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19.3.2007 | Von:
Bodo Gemper

Ludwig Erhard revisited

Pflichtbewusster Bürger statt "sozialer Untertan"

Erhard hatte "das soziale Gefüge der gesellschaftlichen Ordnung", den "geschichtlichen Prozeß", und den "des strukturellen Aufbaues unserer Volkswirtschaft an den Werten zu orientieren," im Blick. Er erkannte, dass "wir mit wachsendem Wohlstand immer mehr auf den falschen Weg der Atomisierung sowohl der zu bewältigenden Aufgaben als auch unseres Lebens überhaupt geraten" könnten, an dessen Ende, "statt sich aus eigener Kraft (zu) bewähren (...) der soziale Untertan' steht". Sein "erstrebenswertes Ziel" war es, "die freie, auf echtem Leistungswettbewerb beruhende Marktwirtschaft mit den jener Wirtschaft immanenten Regulativen" zu etablieren, also "die Fesseln zu lösen", die "eigenen Märkte zu öffnen", um "so offenere Märkte... draußen zu finden", weil "die Wettbewerbswirtschaft die ökonomischste Form und zugleich die demokratischste Form der Wirtschaftsordnung" ist.