung der Jungen ist des Weiteren zu berücksichtigen, dass es sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen eine erhebliche Streuung der Leistungswerte gibt. Zwar sind die Jungen mit ihren Leseleistungen in der PISA-Studie 2009 auf den unteren Kompetenzstufen stärker vertreten als die Mädchen und umgekehrt die Mädchen auf den oberen stärker als die Jungen, doch ist der Anteil von Jungen und Mädchen auf der mittleren, am häufigsten besetzten Kompetenzstufe nahezu gleich.[23] Weder Jungen noch Mädchen sind eine einheitliche Gruppe, eine generelle Bildungsbenachteiligung von Jungen ist nicht gegeben. Die größten Unterschiede finden sich nicht zwischen Jungen und Mädchen, sondern zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und aus unterschiedlichen sozialen Schichten.[24]

Gleichwohl ist nicht zu übersehen, dass junge Frauen heute im Schnitt mit besseren Bildungsabschlüssen in die Berufswelt gehen als junge Männer. Bislang hat sich dieses Bildungskapital allerdings nicht in entsprechende Vorteile bei Berufskarrieren umsetzen lassen. Dies liegt vor allem daran, dass die Mehrzahl der Frauen bei der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit reduziert oder für einige Jahre unterbricht, was nahezu zwangsläufig einen Karriereknick zur Folge hat.

Familie

Trotz gestiegener Erwerbsquote der Frauen und eines gesellschaftlichen Diskurses, der der Figur des männlichen Familienernährers ihre vormalige fraglose Gültigkeit entzogen hat, sind in der Mehrzahl der deutschen Paarhaushalte die Männer weiterhin in der Position des Allein- oder Haupternährers. Daten des Sozio-oekonomischen Panels zufolge war dies 2007 in 64,3 Prozent der Haushalte der Fall, wobei es allerdings deutliche Ost-West-Unterschiede gibt. In Ostdeutschland betrug der Wert nur 45,1 Prozent, in Westdeutschland hingegen 68,8 Prozent. Eine egalitäre Einkommenserwirtschaftung fand in 28,1 Prozent der Haushalte statt (43,7 Prozent im Osten, 24,4 Prozent im Westen), die Frau in der Position der Familienernährerin gab es in 7,6 Prozent der Haushalte (11,2 Prozent im Osten, 6,8 Prozent im Westen). Letztere Konstellation ist in den meisten Fällen jedoch nicht Ausdruck einer entsprechenden Absicht, sondern durch eine ungewollte Arbeitslosigkeit oder ein sehr geringes Einkommen des Mannes bedingt.[25]

Untersuchungen, die danach fragen, welche Bedeutung die Befragten verschiedenen Lebensbereichen zumessen, zeigen, dass jungen Männern und Frauen Beruf und Familie nahezu gleichermaßen wichtig sind. Der Beruf rangiert ein wenig höher als die Familie, für Männer wie für Frauen. Jungen Männern sind Familie und Kinder nur um ein Geringes weniger wichtig als jungen Frauen.[26] Das heißt jedoch nicht, dass es eine große Bereitschaft unter Männern gibt, berufliche Belange zugunsten familiärer zurückzustellen. Zwar sagten in einer Befragung nahezu 95 Prozent der Männer sowohl, es sei Aufgabe des Vaters, das Familieneinkommen zu sichern, als auch, es sei seine Aufgabe, Zeit für die Kinder zu haben, doch sind nur 43 Prozent bereit, dafür Einbußen bei der eigenen Karriere in Kauf zu nehmen.[27]

Wie eine Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt, erhöhen Männer die für Erwerbsarbeit aufgewendete Zeit, wenn sie Vater werden. 56 Prozent der kinderlosen Männer arbeiten 36 Stunden pro Woche und mehr. Dieser Wert steigt auf 75 Prozent nach der Geburt des ersten Kindes und auf 82 Prozent mit einem zweiten Kind.[28]

Aus weiteren Studien ist bekannt, dass die Partnerschaften junger Paare ohne Kind zwar nicht völlig egalitär sind, dass aber die Männer an der Hausarbeit in nicht geringem Maße beteiligt sind. Mit der Geburt des ersten Kindes setzt ein Prozess der Retraditionalisierung ein. Hausarbeit und Kinderbetreuung werden mehr und mehr zur Aufgabe der Frauen.[29] Väter wenden weniger Zeit für Haus- und Familienarbeit auf als kinderlose Männer (187 gegenüber 211 Minuten pro Tag).[30] Gemäß den Daten des European Social Survey gehört Deutschland zu den europäischen Ländern mit der geringsten Kooperationsrate der Männer bei Haushaltstätigkeiten.[31] In den Familien besteht eine hohe Diskrepanz zwischen dem von beiden Partnern präferierten und dem tatsächlich praktizierten Arrangement.

Obwohl diese Daten auf die Persistenz, die Hartnäckigkeit der traditionellen geschlechtlichen Arbeitsteilung hinweisen, lässt sich daraus nicht schließen, in den privaten Geschlechterbeziehungen habe es keine Veränderungen gegeben. Mit der Funktion des Ernährers ist nicht mehr ein selbstverständlicher Anspruch auf die Position des Familienoberhaupts verknüpft. Des Weiteren wollen zwar die meisten Männer die Ernährerfunktion als Teil ihres Vaterschaftskonzeptes bewahren, betrachten sie aber nicht als die "Essenz“ von Vaterschaft.[32]

Vaterschaft erschöpft sich nicht mehr in einem Engagement für die Familie. Die von Vätern für Kinderbetreuung aufgewendete Zeit hat sich in einem Zeitraum von 20 Jahren (1985 bis 2004) erhöht, allerdings in beträchtlichem Maße nur am Sonntag (von 4,4 auf 5,7 Stunden bei den westdeutschen Vätern), während der Wert für die Wochentage nur leicht (von 2,3 auf 2,7 Stunden) gestiegen ist.[33] Ein Engagement des Vaters in der Familie bedeutet nicht zwangsläufig eine zeitliche Entlastung der Mutter. Eine australische Studie zur familialen Zeitverwendung von Vätern und Müttern hat ergeben, dass Väter deutlich weniger Zeit mit ihren Kindern allein verbringen als Mütter. In 92 Prozent der Zeit, die Väter mit ihren Kindern verbringen, sind auch die Mütter anwesend. Der entsprechende Wert für die Mütter beträgt 71 Prozent.[34]

Fazit

Mit der Zugehörigkeit zu dem einen oder dem anderen Geschlecht sind immer noch unterschiedliche Teilhabechancen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen verbunden. Diese sind, wie die Entwicklungen im Bildungssystem zeigen, nicht mehr durchgängig zu Lasten der Frauen verteilt. Im Erwerbsleben und in der Familie reproduzieren sich hingegen – und dies oft gegen die Intentionen von Frauen und Männern – in hohem Maße tradierte Strukturen.

In der Politik, auf die hier nicht detailliert eingegangen wurde, stellen sich die Verhältnisse offener dar. Dies ist nicht nur daran zu sehen, dass Deutschland seit nunmehr sieben Jahren von einer Frau regiert wird. Allerdings darf die symbolische Wirkung einer vermehrten Präsenz von Frauen in Spitzenpositionen der Politik in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden. Der Wandel der Geschlechterverhältnisse im politischen Feld zeigt sich neben der stärkeren Präsenz von Frauen in Bundes- und Landesregierungen in dem Anstieg der Zahl weiblicher Abgeordneter in den Parlamenten und den Parteigremien. Im Deutschen Bundestag etwa lag der Frauenanteil bis Mitte der 1980er Jahre unter zehn Prozent, danach stieg er bis Ende der 1990er Jahre auf 30 Prozent an. Seitdem pendelt er zwischen diesem Wert und 33 Prozent.[35] In den Spitzengremien der im Bundestag vertretenen Parteien liegt der Frauenanteil zwischen 25 (FDP) und 50 Prozent (Bündnis 90/Grüne und Linke). Der männerbündische Charakter, der für das politische Feld lange Zeit gleichermaßen wie für die Wirtschaft charakteristisch war, ist in der Politik ein Stück weit aufgebrochen worden.

Resümiert man die zuvor referierten Befunde, so zeigt sich, dass die Veränderungsdynamik der Geschlechterverhältnisse von einer Parallelität von Kontinuität und Wandel geprägt ist. Festzuhalten ist, dass als Folge der erheblichen Veränderungen im Wertesystem die gesellschaftliche Dominanz des männlichen Geschlechts nicht mehr fraglos gegeben ist. Sie ist zwar in vielen Bereichen weiterhin präsent, allerdings setzt sich "die männliche Herrschaft nicht mehr mit der Evidenz des Selbstverständlichen“ durch,[36] sondern muss in wachsendem Maße begründet und legitimiert werden.

Die Entwicklung verläuft in den verschiedenen Bereichen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und auch nicht immer in die gleiche Richtung. Insbesondere lässt sich eine Ungleichzeitigkeit im Vergleich von beruflicher und privater Sphäre feststellen. Einer fortschreitenden Entgrenzung in der Sphäre des Berufs (wachsende Inklusion der Frauen in die Erwerbsarbeit, tendenzielle Auflösung der Unterscheidung von sogenannten Männer- und Frauenberufen) steht eine hartnäckige Kontinuität tradierter Aufgabenverteilungen in Partnerschaft und Familie gegenüber.

Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass sich, wie bei mehreren Punkten deutlich wurde, die Verhältnisse in den östlichen und den westlichen Bundesländern zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Als Folge der Unterschiede der Gesellschaftssysteme zwischen 1945 und 1990 stehen die Geschlechterverhältnisse in den östlichen Bundesländern in einer anderen gesellschaftlichen Tradition als in den westlichen.

Dies betrifft insbesondere die Figur des männlichen Familienernährers, die es in der DDR, in der die Vollerwerbstätigkeit beider Partner die Regel war, faktisch nicht gab.[37] Daraus resultierten zwar keine vollkommen gleichberechtigten Geschlechterverhältnisse, wohl aber in Teilen stärker egalitäre Arrangements als im Westen. Diese haben sich in abgeschwächter Form bis heute gehalten, was sich unter anderem in deutlich egalitäreren Werthaltungen hinsichtlich der Erwerbstätigkeit von Frauen und der weitaus größeren Verbreitung einer egalitären Einkommenserwirtschaftung bei ostdeutschen Paaren zeigt.

Wenn mit Blick auf die Entwicklung der Geschlechterverhältnisse von einer Enttraditionalisierung gesprochen wird, dann ist das aus westlicher Perspektive formuliert und verkennt bisweilen, dass in manchen Dimensionen das, was sich im Westen herauszubilden beginnt, im Osten bereits über eine längere Tradition verfügt.
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Fußnoten

1.
Vgl. Statistisches Bundesamt/WZB/SOEP (Hrsg.), Datenreport 2011, Bonn 2011, Bd. 2, S. 394f.
2.
Dies wird, wenn man einen längeren Zeitraum in den Blick nimmt, noch deutlicher: 1972 lag die Differenz in Westdeutschland einschließlich Berlin noch bei über 40 Prozent. Vgl. Kathrin Dressel/Susanne Wanger, Erwerbsarbeit: Zur Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, in: Ruth Becker/Beate Kortendiek (Hrsg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung, Wiesbaden 20103, S. 490.
3.
Vgl. Datenreport 2011 (Anm. 1), S. 110f.
4.
Vgl. ebd., S. 122f.
5.
Vgl. Eurostat, Europe in Figures. Eurostat Yearbook 2011, Luxembourg 2011, S. 256.
6.
Vgl. Datenreport 2011 (Anm. 1), S. 123.
7.
Vgl. ebd., S. 106.
8.
Vgl. Deutsche Polizeigewerkschaft, 25.8.2009, online: www.dpolg.de/upload/pdf/FrauenanteilimPolizeidienst.pdf (11.9.2012).
9.
Eigene Berechnung, Quelle: Bundeswehr, Normalität: Frauen in der Bundeswehr, 10.1.2012, online: www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/FcwxDoAgDADAH9HdzVcoLqTYQhqhmgryfTW3H2zwUXwkY5NTscAKfpcpDhcHsbubsbTDkFNjl60rFcysLhl21iAaiC3EAcs_lQyeGK5a5xd9LVrg/ (11.9.2012).
10.
Vgl. Britta Matthes/Wolfgang Biersack, Frauenberufe Männerberufe. Karten neu gemischt, in: IAB-Forum, (2009) 1.
11.
Vgl. Gerd Große-Venhaus, Der Lehrerberuf in Nordrhein-Westfalen wird weiblicher, in: Statistische Analysen und Studien Nordrhein-Westfalen, Bd. 65, Düsseldorf 2010, S. 16–18.
12.
Vgl. Maja Apelt/Cordula Dittmer, "Under pressure“ – Militärische Männlichkeiten im Zeichen Neuer Kriege und veränderter Geschlechterverhältnisse, in: Mechthild Bereswill/Michael Meuser/Sylka Scholz (Hrsg.), Dimensionen der Kategorie Geschlecht: Der Fall Männlichkeit,Münster 2007, S. 68–83; Rafael Behr, Cop Culture. Der Alltag des Gewaltmonopols, Opladen 2000.
13.
Vgl. Bettina Heintz et al., Ungleich unter Gleichen. Studien zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes, Frankfurt/M.–New York 1997. Die Forderungen nach mehr Männern in Kitas und im Grundschullehramt setzen explizit auf deren Andersartigkeit.
14.
Vgl. Alexandra Uhly et al., Schaubilder zur Berufsausbildung. Strukturen und Entwicklungen in der dualen Berufsausbildung Deutschlands, Bonn 2010, S. 40, online: www.bibb.de/dokumente/pdf/schaubilder_gesamtausgabe_2010.pdf (11.9.2012).
15.
Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berufsbildungsbericht 2011, Berlin 2011, S. 22f.
16.
Vgl. Elke Holst/Anne Busch, Führungskräfte-Monitor 2010, DIW Politikberatung kompakt 56/2010.
17.
Vgl. Klaus Dörre, Prekarisierung und Geschlecht. Ein Versuch über unsichere Beschäftigung und männliche Herrschaft in nachfordistischen Arbeitsgesellschaften, in: Brigitte Aulenbacher et al. (Hrsg.), Arbeit und Geschlecht im Umbruch der modernen Gesellschaft, Wiesbaden 2007, S. 285–301; Diana Lengersdorf/Michael Meuser, Karriereverläufe von Männern in unsicheren Zeiten – Hegemoniale Männlichkeit am Ende?, in: Freie Assoziation, 14 (2011) 3–4, S. 57–73.
18.
Vgl. Klaus Dörre, Prekäre Beschäftigung – ein unterschätztes Phänomen in der Debatte um die Marktsteuerung und Subjektivierung von Arbeit, in: Karin Lohr/Hildegard Maria Nickel (Hrsg.), Subjektivierung von Arbeit. Riskante Chancen, Münster 2005, S. 180–206.
19.
Vgl. Waltraud Cornelißen, Gender-Datenreport, München 2005, S. 30; Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2010, Wiesbaden 2010, S. 135.
20.
Vgl. Manfred Prenzel et al., PISA 2006 in Deutschland, Münster 2008, S. 81, S. 115, S. 140.
21.
Vgl. Wilfried Bos et al., IGLU-E 2006, Münster 2008, S. 77f.
22.
Vgl. Klaus Rodax/Klaus Hurrelmann, Die Bildungsbeteiligung der Mädchen und Frauen – ein Indikator für wachsende Chancengleichheit?, in: Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, 6 (1986), S. 138–146, hier: S. 139.
23.
Vgl. Eckhard Klieme et al., PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt, Münster 2010, S. 53.
24.
Vgl. Margrit Stamm, Underachievement von Jungen: Perspektiven eines internationalen Diskurses, in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 11 (2008) 1, S. 106–124.
25.
Vgl. Ute Klammer/Sabine Neukirch/Dagmar Weßler-Poßberg, Wenn Mama das Geld verdient. Familienernährerinnen zwischen Prekarität und neuen Rollenbildern, Berlin 2012, S. 43, S. 59ff.
26.
Vgl. Martina Gille, Familien- und Lebensmodelle junger Männer, in: Karin Jurczyk/Andreas Lange (Hrsg.), Vaterwerden und Vatersein heute. Neue Wege – neue Chancen!, Gütersloh 2009, S. 97–120, hier: S. 110.
27.
Vgl. Claudia Zerle/Isabelle Krok, Null Bock auf Familie!? Schwierige Wege junger Männer in die Vaterschaft, in: K. Jurczyk/A. Lange (Anm. 26), S. 121–140, hier S. 130.
28.
Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik, Berlin 2003, S. 114.
29.
Vgl. Rotraut Oberndorfer/Harald Rost, Auf der Suche nach den neuen Vätern, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, (2004) 55, S. 490–499; Florian Schulz/Hans-Peter Blossfeld, Wie verändert sich die häusliche Arbeitsteilung im Eheverlauf? Eine Längsschnittstudie der ersten 14 Ehejahre in Westdeutschland, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 58 (2006), S. 23–49; Wassilios E. Fthenakis/Beate Minsel, Die Rolle des Vaters in der Familie, Stuttgart 2002.
30.
Vgl. Peter Döge, Männer – Paschas oder Nestflüchter?, Opladen 2006, S. 31.
31.
Vgl. M. José Gonzáles/Teresa Jurado-Guerrero/Manuela Naldini, What Made Him Change? An Individual and National Analysis of Men’s Participation in Housework in 26 Countries, DemoSoc Working Paper 30/2009, online: www.recercat.net/bitstream/2072/41841/1/DEMOSOC30[1].pdf (11.9.2012).
32.
Vgl. Stephen Williams, What is Fatherhood? Searching for the Reflexive Father, in: Sociology, (2008) 42, S. 487–502. Siehe auch den Beitrag von Diana Baumgarten in dieser Ausgabe ().
33.
Vgl. Daniela Grunow, Wandel der Geschlechterrollen und Väterhandeln im Alltag, in: Tanja Mühling/Harald Rost (Hrsg.), Väter im Blickpunkt, Opladen 2007, S. 49–76, hier: S. 63f.
34.
Vgl. Lyn Craig, Does Father Care Means Fathers Share? A Comparison of How Mothers and Fathers in Intact Families Spend Time with Children, in: Gender & Society, 20 (2006), S. 259–281, hier: S. 272.
35.
Gesine Fuchs, Politische Partizipation von Frauen in Deutschland, in: Beate Hoecker (Hrsg.), Politische Partizipation zwischen Konvention und Protest, Opladen 2006, S. 235–260; Deutscher Bundestag, Juni 2011, online: www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/mdb_zahlen/frauen_maenner.html (11.9.2012).
36.
Pierre Bourdieu, Eine sanfte Gewalt, in: Irene Dölling/Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel. Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Frankfurt/M. 1997, S. 218–230, hier: S. 226.
37.
Vgl. Sylka Scholz, Männlichkeiten erzählen. Lebensgeschichtliche Identitätskonstruktionen ostdeutscher Männer, Münster 2004.