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12.9.2005 | Von:
Wolfram Hilz

Die Sicherheitspolitik des europäischen Führungstrios

Einleitung

Die europäische Sicherheitspolitik steht und fällt mit dem Willen und der Fähigkeit Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zur engen Kooperation und gemeinsamen Führung. Diese These wird durch die sicherheitspolitischen Schlüsselereignisse der vergangenen Jahre gestützt: Ob es sich um die Krisen auf dem Balkan handelte oder den Aufbau einer gemeinsamen europäischen Sicherheitspolitik, ob im Vorfeld des Irak-Krieges oder bei der Entwicklung einer gemeinsamen Sicherheitsstrategie, immer spielten die Regierungen in Berlin, Paris und London eine entscheidende Rolle. Dabei schwankte die Bereitschaft zum gemeinsamen Vorgehen der Drei angesichts der großen Herausforderungen stets zwischen engem Schulterschluss und fast vollständiger Dissonanz.






Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Frage, wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien bisher mit dieser Verantwortung umgegangen sind bzw. wie sie ihr heute gerecht werden. Hierfür ist ein knapper Rekurs auf Hoffnungen und Realisierungsversuche der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erforderlich, um die Antriebskräfte und Hemmnisse besser zu verstehen, die in der europäischen Sicherheitspolitik weiter wirksam sind. Vor diesem Hintergrund soll eine Bewertung der aktuellen Aktivitäten des europäischen Führungstriossowie eine Einschätzung der Entwicklungsperspektiven erfolgen.