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16.2.2005 | Von:
Ursula Dallinger

Generationen-Gerechtigkeit – die Wahrnehmung in der Bevölkerung

Vertrauensverlust

Wie oben dargelegt, verlangt die umlagefinanzierte Alterssicherung ein hohes Institutionenvertrauen. Denn es geht um Beiträge, deren Gegenleistung (für die meisten) erst in der Zukunft erfolgt. Wenn nun die Garantie, dass die Beitragszahler später die erwarteten, und zudem - wegen der Betonung des Äquivalenzprinzips - irgendwie gleichwertigen Gegenleistungen erhalten, aufgeweicht wird, sinkt das Vertrauen in die Institution. Ein solcher weitreichender Vertrauensschwund gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung während der neunziger Jahre ist auf der Grundlage von Daten einer repräsentativen Befragung für Deutschland festzustellen.[9] Die Tabelle 2 der PDF-Version zeigt die Entwicklung zwischen 1994 und 2000 und die nach Altersgruppen gestaffelte Verteilung des Vertrauens in die Rentenversicherung. In der Phase einer intensiven öffentlichen Debatte um die Generationengerechtigkeit und die künftige Sicherheit der Renten ging das Vertrauen insgesamt zurück. Bei allen Altersgruppen, auch bei den über Sechzigjährigen, ist ein Rückgang des Vertrauens zu verzeichnen. Dennoch ist Institutionenvertrauen nicht unabhängig vom Alter.

Denn zu beiden Zeitpunkten besaßen die älteren Kohorten ein viel größeres Institutionenvertrauen als die jüngeren. Ein Rückgang des Vertrauens gegenüber der Rentenversicherung ist bei allen Altersgruppen feststellbar, fällt aber am deutlichsten bei den Jüngeren aus.


Fußnoten

9.
Vgl. dies., Die Akzeptanz der Rentenversicherung - gibt es einen Generationenkonflikt?, in: Zeitschrift für Sozialreform, 48 (2002), S. 659 - 685.