APUZ Dossier Bild

24.11.2008 | Von:
Kate Maleike

"Du musst einfach an Dich glauben ..." - vom Aufstieg durch Bildung

Du schaffst das!

Davon, wie schwer es gerade die Kinder und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten haben, kann Günter Vonderau ein besonderes Lied singen. Der Sozialpädagoge arbeitet seit etwa zwei Jahren in der Werkstattschule am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum (TGBBZ) Dillingen im Saarland. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojektes des Landes und der Bundesagentur für Arbeit, an dem insgesamt vier Berufsschulen beteiligt sind, bekommen hier, wie Vonderau es formuliert, "hoffnungslose" Sechs- oder Siebtklässler eine zweite Chance. Sie wurden von ihren Schulen mehr oder weniger aufgegeben, sind verhaltensauffällig, kennen keine Regelmäßigkeit. Auch die Eltern der 14- und 15-Jährigen sind hilflos und häufig überfordert. Zusammen mit den Lehrerkollegen des Berufsbildungszentrums bemüht sich Vonderau, die Jugendlichen zum Hauptschulabschluss zu bringen und eröffnet ihnen in Kooperation mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur berufliche Perspektiven. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Ausbildungsreife und der Berufseignung.

Auf Praxisnähe wird am TGBBZ deshalb besonders Wert gelegt, wie auch auf intensive Förderung und persönliche Gespräche. Zwei Tage pro Woche gehen die Jugendlichen zur Schule, den Rest der Zeit verbringen sie entweder in der Werkstatt der Schule oder im Praktikum in einem Betrieb. Das Konzept scheint aufzugehen. Neun der insgesamt elf Schüler seines ersten Jahrgangs, berichtet Vonderau zufrieden, hätten das Primärziel, den Hauptschulabschluss, erreicht. Saarlandweit waren es 47 Schüler. Fünf von ihnen hätten sogar eine Lehrstelle bekommen. Der Sozialpädagoge glaubt an seine "Schützlinge" und an seine Arbeit. "So bekommen sie eine Zukunftsperspektive und erfahren, dass es Wege gibt, um aus der Sackgasse herauszukommen." Schade sei nur, dass im Bildungsbereich alles am Geld hänge. "Ich wäre auf jeden Fall dafür, dass jede Schule einen eigenen Sozialpädagogen vor Ort hat. Das würde auch die Lehrer unterstützen". Sehr wichtig sei es zudem, den Eltern bereits frühzeitig professionelle Hilfestellung zu geben, die sie annehmen könnten, ohne stigmatisiert zu werden. Dann, so ist sich Vonderau sicher, würden viele Probleme in diesem Ausmaß nicht entstehen.