APUZ Dossier Bild

6.5.2003 | Von:
Claus J. Tully

Aufwachsen in technischen Welten

Wie moderne Techniken den Jugendalltag prägen

Moderne Alltagstechnik - Handy, Computer, Auto - verändert das Leben Jugendlicher. Nach Claus J. Tully prägt sie nicht nur deren lebensweltliche Erfahrungen, sondern wirkt gleichermaßen sozialisierend.

Einleitung

Die moderne Technik verändert die Wahrnehmung der Welt und das Handeln in ihr. Bilder und Töne können beliebig gespeichert und manipuliert werden, an Ereignissen, die weit entfernt stattfinden, kann partizipiert werden, telekommunikative Erreichbarkeit ist eine Selbstverständlichkeit. Ganz gleich, ob es um Kommunikation, um Transport und Zugriff auf Informationen, um die eigene Mobilität oder die Mobilität von Waren geht, überall zeigt sich, dass technische und soziale Veränderungen miteinander verschränkt sind. Dabei ist die Frage nach der ersten Ursache müßig: Neue Techniken bringen ebenso neue Formen des Sozialen hervor, wie diese wiederum die Grundlage für neue Innovationen bilden. Jugendliche haben Teil an der hochdynamischen Gesellschaft. Sie beziehen sich notwendigerweise auf die gegebenen technischen und sozialen Arrangements. Keine Generation zuvor war im Besitz so vieler Artefakte (Werkzeuge, Apparate etc.) Dies bedeutet für die Jugendlichen, dass alltägliche Vorgänge unter dem Einfluss der Technik stehen: Schule und Ausbildung, Freizeitgestaltung, Vereinsarbeit oder politische Teilhabe stellen sich für sie gänzlich anders dar als für die Generation ihrer Eltern. In diesem Beitrag soll ergründet werden, welche Bezüge Jugendliche zur neuen Technik herstellen, über welche konkreten Techniken sie verfügen und in welchen Kontexten sie mit ihnen in Kontakt treten.